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Bergen (2022)

Türkisches Biopic über das tragische Leben der Musikerin Bergen, die 1989 starb und als "Königin der Arabeske" in die Geschichte einging.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.9 / 5

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Nur 30 Jahre alt war die Arabeske-Sängerin Bergen (geboren als Belgin Sarilmiser), als sie 1989 von ihrem Mann ermordet wurde. Seit den frühen 80er-Jahren galt sie als "Königin der Arabeske", einem Bestandteil der türkischen Popmusik, die durch ihren orientalischen Klang und die melancholischen Texte geprägt ist. Mit 17 Jahren, Mitte der 70er, kündigte sie ihren Job und konzentrierte sich fortan auf ihre Karriere. Bergens Erfolg konnte zunächst auch ihr brutaler Ehemann nichts anhaben, der ihr zu Beginn der 80er-Jahre Säure ins Gesicht kippte, was bei der Sängerin zur einseitigen Erblindung führte. Nachdem sie die Scheidung eingereicht und daraufhin noch größeren musikalischen Erfolg hatte, wurde Bergen im Sommer 1989 von ihrem Mann umgebracht.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Detailliert und sorgfältig arbeitet der türkische Film die zentralen Lebensstationen und wichtigen Ereignisse im Leben der in der Türkei kultisch verehrten Sängerin ab. Bergen ist außerhalb der Türkei wenig bekannt, nicht zuletzt, weil der Musikstil "Arabeske" außerhalb des Landes und der orientalischen Welt bei weitem nicht so populär ist. Welche Wirkung diese Art der Musik, in der sich Popmusik, Folklore und orientalische Klänge vermengen, auf die Menschen in der Türkei ausübt und welchen Stellenwert diese Kunst dort genießt, veranschaulicht "Bergen" nachdrücklich.

Farah Zeynep Abdullah überzeugt als hochtalentierte, charismatische Sängerin, deren Unglück es war, an einen selbstherrlichen Ehemann zu geraten, dessen Brutalität und Rücksichtlosigkeit noch heute schockieren. Die Tragik ihres Lebens. Erschütternd sind die ausufernde Gewalt, die Prügel-Szenen und vor allem das Säureattentat im Jahre 1982, wodurch große Teile von Bergens Körpers entstellt wurden. Hin und wieder neigen die Macher zu einer etwas reißerischen, an eine Soap-Opera erinnernde Inszenierung, gerade in den romantischen Szenen. Etwa zu Beginn der Beziehung zwischen Bergen und ihrem Mann, bevor dieser sich in einen brutalen Tyrannen verwandelte.

Tiefe und eine hintergründige charakterliche Ausgestaltung fehlen darüber hinaus einigen der Nebenfiguren, die Reißbrett-artig entworfen sind. Umso mehr Beachtung schenkt der Film dafür der exquisiten, zwar nicht immer an die 80er-Jahre erinnernde, aber dennoch liebevollen und bedächtig umgesetzten Ausstattung. Von den Kulissen über die Hintergrund-Szenerie bis hin zu den glitzernden Bühnenkostümen Bergens.

Fazit: Dramaturgisch nur bedingt überraschendes, dafür akkurat erzähltes, sorgsam umgesetztes Biopic mit einer brillanten Hauptdarstellerin, allerdings wenig spannenden Nebenfiguren.




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Land: Türkei
Jahr: 2022
Genre: Drama, Biopic
Kinostart: 10.03.2022
Regie: Caner Alper, Mehmet Binay
Darsteller: Farah Zeynep Abdullah als Bergen, Nergis Öztürk als Nadire, Erdal Besikcioglu als Halis Serbest
Verleih: AF Media

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