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Io Sto Bene - Was am Ende bleibt
Io Sto Bene - Was am Ende bleibt
© Der Filmverleih GmbH

Io sto bene - was am Ende bleibt (2022)

Io sto bene

Treffen der Generationen: international produziertes, in Luxemburg spielendes Drama über einen alten Italiener, der einer jungen Italienerin aus der Patsche hilft.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.0 / 5

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Antonio (Renato Carpentieri) steht vor einem Scheideweg. Fast sein ganzes Erwachsenenleben hat der Italiener in Luxemburg verbracht. Hier hat er als junger Gastarbeiter (jetzt: Alessio Lapice) die Einheimische Mady (Marie Jung) kennengelernt, sie geheiratet und gemeinsam mit ihr einen erfolgreichen Malerbetrieb aufgebaut. Seit Mady gestorben ist, ist das Haus viel zu groß geworden. Es steht zum Verkauf und Antonio kurz davor, in ein Altenheim zu ziehen. Da begegnet ihm Leo (Sara Serraiocco).

Wie Antonio einst vor Jahrzehnten ist nun auch die junge Italienerin wegen der Arbeit nach Luxemburg gekommen. Leo verdient ihr Geld als Videojockey in Luxemburger Bars und Nachtclubs. Eigentlich wollte sie mit ihrem Freund auf Europatournee gehen, doch der ließ sie einfach sitzen. Ohne Wohnung, knapp bei Kasse und schwanger ist Antonio für Leo der unverhoffte Retter in der Not.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse3 / 5

Wenn es um Spielfilme über die europäische Arbeitsmigration nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geht, kommen einem hierzulande große (tragikomische) Produktionen wie Fatih Akins "Solino" (2002) oder Yasemin Samderelis "Almanya – Willkommen in Deutschland" (2011) in den Sinn. Seinerzeit wurden aber nicht nur in Deutschland Arbeiter aus Europas Süden angeworben. Sogar ein Ländchen wie Luxemburg hatte Bedarf. Davon erzählt der Luxemburger Donato Rotunno, selbst Sohn italienischer Arbeitsmigranten, in seinem kleinen, aber feinen neuen Film.

Luxemburgs Ausländeranteil ist hoch. In jüngster Zeit sind es vor allem Portugiesen, die im Großherzogtum Arbeit suchen. In den 1950er und 1960er Jahren waren es Italiener wie der von Alessio Lapice gespielte Antonio, der anfangs denkt, er fahre mit Vito (Vittorio Nastri) und Giuseppe (Maziar Firouzi), zwei Kumpels aus seinem süditalienischen Heimatdorf, nach Belgien, weil keiner der drei Freunde weiß, dass Luxemburg ein eigenständiger Staat ist. Am Ende landet einer in Deutschland, einer in Belgien und Antonio in Luxemburg, wo eine von einer Italienerin betriebene Kneipe seine Anlaufstelle wird.

Donato Rotunno hat sich bereits mehrfach dem Thema Arbeitsmigration gewidmet, so etwa in seinen Dokumentarfilmen "Terra Mia" (1998) und "Terra Mia Terra Nostra" (2012), in denen er seiner eigenen Familiengeschichte nachspürte. "Io sto bene" begreift er als fiktionale Fortsetzung dieser Arbeit, "diesmal mit dem Wunsch, von meiner persönlichen Geschichte wegzukommen", wie er sagt. "Vor allem aber war es mir wichtig, einen zeitgemäßen Zugang zum Thema zu finden, eine Verbindung zwischen den historischen Migrationen der 1950er und 1960er Jahre und den neuen Abwanderungen, mit denen die südeuropäischen Länder in den letzten Jahren konfrontiert wurden."

Erzählerisch stellt er diese Verbindung durch die Figur der Vjane Leo her. Sara Serraiocco, die optisch an die junge Natalie Portman erinnert, verkörpert Leo überzeugend als Suchende zwischen Zukunftsängsten und Zukunftshoffnung. Die Chemie zwischen Serraiocco und Renato Carpentieri, der den alten Antonio spielt, stimmt. Höhepunkt des Films ist jedoch der Blick in Antonios Vergangenheit, die alternierend in die erzählerische Gegenwart des Films eingeflochten ist.

Gegenüber der vergangenen Zeitebene fällt die gegenwärtige stark ab. Während es Donato Rotunno gelingt, den Alltag eines italienischen Arbeitsmigranten der 1960er mit Leben zu füllen, bleibt der Alltag einer zeitgenössischen italienischen Arbeitsmigrantin blass. Über Leos Vergangenheit erfährt das Kinopublikum lediglich kleine Happen, die über Telefonate mit ihrem Bruder vermittelt werden. Die vom Regisseur angestrebte Verbindung zu den jüngsten Abwanderungen ist so letztlich zu schwach.

Fazit: Donato Rotunno begreift seinen neuen Spielfilm als Fortsetzung seiner dokumentarischen Arbeit über die Migrationsgeschichte seiner Familie. Diesmal stellt er einen Bezug zur gegenwärtigen Situation junger arbeits- und sinnsuchender Italiener her. Sein Drama ist mit Renato Carpentieri und Sara Serraiocco auf der gegenwärtigen Handlungsebene und Alessio Lapice und Mare Jung auf der vergangenen hervorragend besetzt. Leider kann die eine Ebene mit der anderen nicht mithalten.




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Besetzung & Crew von "Io sto bene - was am Ende bleibt"

Land: Luxemburg, Belgien, Deutschland, Italien
Jahr: 2022
Genre: Drama
Originaltitel: Io sto bene
Länge: 94 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 03.11.2022
Regie: Donato Rotunno
Darsteller: Renato Carpentieri als Antonio, Sara Serraiocco als Leo, Alessio Lapice als Antonio (jung), Marie Jung als Mady, Vittorio Nastri als Vito
Kamera: Jean-François Hensgens
Verleih: Der Filmverleih GmbH

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