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Eine deutsche Partei
Eine deutsche Partei
© Majestic Filmverleih GmbH / Spicefilm

Eine deutsche Partei (2022)

A German Party

Die Doku von Filmemacher Simon Brückner blickt für 12 Monate hinter die Kulissen der AfD (Alternative für Deutschland) – auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 16 Besucher eine Bewertung abgegeben.


In seiner neuesten Doku setzt sich Simon Brückner mit der rechtspopulistischen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) und deren Entwicklung in den vergangenen Jahren auseinander. Er wagt einen Blick ins Innere und hinter die Kulissen einer Partei, die mit ihren Äußerungen und provozierenden Debatten immer wieder für heftige Schlagzeilen und einen medialen Aufschrei sorgt. Brückner folgt führenden Vertretern der Partei auf allen drei parteipolitischen Ebenen: in die Bezirke, die Landesregierungen und in den Bundestag.

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Mehr als die vor einigen Wochen in den Kinos gestartete Doku "Volksvertreter" gelingt "Eine deutsche Partei" ein (selbst)entlarvender Blick in den – wie es die B.Z. so treffend formulierte – "Maschinenraum der AfD". Brückner darf Bezirks-, Landes- und Bundestagsabgeordnete begleiten. Bei Diskussionsforen, Vorträgen, Hinterzimmer-Gesprächen mit Parteifreunden und auf öffentlichen Reden sowie politischen Veranstaltungen.

Beachtlich ist, wie freimütig und offen sich die Rechtspopulisten im Beisein des Regisseurs und seiner Kamera äußern. Doch natürlich ließe sich dahinter auch Kalkül vermuten. Selbstinszenierung als Teil der medialen Marketing-Strategie. Was genau geplant und aufgesetzt ist, was zuvor gescripted und vor der Kamera letztlich "gespielt" wurde – das ist nicht immer klar, aber dadurch entsteht ein großer Reiz. Zumal der Betrachter so zum eigenständigen Reflektieren und Nachdenken gezwungen wird. Brücker verzichtet auf Off-Kommentare und einordnende Äußerungen. Er greift nicht ein, hakt nicht nach und stellt keine Fragen.

Ihm geht es vor allem um eine sachliche, nüchterne und emotionslose Betrachtung und Beobachtung der Ereignisse. Alles andere als frei von Emotionen ist das, was die AfD-Mitglieder, und zwar auf allen Ebenen, von sich geben. Und was dies bei Zuschauern auszulösen vermag, die sich als demokratisch bezeichnen würden und die fest auf dem Boden des Grundgesetztes stehen.

Von radikal rechtsextremen und rassistischen Positionen über nationalistische Ideologien und NS-Temini bis hin zu fragwürdigen Ansichten zu Themen wie Sexualität, dem Holocaust oder alternativen Lebensmodellen, die nicht dem gängigen heteronormativen Bild entsprechen: Die AfD entlarvt sich in diesem Film vor allem als abgrenzende, völkische, fremdenfeindliche Partei, die ein antiquiertes Familienbild proklamiert und mit ihren Ansichten und Positionen im 19. Jahrhundert stehen geblieben ist.

Fazit: Beobachtender, wichtiger Film über eine Demokratie-feindliche, rassistische Partei, deren Anhänger sich selbst schonungslos als Antifeministen, Rassisten, verbitterte Wutbürger und Anti-Demokraten entlarven.




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Land: Deutschland
Jahr: 2022
Genre: Dokumentation
Länge: 116 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 16.06.2022
Regie: Simon Brückner
Verleih: Majestic Filmverleih GmbH

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