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Die Hügel von Istanbul (2021)

Dokumentation über die Stadt Istanbul aus der Sicht zweier Müllsammler: eines Romas und eines Kurden. Sie entsorgen den Müll und suchen dabei nach etwas Verwertbarem, um ihre Familien zu ernähren.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Bayram und Ahmet sind als Roma bzw. Kurde kulturell sowie hinsichtlich ihrer Herkunft sehr unterschiedlich sozialisiert und geprägt worden. Geeint sind sie in ihren Wünschen und Träumen, vor allem was die Zukunft ihrer Kinder betrifft. Denn die sollen es einmal besser haben als Bayram und Ahmet. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage Istanbuls ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Menschen gestiegen, die im Müll der Stadt nach Verwertbarem suchen, um ihr Leben und das ihrer Familien zu bestreiten. "Die Hügel von Istanbul" folgt den beiden Männern über einen Zeitraum von drei Jahren und macht klar, wie schwer das Überleben in einem Land zwischen Tradition und Aufbruch ist.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit viel Einfühlungsvermögen und Genauigkeit erzählt "Die Hügel von Istanbul" vom Mikrokosmos zweier Männer, die gleich auf doppelte Art und Weise als Außenseiter der Gesellschaft anzusehen sind: als Roma und Kurde sind sie per se schon Teil einer gesellschaftlichen Minderheit, doch die Arbeit als Müllsammler macht sie innerhalb dieses Außenseitertums nochmals zu Randerscheinungen. Randerscheinungen, die in Form von abschätzigen Blicken und diskriminierenden Äußerungen die Abwertung der Menschen immer wieder direkt zu spüren bekommen, wie sie berichten.

Dennoch erweisen sich die beiden Porträtierten, die der Film bei der täglichen Arbeit mit ihren Müllwägen auf den Straßen der Stadt sowie im familiären bzw. privaten Umfeld zeigt, als keinesfalls verbitterte, verzweifelte Zeitgenossen. Im Gegenteil: vielmehr als scharfsinnige, kluge und mit Humor ausgestattete Beobachter des Alltags und Lebens in der Millionenstadt Istanbul. Und auch über diese Stadt mit ihren vielen unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Zugehörigkeiten erfährt man in diesem akkurat erzählten Film, der sich auch aktuellen Problemen unserer Zeit widmet, so einiges.

Probleme und Themen, die nicht ausschließlich auf die Türkei oder Metropolen wie Istanbul beschränkt sind: Gentrifizierung, Wohnungsnot, Vorurteile gegenüber dem "Anderen", Rassismus, Armut, Verschwendung und unsere Wegwerfgesellschaft.

Fazit: Lehrreiche, genau beobachtete und sorgsam erzählte Doku über das Leben und Treiben in Istanbul aus der Perspektive zweier Müllsammler, die mit dem auskommen müssen, was andere Menschen wegwerfen bzw. entsorgen.




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Jahr: 2021
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 22.09.2022
Regie: Ellen Rudnitzki, Zeynel Kizilyaprak
Verleih: Sodawasser Pictures

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