oder

Eine Nacht in Helsinki (2021)

Yö armahtaa

Lakonische Kneipengänger: finnisches Drama über drei Männer, die zufällig in einer Bar zusammenkommen und den Abend miteinander verbringen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Finnlands Hauptstadt mitten im Corona-Lockdorn: Kneipenwirt Heikki (Pertti Sveholm) wartet in seiner geschlossenen Bar auf seine Tochter, um dort mit ihr zu Abend zu essen. Als sein Bekannter Risto (Kari Heiskanen) vor der Tür steht, weil er Licht brennen sieht, lässt Heikki ihn trotz des Verbots ein. Risto ist Arzt, hat einen anstrengenden Tag im Krankenhaus hinter sich und muss bei einem guten Glas Wein dringend seinen Frust ablassen.

Das Licht zieht weitere Nachtschwärmer an, und so bleiben Heikki und Risto nicht lange allein. Juhani (Timo Torikka), der sein Handy aufladen will, weil er auf einen Anruf seiner schwangeren Tochter wartet, erweist sich als besonders hartnäckiger Gast. Schnell wird klar, dass er etwas zu verbergen hat.

Bildergalerie zum Film

Eine Nacht in HelsinkiEine Nacht in HelsinkiEine Nacht in HelsinkiEine Nacht in HelsinkiEine Nacht in HelsinkiEine Nacht in Helsinki


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Das finnische Kino ist untrennbar mit dem Namen Kaurismäki verbunden. Der 1957 geborene Aki Kaurismäki setzte den nordeuropäischen Staat mit seinen lakonischen, international gefeierten Komödien auf die filmische Landkarte. Sein zwei Jahre älterer Bruder Mika betätigte sich mit seinen Spiel- und Dokumentarfilmen früh als Weltenbummler. Er studierte in München, lebte in Brasilien und drehte schon mal in den USA oder in Afrika. Mit seiner kulinarischen Sommerkomödie "Master Cheng in Pohjanjoki" (2019) ist er vor drei Jahren in seine Heimat zurückgekehrt. Dort hat er auch seinen jüngsten Film gedreht. Ein echtes Lockdown-Kammerspiel.

Dass das Drama während der Pandemie entstanden ist, ist ihm deutlich anzumerken. Statt vorab eine schlüssige Handlung niederzuschreiben, haben sich Kaurismäki und seine drei Hauptdarsteller drei Charaktere ausgedacht, gemeinsam deren Hintergrundgeschichte entwickelt und dann einfach ohne Drehbuch losgelegt. Das Ende der Geschichte stand zwar fest, der Weg dorthin ist allerdings improvisiert. Positiv betrachtet verleiht diese Herangehensweise dem Film ein ausgesprochen dokumentarisches und authentisches Flair. Negativ gesehen leiden die Dramaturgie und die Dialoge darunter.

Trotz gleich mehrerer dramatischer Entwicklungen im Handlungsverlauf geht in dieser Nacht in Helsinki kaum etwas voran. Die stets ein wenig unbeholfen wirkenden Gespräche kreisen um die typischen Nöte dreier Babyboomer, die wie der Regisseur stramm auf die 70 zugehen: Geldsorgen, Zukunftsängste, Beziehungs- und Familienprobleme. Doch wirklich Neues oder erfrischend anderes haben die drei Trinkkumpane nicht zu sagen.

On Location in der "Corona-Bar" gedreht, die die Brüder Kaurismäki in Finnlands Hauptstadt tatsächlich betreiben, sieht "Eine Nacht in Helsinki" leider auch nicht so toll aus wie Mika Kaurismäkis vorangegangene Filme. Am Ende sind nicht nur die Figuren lockdown-müde, sondern auch die Kinobesucher froh, dass der nächste Morgen anbricht.

Fazit: Dieses Lockdown-Kammerspiel von Mika Kaurismäki ist in seiner Schwermut leider auch zu schwerfällig geraten. Die Handlung plätschert belanglos vor sich hin, die Figuren wirken corona-müde. Eine improvisierte Fingerübung, die nichts Neues zu sagen hat.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Eine Nacht in Helsinki

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Finnland
Jahr: 2021
Genre: Drama
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 20.01.2022
Regie: Mika Kaurismäki
Darsteller: Kari Heiskanen, Maria Kaurismäki als Masentunut tytär, Anu Sinisalo
Verleih: Arsenal

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.