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This Rain Will Never Stop (2020)

Dokumentarfilm über einen 20-jährigen Syrer, der zwischen freiwilligem Hilfsdienst in Kriegsgebieten und der täglichen Bedrohung durch Tod und Gewalt aufgerieben wird.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der 20-jährige Andriy Suleiman floh mit seiner Familie aus seiner Heimat Syrien, die seit Jahren vom Bürgerkrieg dominiert wird, in die Ukraine – von einer umkämpften Kriegsregion in die nächste. Mittlerweile ist seine Familie überall auf der Welt verteilt. Dem Bruder gelang die Flucht nach Deutschland, ein Onkel blieb im Irak und ein weiteres Familienmitglied harrt noch immer im umkämpften Syrien aus. Unterdessen möchte Andriy als Freiwilliger beim Roten Kreuz dort helfen, wo Bomben und Zerstörung den unschuldigen Zivilisten alles rauben. Sein Alltag ist vom Nebenaneinander von Krieg und Frieden bestimmt, mit den Gedanken immer auch bei der Familie und den Verwandten. Als Andriys Vater unerwartet verstirbt, will der junge Mann seinen Leichnam in die alte Heimat begleiten.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die Themen Schmerz, Folter und Heimatverlust ziehen sich durch das bisherige filmische Werk der 30-jährigen Regisseurin Alina Horlowa, die "This rain will never stop" vor rund anderthalb bis zwei Jahren unter anderem im ukrainischen Osten, dem Donbass, drehte. Also noch weit vor Putins Angriffskrieg auf die Heimat Horlowas. Die im Film aufgegriffenen Aspekte und Inhalte, dazu zählen Flucht, Vertreibung, Tod und Identitätsverlust, erhalten durch die jüngsten tragischen Ereignisse somit einen traurigen, aber hochaktuellen Bezug.

Doch anstatt mit der Figur des jungen Andriy Suleiman beispielhaft ein einzelnes Flüchtlingsschicksal in den Mittelpunkt zu rücken oder eine Doku über die Grausamkeit von Krieg und Terror allgemein zu drehen (dafür reicht der allabendliche Blick in die Nachrichtensendungen), wählt Horlowa einen differenzierten Ansatz. Und eine ebenso kunstvolle wie poetische Herangehensweise, die voller Symbolhaftigkeit und kluger Metaphorik steckt.

Der Filmtitel etwa, der als Zitat an einer Stelle zu hören ist, ebenso wie die immer wieder eingeblendeten Aufnahmen reißender Ströme, Wellen und anderer Bilder von fließenden Gewässern, stehen für die Unaufhaltsamkeit der Ereignisse. Für die Unausweichlichkeit und den nie enden wollenden Strom aus Krieg, Todesangst, Vertreibung und Verlust von Familie. Hinzu kommen die erlesenen, monochromen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die "This rain will never top" mit einer Aura des Artifiziellen überziehen.

Dies alles verleiht dem Film etwas Unnahbares, zudem sorgt es dafür, dass man sich hin und wieder eher in einem brillant fotografierten, fiktionalen Kunstkino-Film wähnt. Doch das Gezeigte ist bittere Realität. Über die Hauptfigur erfahren wir außerdem nicht allzu viel. Horlowa verzichtet auf zu trocken Biografisches. Auch das ein kluger Ansatz, denn so verzichtet die Regisseurin auf eine Vereinnahmung Andriys. Stattdessen steht der Protagonist stellvertretend für all die (namenlosen) Flüchtenden, Heimatlosen und Hinterbliebenen kriegerischer Auseinandersetzungen.

Fazit: Empathischer, unalltäglicher Dokumentarfilm, grandios bebildert und visuell stark durchkomponiert.




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Land: Lettland, Deutschland, Qatar, Ukraine
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Länge: 104 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 24.03.2022
Regie: Alina Gorlova
Verleih: JIP Film und Verleih

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