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The Owners (2020)

Ein einfacher Plan: Comicverfilmung mit Maisie Williams ("Game of Thrones") und Sylvester McCoy ("Doctor Who", "Der Hobbit").Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Nathan (Ian Kenny), Gaz (Jake Curran) und Terry (Andrew Ellis) haben einen einfachen Plan. Während der Arzt Richard (Sylvester McCoy) und dessen Ehefrau Ellen (Rita Tushingham) von ihrem abgelegenen Landsitz für einige Stunden in die Stadt fahren, wollen sie einen Tresor im Keller des Hauses ausräumen. Doch die Aktion geht gründlich in die Hose.

Erst taucht Nathans Freundin Mary (Maisie Williams) am Tatort auf, weil sie Nathans Auto braucht, um zur Arbeit zu kommen. Dann lässt sich der Geldschrank nicht knacken. Gaz schlägt vor, auf die Rückkehr des alten Ehepaars zu warten, um die Kombination zum Safe mit Gewalt aus ihnen herauszupressen. Dummerweise haben die Einbrecher die Rechnung ohne die rüstigen Rentner gemacht, die alsbald zum Gegenschlag ausholen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Ein Genrefilm ist im Grunde nichts anderes als die Wiederholung bekannter Muster und deren Variation. Im Idealfall entsteht durch Letztere nicht nur etwas Abgewandeltes, sondern etwas vollkommen Neues. Wie das im Subgenre des Home-Invasion-Horrors aussehen kann, hat Fede Alvarez vor sechs Jahren mit "Don't Breathe" (2016) gezeigt. Der Film drehte das Täter-Opfer-Verhältnis ausgesprochen einfallsreich um. "The Owners" wirkt auf den ersten Blick wie ein billiger Abklatsch dessen. Dabei basiert dieser Erstling auf einer Vorlage, die fünf Jahre älter als Alvarez' Film ist, und hat durchaus seinen eigenen Reiz.

Als Ausgangsmaterial diente der Comic "Une nuit de pleine lune" eines Vater-Sohn-Gespanns. Die Belgier Hermann Huppen und Yves Huppen, die in der Comicwelt unter ihren Künstlernamen Hermann und Yves H. firmieren, brachten ihr Album 2011 beim französischen Verlag Glénat auf den Markt, die deutsche Übersetzung erschien ein Jahr später unter dem Titel "Vollmondnacht" bei Kult Editionen. Der französische Regisseur Julius Berg, der bislang nur an Fernseh- und Streamingserien wie "Osmosis" (2019) arbeitete, gibt mit der Adaption nicht nur sein Spielfilmdebüt, er hat die lediglich 56-seitige Vorlage gemeinsam mit seinen zwei Co-Autoren Mathieu Gompel und Geoff Cox auch an entscheidenden Stellen erweitert und dadurch verbessert.

Das von Yves H. geschriebene und seinem Vater Hermann gezeichnete Szenario ist ausgesprochen simpel und wenig originell. Den Opfern, die zu Tätern werden, fehlt im Comic jegliche Hintergrundgeschichte. Die verpassen Berg und Co. ihren sinistren Alten nun im Film und verpacken das Ganze in einen finalen Plottwist, der der Vorlage ebenfalls abgeht und der es in sich hat. Wirklich rund läuft zwar auch die Verfilmung nicht, sie ist dem Original aber deutlich überlegen.

Das liegt in erster Linie an drei entscheidenden Faktoren: der atmosphärischen Inszenierung in einem stilvollen Setting, gleichermaßen überraschenden wie gelungenen Wendungen und einem überzeugenden Ensemble, aus dem Maisie Williams und Sylvester McCoy herausragen. Besonders McCoys maliziöse Performance macht manche Schwäche in der Figurenzeichnung anderer Charaktere und manche unlogische Verhaltensweise wett.

Spielfilm-Neuling Julius Berg steigert gekonnt Spannung und Gewalt und bietet seinem Publikum einige unappetitliche Szenen, die Fans härtere Kost durchaus munden dürften. Das Crescendo vor dem eigentlichen Finale fällt durch allzu offensichtliche formale Tricksereien (ein schmaleres Bildformat und eine in die Höhe geschraubte Tonspur) eher negativ auf. Der finale Plottwist entschädigt aber auch dafür.

Fazit: "The Owners" ist mehr als nur ein Abklatsch des ganz ähnlich gestrickten Horrorfilms "Don't Breathe" (2016). Julius Bergs Verfilmung eines belgischen Comics ist ein atmosphärisch dichtes, versiert inszeniertes und überzeugend gespieltes Debüt, das auf mehr hoffen lässt. Seine Schwächen kann dieses Erstlingswerk zwar nicht verbergen, bietet dafür aber fiese kleine Gewaltakte und überraschende Wendungen, die Horrorfilmfans gefallen dürften.




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Land: Großbritannien, USA, Frankreich
Jahr: 2020
Genre: Horror
Länge: 97 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 14.07.2022
Regie: Julius Berg
Darsteller: Maisie Williams als Mary / Jane, Sylvester McCoy, Rita Tushingham als Ellen Huggins
Verleih: Capelight Pictures

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