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Mascarpone (2021)

Maschile singolare

Queere Romantikkomödie aus Italien über einen jungen Mann, der seinen Liebeskummer mit zahlreichen Dates bekämpft.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Antonio (Giancarlo Commare) wird der Boden unter den Füßen weggezogen, als ihm sein langjähriger Mann Lorenzo (Carlo Calderone) sagt, dass er einen anderen liebt. Der 30-jährige ausgebildete Architekt Antonio arbeitet nicht und muss nun ausziehen. Das teure Zimmer, das er in Rom in der Wohnung von Denis (Eduardo Valdarnini) mietet, kann er sich nicht leisten. Denis, der sich für Sex mit Männern bezahlen lässt und gerne Opernarien hört, vermittelt Antonio einen Job beim Bäcker Luca (Gianmarco Saurino). Antonio kann dort auch tun, was er am liebsten macht, nämlich Torten backen. Er besucht sogar einen Konditorkurs, der ihn ganz schön fordert.

Sowohl Denis, als auch Luca geben Antonio Ratschläge, wie er sein Liebesleben auf Trab bringen kann. Der von Liebeskummer Geplagte beginnt, fleißig Männer zu daten und sich auszuprobieren. Er wird zusehends lockerer und selbstbewusster. Dann lernt er den Mailänder Fotografen Thomas (Lorenzo Adorni) kennen. Diese Beziehung unterscheidet sich deutlich von den oberflächlichen Sexbekanntschaften, die Antonio nicht weiter vertieft. Aber ist er überhaupt bereit, eine neue Partnerschaft einzugehen?

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Unbeschwert und flott präsentiert sich die queere romantische Komödie der beiden Regisseure Alessandro Guida und Matteo Pilati. Im Zentrum der unterhaltsamen Geschichte steht ein Ensemble schwuler Männer, das sich wie ein schützender Kokon um den von seinem Ehemann verlassenen Antonio schart. Es dauert, bis der junge, unglückliche Hauptcharakter wieder Fuß im Leben fasst. Im Grunde muss er erst, wie sein Vermieter und Mitbewohner Denis meint, erfahren, wer er überhaupt ist. Was gefällt ihm, wohin möchte er hin? Um das herauszufinden, befolgt Antonio den Rat von Denis und datet fleißig andere Männer. Auf diesem Gebiet hat er Nachholbedarf, denn er war zwölf Jahre mit Lorenzo zusammen.

In der ganzen Geschichte gibt es nur etwa drei Frauenrollen. Wie schon in dem italienischen Film "Männer al dente" aus dem Jahr 2010 ergeben eine Reihe ausgeprägter männlicher Charaktere ein Ensemble, das für abwechslungsreiche und lebendig wirkende Unterhaltung sorgt. Wie lebt es sich als schwuler junger Mensch in Rom, wie ist das Datingverhalten und wie stehen die Chancen, mit den einschlägigen Apps auch jemanden für eine feste Beziehung zu finden? Die Charaktere wirken sehr realistisch gezeichnet in ihrer bunten Vielfalt. Der junge Antonio lernt von Denis, von Luca und all den anderen, die ihm dabei helfen, sich selbst zu finden. Er entwickelt Spaß am Sex, der zu nichts verpflichtet, erlaubt es sich, zuerst an sich selbst zu denken und sich ausgiebig umzuschauen. Längst geht es beim Thema Homosexualität nicht mehr ums Coming-Out, sondern um die üblichen Fragen an das Leben: Welchen Stellenwert soll der Sex einnehmen, welchen die Liebe – und wie baue ich mir etwas auf, das nur mir allein gehört?

Die allmähliche Verwandlung des naiv-kindlichen Antonio in einen fröhlichen, unternehmungslustigen Mann, der mit beiden Beinen im Leben steht, beeindruckt. Giancarlo Commare verleiht ihm etwas Welpenhaftes, gepaart mit Neugier, Energie und der wachsenden Fähigkeit, die Dinge – und sich selbst – mit Humor zu nehmen. Überhaupt wirken die Dialoge oft sehr locker und witzig. Wenn sich die Charaktere gegenseitig aufziehen oder die Meinung sagen, setzt das beim Gegenüber auch die Fähigkeit zur Selbstironie voraus.

Fazit: Mit einem überwiegend aus Männern bestehenden Ensemble taucht die flotte italienische Komödie sehr unterhaltsam in den Kosmos junger queerer Römer von heute ein. Unter der Regie von Alessandro Guida und Matteo Pilati entfaltet die Geschichte des von seinem langjährigen Ehemann verlassenen Antonio abwechslungsreichen Charme. Denn indem er sich mit Sexdates ablenkt und ausprobiert, fasst der Filmheld neuen Lebensmut. Die romantische Komödie singt aber zugleich auch ein Loblied auf die Freundschaften unter schwulen Männern, die Halt und Solidarität bieten.




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Land: Italien
Jahr: 2021
Genre: Drama, Komödie, Romantik
Originaltitel: Maschile singolare
Länge: 101 Minuten
Kinostart: 06.10.2022
Regie: Alessandro Guida, Matteo Pilati
Darsteller: Giancarlo Commare als Antonio, Eduardo Valdarnini als Denis, Gianmarco Saurino als Luca
Verleih: Cinemien

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