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Ein Mann Namens Otto (2022)

A Man Called Otto

US-Remake des schwedischen Films "Ein Mann namens Ove" nach dem gleichnamigen Bestseller von Fredrik Backman.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmiggutweltklasse 3.9 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 9 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Otto Anderson (Tom Hanks) ärgert sich jeden Tag. Auf seinen morgendlichen Kontrollgängen durch die kleine Reihenhaussiedlung schimpft er über Falschparker, Radfahrer, die ihr Rad nicht am vorgesehenen Platz abstellen, schlecht getrennten Müll. Seit seine geliebte Frau Sonya starb, findet er keinen Sinn mehr im Leben. Sein Arbeitgeber hat ihn mit einer Abfindung in den Ruhestand geschickt. Otto will sich umbringen, doch entweder hält der Seilhaken nicht, oder es kommt etwas dazwischen. Gegenüber zieht eine neue Familie ein – natürlich parken sie ihr Auto mit Anhänger nicht richtig und Otto eilt herbei, um das zu beanstanden. Bald klingelt es an seiner Haustür und die fröhliche Marisol (Mariana Treviño) und ihr unbeholfener Mann bedanken sich für seinen Einsatz mit mexikanischem Essen. Ständig wollen sie etwas ausleihen und Marisol scheut sich nicht einmal, ihn um Babysitterdienste zu bitten.

Der einsame Otto erinnert sich oft an die Zeit, als er jung (Truman Hanks) war und Sonya (Rachel Keller) kennenlernte. Auch geht er zum Friedhof, um mit ihr zu sprechen. Einmal nimmt er die streunende Katze mit, der er neuerdings Zuflucht gewährt. Denn unter Marisols Einfluss verändert sich Otto. Er bemerkt, dass auch andere Nachbarn seine Hilfe brauchen.

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Der schwedische Bestseller "Ein Mann namens Ove" von Fredrik Backman und die gleichnamige Verfilmung von Hannes Holm aus dem Jahr 2015 standen Pate für dieses amerikanische Remake des Stoffes. Unter der Regie von Marc Forster ("Christopher Robin") und mit dem Hauptdarsteller Tom Hanks ist eine anrührende Geschichte über Einsamkeit, Trauer und den Wert guter Nachbarschaft entstanden. Tom Hanks spielt den Titelcharakter als rechthaberischen Mann, der Veränderungen hasst. Ohne seine verstorbene Frau Sonya bekommt er kein Bein mehr auf den Boden. Doch dann zieht auf der anderen Straßenseite eine vierköpfige Familie ein und er muss sofort hinaus, um zu verhindern, dass ihr Auto auf dem Gehsteig parkt. So beginnt seine Bekanntschaft mit der lebhaften jungen Marisol, die sich von ihm nicht einschüchtern lässt.

Wer trockenen skandinavischen Humor erwartete, wird ihn womöglich nicht finden. Denn Forster und sein Hauptdarsteller Tom Hanks interpretieren die Geschichte vor allem gefühlig. Mit jeder neuen Rückblende, die sein früheres junges Glück mit Sonya zeigt, wird Ottos Trauer verständlicher. Tom Hanks spielt ihn im Grunde als eine Seele von Mensch. Und hat Otto denn nicht recht, wenn er sich über schlechten Kundenservice am Telefon aufregt oder schlampige Preisberechnung im Baumarkt? Viele Auswüchse des Zeitgeists empfindet ja nicht nur er als Zumutung. Es gibt viel zu schmunzeln – etwa wenn Otto von einem Ärgernis aus dem Haus gelockt wird und bei der Rückkehr fremdelt: Dass er sich vorhin noch umbringen wollte, scheint ihn plötzlich ein wenig zu beschämen.

Mariana Treviño stellt Marisol als kraftvolle, sympathische Gegenspielerin Ottos dar. Weniger gelungen wirken zumindest anfangs die Rückblenden, in denen der Sohn von Tom Hanks, Truman Hanks, den jungen Otto spielt. Denn Truman Hanks ist kein gelernter Schauspieler, er steht sonst gerne hinter der Kamera. Der junge Otto wirkt linkisch, unbeholfen, und die junge Sonya erhält durch Rachel Keller auch nur schemenhafte Konturen.

Der Film entwickelt sich immer mehr zum Plädoyer für eine intakte Nachbarschaft, deren Mitglieder füreinander da sind. Sobald sich der alte Otto nicht mehr genervt und polternd von den anderen abwendet, darf er sich wieder gebraucht fühlen. Stets bleibt jedoch auch das Thema Abschiednehmen wichtig. Hier hätte ein stärkeres Gegengewicht in Form von bissigem Witz nicht geschadet.

Fazit: Mit Tom Hanks in der Rolle des titelgebenden griesgrämigen Witwers gerät die amerikanische Version der schwedischen Buchverfilmung "Ein Mann namens Ove" zum gefühligen Drama mit Schmunzelhumor. Regisseur Marc Forster inszeniert die konflikthafte Wiederkehr eines einsamen Witwers ins Leben sehr anrührend. Von seiner lebhaften neuen Nachbarin aus der Komfortzone gerissen, kann sich Otto nicht mehr hinter Nörgelei und Erinnerungen an verlorenes Glück verschanzen. Das Plädoyer für eine intakte Nachbarschaft bleibt jedoch durchzogen von der Traurigkeit, die das Thema Abschiednehmen verströmt.




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Besetzung & Crew von "Ein Mann Namens Otto"

Land: Schweden, USA
Jahr: 2022
Genre: Drama, Komödie
Originaltitel: A Man Called Otto
Kinostart: 02.02.2023
Regie: Marc Forster
Darsteller: Tom Hanks als Otto Anderson, John Higgins als Hardware Store Clerk, Tony Bingham als Hardware Store Kunde
Verleih: Sony Pictures

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