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Son of Cornwall (2020)

Im Dialog mit Dad: In seinem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm porträtiert Lawrence Richards seinen Vater, den Opernsänger John Treleaven.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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John Treleaven, am 6. Juni 1950 als John Richards in Cornwall geboren, ist einer der gefragtesten Heldentenöre der Welt. In seinem Heimatort, dem Fischerdorf Porthleven, zufällig entdeckt, studierte er in London bei William Lloyd Webber. Engagements in London und ganz England folgten, bevor er nach Deutschland übersiedelte und an Häusern in Mannheim, Mainz, Bamberg, Karlsruhe, Frankfurt und Hamburg sang. Seine Karriere führte ihn zudem rund um den Globus, unter anderem in die USA, nach Australien, Wien, Barcelona und Amsterdam.

Inzwischen ist John Treleaven in Rente. Im Sommer 2018 führt ihn ein Auftritt zurück in seine alte Heimat. Sein Sohn, der Regisseur Lawrence Richards, nutzt die Gelegenheit und unternimmt einen Roadtrip mit seinem Vater, währenddessen sich die zwei über Leben und Karriere des Vaters unterhalten.

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John Treleaven legte eine Bilderbuchkarriere hin. Beim Baden in seinem Heimatort, dem kornischen Fischerdorf Porthleven, entdeckt, führte seine Laufbahn über London hinaus in die weite Welt. Jahrzehnte später steigt er mit seinem Sohn Lawrence Richards, dem Regisseur dieses Films, noch einmal genau dort ins Wasser, wo alles seinen Anfang nahm. Vater und Sohn lassen sich im Hafenbecken treiben. Eines von vielen außergewöhnlichen Bildern, das von diesem sehr persönlichen Porträt in Erinnerung bleiben wird.

John Treleaven ist für einen Auftritt in seine Heimat Cornwall zurückgekehrt. Sein Sohn nutzt die Gelegenheit, um mit dem Vater an Orte aus dessen Vergangenheit zu reisen und sich mit ihm über Leben und Karriere zu unterhalten. Mal sitzen die zwei in Treleavens Geburtshaus, in dem seine Eltern eine kleine Pension für Sommerurlauber betrieben haben, mal in einer Kirche, auf dessen angrenzendem Friedhof Treleavens Mutter begraben liegt, später statten sie der winzigen Wohnung, in der Treleaven während seines Engagements in London mit seiner Familie lebte, einen Besuch ab.

Der Film ist aus lauter kleinen Vater-Sohn-Gesprächen zusammengesetzt. Dazwischen sehen wir Archivaufnahmen von John Treleavens größten Auftritten und an Schnüren aufgehängte (Familien-)Fotos, durch die die Kamera visuelle Spaziergänge unternimmt. In den Gesprächen befragt der Sohn seinen Vater nicht nur, sondern holt sich auch Rat. Wie John Treleaven ist auch Lawrence Richards selbstständig tätig und wird bald selbst Vater. Ganz nebenbei ist seine Doku also auch ein Generationenporträt.

Der Sohn tastet sich behutsam an seinen Vater heran, lässt ihm viel Zeit und Raum, sich dem Kinopublikum zu öffnen, um spät im Film dann auch die Schattenseiten der Karriere anzusprechen. Der Vater war viel unterwegs, selten für seine Kinder da, trank zu viel. Seine Frau, ebenfalls Sängerin, gab ihre Karriere zugunsten der Familie auf. Das schuf jedoch kein böses Blut. Heute ist John Treleaven trocken und sich seiner Versäumnisse bewusst. Der Film seines Sohnes ist auch eine Art Lebensbeichte eines Heldentenors, der von seinen Weggefährten als echter Mensch ohne Starallüren beschrieben wird, in seinem Privatleben mitunter aber alles andere als heldenhaft, sondern zutiefst menschlich agierte.

Fazit: Der Regisseur Lawrence Richards hat einen Dokumentarfilm über seinen berühmten Vater John Richards, in der Opernwelt besser bekannt als John Treleaven, gedreht. Sein dialogisch aufgebauter Film ist ein sehr persönliches Porträt eines Künstlers, der viel von sich selbst in seine Kunst einbrachte und sich dabei mitunter verlor. Ein Generationenporträt, eine Lebensbeichte und eine Familientherapie in einem.




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Besetzung & Crew von "Son of Cornwall"Alles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Länge: 87 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 14.04.2022
Regie: Lawrence Richards
Darsteller: Sally Burgess, Lawrence Richards, Roxane Richards
Verleih: Der Filmverleih GmbH

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