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Republic of Silence (2022)

In der Doku "Republic of Silence" blickt eine syrische Regisseurin, die heute in Berlin lebt, auf ihr Leben zwischen Privatem und Politischem.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die in Berlin lebende Filmemacherin und Produzentin Diana El Jeiroudi stammt ursprünglich aus dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Syrien. In "Republic of Silence" befasst sie sich mit ihrem aktuellen Leben im Exil, in dem sich Privates und Politisches nur selten trennen lassen. In der Doku thematisiert sie darüber hinaus ihr früheres Leben in ihrer Heimat, die sich dort beständig verschlechternde politische sowie soziale Lage und die Hilferufe der Menschen vor Ort, die bis heute vielfach ungehört bleiben. Jeiroudi lässt auch ihre Familienmitglieder und einige Freunde zum Teil des Films werden. Genauso wie die Regisseurin mussten sie alles zurücklassen und in einem fremden Land, einer fremden Kultur, neu beginnen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Über drei Stunden muss sich der Kinobesucher für dieses kunstvoll montierte Filmessay Zeit nehmen, doch es lohnt sich. Zeigt es doch aus sehr persönlicher Sicht das Leben und den Alltag inmitten einer Diktatur, in der freie Meinungsäußerung oder Religionsfreiheit nicht vorhanden sind – stattdessen ist die Unterdrückung Andersdenkender an der Tagesordnung. Mit ihrer Kamera hat El Jeiroudi in all den Jahren auch den Krieg aus der Ferne, von ihrer Wohnung aus, begleitet und dokumentiert: die Explosionen, Rauchschwaden und das Maschenfeuer, die Schreie der Menschen.

All diese persönlichen Eindrücke und Impressionen, ebenso wie Archivmaterial anderer, fremder Quellen finden sich in diesem auch auf akustischer Ebene beeindruckenden Filmes gegen das Schweigen und Vergessen. Demgegenüber stellt die 45-jährige Indie-Filmemacherin, die kurz vor dem Exil in Damaskus noch ein Festival für arabische Dokumentarfilme ins Leben rief, Bilder aus Berlin und ihrem neuen, zweiten Leben. Momentaufnahmen und Ereignisse, die sie in intimen, traurigen und melancholischen, aber auch heiteren und glücklichen Augenblicken zeigen. Oft zu sehen: ihr beruflicher Kollege und Lebenspartner Orwa Nyrabia, mit dem sie zusammenwohnt.

Den Bogen in die Jetzt-Zeit und die (politische) Gegenwart schlägt der Film etwa durch die aus dem Off erklingenden, von Hass und Intoleranz geprägten Parolen bekannter, ultrakonservativer Rechtspolitiker wie Alexander Gauland oder Björn Höcke. Oder: durch die Passagen, die auf den "problematischen" Berliner Wohnungs- und Immobilienmarkt verweisen. Inhaltlich könnte der Film vielschichtiger und facettenreicher kaum sein. "Republic of Silence" thematisiert Krieg und Zerstörung, Heimatverlust, Identitätssuche, Neubeginn, Partnerschaft, politischen Aktivismus sowie das Überwinden von Vorurteilen, Ängsten und quälenden Erinnerungen.

Fazit: Komplexe, hintergründige essayistische Doku, die auf kunstvolle und kluge Weise das Politische mit dem Privaten verschränkt.




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Land: Syrische arabische Republik, Deutschland, Frankreich, Qatar, Italien
Jahr: 2022
Genre: Dokumentation
Länge: 183 Minuten
Kinostart: 11.08.2022
Regie: Diana El Jeiroudi
Darsteller: Orwa Nyrabia, Guevara Namer, Rami Abou Jamra
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

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