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Lingui (2021)

Drama: Eine 15-Jährige, die mit ihrer Mutter im Tschad lebt, wird ungewollt schwanger.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Amina (Achouackh Abakar Souleymane) und ihre jugendliche Tochter Maria (Rihane Khalil Alio) wohnen gemeinsam in einem Vorort von N'Djamena, der Hauptstadt der Republik Tschad. Die alleinerziehende Mutter kämpft sich durch den Alltag. Dann erfährt sie, dass Maria schwanger ist. Alsbald wird die 15-Jährige der Schule verwiesen. Sie will abtreiben – was in ihrem Land jedoch sowohl gegen die religiösen Vorstellungen als auch gegen das Gesetz verstößt.

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LinguiLinguiLinguiLingui - Drehbuchautor und Regisseur Mahamat-Saleh Haroun


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Lingui" ist das neue Werk des 1961 geborenen, tschadischen Autors und Regisseurs Mahamat-Saleh Haroun ("Grigris Glück"). Im Zentrum seines Gesellschaftsdramas steht eine Mutter-Tochter-Beziehung; es wird gezeigt, wie diese durch die ungewollte Schwangerschaft der 15-jährigen Tochter auf die Probe gestellt wird. Die europäisch-afrikanische Koproduktion, die ihre Premiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2021 feierte, lässt uns die politischen, religiösen und zwischenmenschlichen Auswirkungen des Patriarchats im Tschad miterleben – und nutzt hierfür eine bedachte und doch überaus eindringliche Bildsprache.

Schon die alleinstehende Protagonistin Amina wurde einst von den Leuten aus ihrem Umfeld verstoßen – nun droht sich die Geschichte mit ihrer Tochter, der schwangeren Schülerin Maria, zu wiederholen. Aufgrund der Gesetzeslage kann ein Schwangerschaftsabbruch im Tschad nur illegal durchgeführt werden. Der Film erzählt von diesen Geschehnissen nicht in hochdramatischen Tönen und macht das Mutter-Tochter-Duo nicht zu hilflosen Opfern der Umstände. Achouackh Abakar Souleymane als Amina und Rihane Khalil Alio als Maria liefern sehr konzentrierte Leistungen; die Kamera von Mathieu Giombini beobachtet die beiden Frauen und gibt den Schauspielerinnen in langen Einstellungen die Möglichkeit, die Gedanken und Gefühle ihrer Figuren subtil zu vermitteln.

Auch die Bildkomposition sowie der Einsatz von Farben und Musik sind bemerkenswert. So weist "Lingui" auf gestalterischer Ebene etwa auf den Kontrast zwischen den reicheren und den ärmeren Bevölkerungsteilen hin und zeigt im Verlauf des Plots das Band der weiblichen Solidarität, das sich als Gegenentwurf zu den Restriktionen im Land gebildet hat.

Fazit: Ein ruhig und dennoch aufwühlend gemachtes Sozialdrama mit präzisem Blick und zwei tollen Hauptdarstellerinnen.




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Land: Frankreich, Deutschland, Belgien, Tschad
Jahr: 2021
Genre: Drama
Länge: 87 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 14.04.2022
Regie: Mahamat-Saleh Haroun
Darsteller: Achouackh Abakar Souleymane als Amina, Rihane Khalil Alio als Maria, Youssouf Djaoro
Verleih: dejavu filmverleih

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