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The Princess (2022)

Königin der Herzen: britischer Dokumentarfilm über das kurze Leben von Lady Di.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Heute ist es Kate Middleton, die Herzogin von Cambridge und Ehefrau von Prinz William, die die Popularitätswerte des britischen Königshauses durch Bescheidenheit und Bürgernähe in die Höhe treibt. Den Status ihrer Schwiegermutter, die sie nie kennenlernte, wird Middleton allerdings nicht erreichen. Diana Frances Spencer, am 1. Juli 1961 in eine alte Adelsfamilie hineingeboren, war bereits zu Lebzeiten eine Medienikone. Ihre 1981 geschlossene Ehe mit dem deutlich älteren Prinzen Charles war vor allem für den Boulevard ein gefundenes Fressen. Für die einen war Lady Di lediglich dazu da, durch die Geburt ihrer Söhne William (*1982) und Harry (*1986) die britische Thronfolge zu sichern. Für die anderen machte sie das in der Öffentlichkeit als distanziert und abweisend wahrgenommene Königshaus nahbar.

Der Regisseur Ed Perkins hat einen Dokumentarfilm über die Princess of Wales gedreht, der die Stationen von ihrem ersten Kennenlernen mit Charles über ihre Traumhochzeit, ihre Wohltätigkeitsarbeit im Kampf gegen Aids und den Einsatz von Landminen bis hin zu ihrer Scheidung und ihrem Unfalltod am 31. August 1997 in Paris abdeckt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

Die Beziehung zwischen Diana Spencer und Prinz Charles stand von Anfang an unter Beobachtung und unter keinem guten Stern. Als auf erste Gerüchte eine Traumhochzeit folgte, war zunächst eitel Sonnenschein. Dianas Popularitätswerte gingen durch die Decke. Alsbald stellte sie ihren Gatten nicht nur auf der Insel, sondern auch in den übrigen Ländern des Commonwealth, die das Paar auf Dienstreisen besuchte, in den Schatten; was Charles naturgemäß wenig gefiel. Je länger die Ehe dauerte, desto deutlicher wurde, dass sie von vornherein zum Scheitern verurteilt war. All das dokumentiert Ed Perkins auf ungewöhnliche Weise.

Perkins' Film, schlicht "The Princess" betitelt, feierte im Januar 2022 beim Sundance Film Festival seine Weltpremiere. Er ist gleich in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Obwohl die Fürstin von Wales von ihrem 19. Lebensjahr an bis zu ihrem frühen Tod mit gerade einmal 36 Jahren permanent im Licht der Öffentlichkeit stand und bereits zu Lebzeiten Filme über sie und ihre Ehe mit Prinz Charles gedreht wurden, ist Perkins' Werk der bislang erste Kinodokumentarfilm (der sich nicht nur mit ihren Todesumständen beschäftigt). Bemerkenswert ist zudem seine Präsentationsform. Denn der Mitte der 1980er-Jahre geborene Regisseur liefert keinen Dokumentarfilm von der Stange ab.

Auf Interviewsituationen verzichtet Perkins ebenso wie auf einen Kommentar oder sonstige einordnende Elemente. Er wirft sein Publikum mitten ins Geschehen. Der Gesamtzusammenhang ergibt sich aus dem nicht abreißenden Fluss aus Archivmaterial, das seinem Film als einzige Grundlage dient. Hört man eine Stimme aus dem Off (die oft nicht zuzuordnen ist, weil nicht gezeigt wird, wer gerade spricht), dann stammt sie nicht aus unserer Gegenwart, sondern aus der Zeit, die der Film in diesem Moment behandelt. Diese meisterlich montierte Bild-und-Ton-Collage erzeugt nicht nur einen ungemeinen Sog, sondern auch das Gefühl, Dianas turbulentes Leben noch einmal live mitzuerleben.

Auch wenn Perkins in einem Regiestatement geäußert hat, dass er diese Lebensgeschichte "auf eine völlig neue und unverwechselbare Art und Weise" auf die Leinwand bringen wollte, ist seine Herangehensweise nicht neu. Perkins' Kollege Asif Kapadia hat das in seinen Dokumentarfilmen "Senna" (2010), "Amy" (2015) und "Diego Maradona" (2019) über den Rennfahrer Ayrton Senna, die Sängerin Amy Winehouse und den argentinischen Fußballgott Diego Maradona beinahe deckungsgleich und noch eine Spur besser gemacht. Was Perkins' Film aber nicht minder sehenswert macht.

Der audiovisuelle Strom gibt nicht nur einen Einblick in die Psyche einer beeindruckenden Frau und in ihre unglückliche Ehe, sondern auch in ein Königshaus, das sich dringend erneuern musste und in die Psyche einer ganzen Nation, die ein geradezu schizophrenes Verhältnis zu dieser Monarchie pflegt.

Fazit: "The Princess" ist kein Dokumentarfilm von der Stange. Regisseur Ed Perkins präsentiert das kurze Leben Lady Dianas als beständigen Strom aus Archivmaterial, der den Eindruck vermittelt, alles live mitzuerleben. Faszinierend, rasant, mitreißend!




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Zum Video: The Princess

Besetzung & Crew von "The Princess"

Land: Niederlande
Jahr: 2022
Genre: Dokumentation
Kinostart: 30.06.2022
Regie: Ed Perkins
Darsteller: Princess Diana, Queen Elizabeth II, Prince Harry, Prince William, Prince Charles
Verleih: Nordpolaris

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