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Untimely (2022)

Bigah

Im Lauf der Zeit: iranisches Drama um zwei Geschwister und ihren gewundenen Lebensweg.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der junge Hamin (Iman Afshar) verrichtet seinen Wehrdienst an der Grenze zwischen dem Iran und Pakistan. Dort steht er tagein, tagaus auf einem Wachturm, wartet auf Ablösung und darauf, dass er zur Hochzeit seiner Schwester Mahin (Awa Azarpira) fahren darf. Doch sein Vorgesetzter genehmigt ihm keinen Sonderurlaub.

Ein Streit wird zu einem Handgemenge, bei dem der Vorgesetzte stirbt. Beim Versuch, den Unfall zu vertuschen, lässt Hamin seine Gedanken schweifen und denkt an die Zeit zurück, als sein Vater (Ayoub Afshar) noch lebte und er (jetzt: Shayan Afshar) und seine Schwester (jetzt: Mahsa Narooie) noch Kinder waren.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Untimely" ist Pouya Eshtehardis Langfilmdebüt. Davor hat der 1984 in Teheran geborene Musiker und Romanautor, der zunächst in seiner Heimat, dann in Malaysia Film studierte, zahlreiche Kurzfilme umgesetzt. Sein erster abendfüllender Spielfilm ist bereits zwei Jahre alt und lief 2020 weltweit sehr erfolgreich auf Festivals. Eshtehardi und sein Debüt sammelten einige Auszeichnungen an. Was diesen Erstling in erster Linie ausmacht, ist seine ausgeklügelte, mitunter verwirrende Erzählstruktur.

Der (internationale) Filmtitel ist dabei Programm. "Untimely" kann sowohl "verfrüht" als auch "ungelegen", "unpassend", "zur falschen Zeit" bedeuten. Auf die Handlung, die Eshtehardi selbst geschrieben hat, trifft beides zu. Im Zentrum stehen zwei Geschwister, die viel zu früh erwachsen werden müssen. Eshtehardi erzählt deren Lebens- und Leidensweg durch die Augen des älteren Bruders, der zu Beginn des Films gerade seinen Wehrdienst leistet und der gleich mehrmals zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Während seines Wachdiensts mit Blick übers Meer lässt der junge Soldat seine Gedanken schweifen. Und der Regisseur nimmt uns mit in den Kopf seines Protagonisten. Erinnerungen tauchen vor unseren Augen auf, die verschiedenen Erzähl- und Zeitebenen gehen nahtlos ineinander über. Von kleinen Einstellungsgrößen, rauschhafter Musik und einem kontemplativen Off-Kommentar dominiert, entwickeln Eshtehardis Bildmontagen schnell etwas Traumhaftes, Soghaftes. Ein Bilder-, Gefühls- und Gedankenstrom, dem man sich nur schwer entziehen und bei dem man mitunter den Überblick verlieren kann.

Fazit: Pouya Eshtehardis Langfilmdebüt erzählt vom Schicksal zweier Geschwister, die nach dem Tod ihrer Eltern auf sich allein gestellt sind. Durch die Augen des Bruders und nahtlos zwischen den Zeitebenen alternierend erzählt, ist dem Debütanten ein soghafter Bilder-, Gefühls- und Gedankenstrom geglückt, dem man sich nur schwer entziehen kann.




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Land: Iran
Jahr: 2022
Genre: Drama
Länge: 78 Minuten
Kinostart: 10.03.2022
Regie: Pouya Eshtehardi
Darsteller: Ayoub Afshar, Iman Afshar, Mousa Afshar
Verleih: dejavu filmverleih

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