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Mad Heidi (2022)

Die beliebte Geschichte über das Alpenmädchen einmal radikal auf Links gekrempelt: In "Mad Heidi" wird aus der jungen Frau eine kämpferische Amazone, die ihre Heimat von Tyrannei befreien will.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.8 / 5

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In einer dystopischen Schweiz, die seit zwanzig Jahren unter der brutalen, faschistischen Herrschaft des diktatorischen Käse-Fabrikanten Meili (Casper van Dien) steht, lebt Heidi (Alice Lucy) als einfache junge Frau in den Alpen. Grossvater Alpöhi (David Schofield) hat immer alles versucht, um das Grauen der faschistischen Herrschaft von Heidi fernzuhalten. Doch dies ändert sich, als Heidis Freund, der Ziegenpeter, von Meilis Schergen getötet wird. Und als Heidi ins Gefängnis gesteckt wird, schmiedet sie bereits dort brutale Rachepläne. Als sie wieder auf freiem Fuß ist, wird sie angetrieben von zwei Zielen: Vergeltung für die Ermordung ihres Liebsten zu üben und ihr Land von den Käsefaschisten zu befreien.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der Filmemacher Johannes Hartmann legt mit seinem trashigen, parodistischen Action-Splatter-Feuerwerk einen aberwitzigen, höllisch gut unterhaltenden Film vor, der den legendären Exploitation-Klassikern der 70er-Jahre Tribut zollt. Und der eine Vielzahl der gängigen Schweiz-Klischees genüsslich durch den Kakao zieht. Hartmann darf das, denn er ist selbst Schweizer und weiß um die altbekannten Vorurteile und Stereotype rund um seine Alpen-Heimat.

Da wäre zum einen die Liebe der Schweizer zu ihrem Käse. Dies zelebriert der Film in besonderer Weise, immerhin findet sich Käse in verschiedensten Variationen und als besonderes Handlungselement im Film wieder. Vom heißen, klebrigen Käsefondue, das der sadistische Kommandant Knorr (großartig: Max Rüdlinger) als Folterwerkzeug nutzt, bis hin zum Käselaib, den die Kampfamazonen im Frauenknast als Hantel-Ersatz zum Stählen ihrer Muskeln nutzen.

Weitere Schweiz-Klischees, mit denen Hartmann augenzwinkernd abrechnet: Alpen-Panoramen und Berg-Idyll, der übertriebene Nationalstolz sowie Patriotismus und die Liebe der Schweizer zu ihrer Brühwurst. Zu Kurzweil und zum derben, zünftigen Schenkelklopfer-Humor tragen des Weiteren die tollen Darsteller bei, die ihre Rollen bisweilen mit hemmungslosem aber absichtlichem Overacting darbieten. Die Dialoge und Wortkaskaden sind drastisch und durchgeknallt, ebenso wie die makabren und ultrablutigen Fun-Splatter-Einlagen: es fliegen Arme und Beine durch die Lüfte, Körper werden zweigeteilt und Köpfe zu Matsch geschlagen. Und das alles mit dem typischen Japanischen bzw. "Schweizer" Langschwert Katana.

Nicht nur in diesen Momenten, den glaubhaft choreografierten Kampfszenen, erweist Hartmann auch seinen filmischen Vorbildern und Inspirationsquellen die Ehre. Für Nerds und Filmfreunde ist es ein Fest, die vielen Anspielungen und Hinweise auf Werke wie "Star Wars", "Kill Bill", "Pulp Fiction", "Machete", "Karate Kid" und – natürlich – "Heidi" (die Version von 1952) ausfindig zu machen.

Fazit: Raffinierte, eigenwillige und ungeheuer abwechslungsreiche Mixtur aus Fun-Splatter, Exploitation, Schweiz-Parodie und Gag-Feuerwerk.




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Land: Schweiz
Jahr: 2022
Genre: Action, Abenteuer
Länge: 93 Minuten
FSK: 18
Kinostart: 24.11.2022
Regie: Johannes Hartmann, Sandro Klopfstein
Darsteller: Alice Lucy als Heidi, Max Rüdlinger als Kommandant Knorr, Casper Van Dien als President Meili
Verleih: 24 Bilder, Nameless Media

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