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Maria träumt - Oder: Die Kunst des Neuanfangs
Maria träumt - Oder: Die Kunst des Neuanfangs
© Atlas Film

Maria träumt - Oder: Die Kunst des Neuanfangs (2022)

Ist das Kunst oder kann das weg: französische Komödie über eine Reinigungskraft, die an einer Kunsthochschule neue Seiten an sich entdeckt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.0 / 5

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Als Marias (Karin Viard) Arbeitgeberin stirbt, ist die Pariser Putzfrau auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Von einem Privathaushalt wechselt sie in die Reinigungstruppe der Staatlichen Hochschule der Schönen Künste. Um sich in den altehrwürdigen Hallen des verwinkelten Baus zurechtzufinden, steht der Hausmeister Hubert (Grégory Gadebois) ein echtes Faktotum, Maria mit Rat und Tat zur Seite. Auch einem charmanten Flirt zwischen Tür und Angel ist der Elvis-Presley-Fan nicht abgeneigt. Und Maria ist angetan, weil ihre Ehe mit Oratio (Philippe Uchan) eingeschlafen ist.

Nach und nach verbringt Maria auch ihre Feierabende an der Kunsthochschule. Erst hilft sie gemeinsam mit Hubert der Studentin Naomie (Noée Abita) bei der Fertigstellung eines Kunstprojekts, dann sitzt sie Naomie Modell. Ihr Interesse an Kunst ist geweckt, ihre eigene Kreativität beflügelt. Schließlich muss sie sich die Frage stellen, ob sie so weiter machen will wie bisher oder einen Neubeginn wagen will.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

Lauriane Escaffre und Yvo Muller, das Regieduo dieses liebevollen Wohlfühlfilms, kennen sich aus in der Kunstgeschichte. Wenn ihre Protagonistin, die von Karin Viard gespielte Putzfrau Maria, eine ausgelaufene Margarine-Packung achtlos im Müll entsorgt, weil sie nicht erkennt, dass es sich hierbei um ein Kunstwerk handelt, dann spielt das selbstredend auf Joseph Beuys und dessen berühmte Fettecke an. (Die hatte bekanntlich der Hausmeister der Kunstakademie Düsseldorf einige Monate nach dem Tod des deutschen Aktionskünstlers einfach weggeputzt.) Noch schöner ist freilich, wie der von Grégory Gadebois verkörperte Hausmeister Hubert behauptet, das Kunstwerk aus dem Abfalleimer gefischt zu haben. In Wahrheit hat er aber nur eine neue Packung Margarine gekauft. Escaffres und Mullers Film ist voll solcher ironischer Brechungen und Anspielungen.

Das Schöne an "Maria rêve", so der Originaltitel des Films (dem hierzulande einmal mehr die deutsche Unsitte eines den Inhalt erklärenden Untertitels beigefügt wurde), ist nun aber, dass er sowohl für Kunstkenner als auch für Kunstbanausen funktioniert. Durch die Augen Marias, die bislang nichts mit Kunst am Hut hatte, erzählt, nehmen Escaffre und Muller ihr Publikum an der Hand. Die Wahl der Hauptfigur ist aber mehr als ein simpler Trick, Uneingeweihte in die Kunstwelt einzuführen. Die Entscheidung ist bewusst gefallen. Escaffre, deren Großmutter selbst Putzfrau war, und Muller war es wichtig, jene Menschen in den Fokus zu rücken, die allzu gern übersehen werden: die Reinigungskräfte und Hausmeister, die den Kunstbetrieb überhaupt erst am Laufen halten.

Die Kunstwerke, übrigens herrlich kreativ und durchaus realistisch von Bühnenbildner David Bersanetti entworfen, sind jedoch nur die halbe Miete. Das andere Thema, um das dieser Film kreist, ist das der (späten) Entfaltung. Escaffre und Muller stellen keine junge Putzfrau ins Zentrum, die das Leben (und eine potenzielle Kunstkarriere) noch vor sich hat, sondern eine Frau jenseits der 50, die mehr als die Hälfte ihres Lebens bereits hinter sich hat. "Maria träumt" erzählt auch davon, dass es für Träume und einen Neuanfang nie zu spät ist, bleibt, was die Träume und Neuanfänge anbelangt, aber auf dem Teppich.

Mit Liebe für die Figuren geschrieben, von Karin Viard, Grégory Gadebois und Noée Abita kraftvoll und zärtlich zugleich gespielt, mit bodenständiger Ironie erzählt und kunstvoll inszeniert, ist Escaffre und Muller die bislang beste Wohlfühlkomödie des noch jungen Jahres 2023 geglückt. "Maria träumt" nimmt die Kunst und deren prätentiösen Betrieb nicht allzu ernst, misst ihr aber dennoch einen bedeutenden gesellschaftlichen Stellenwert bei. Escaffre und Muller, die vom Schauspiel kommen und in kleinen Nebenrollen glänzen, zeigen, dass beides geht: dass Kunst schön und erhaben sein und dass man sich trotzdem über sie lustig machen kann. Eine Komödie, die über sich selbst und mit ihren Figuren lacht und dadurch beim Publikum punktet.

Fazit: "Maria träumt" ist ein kunstvoller Film über Kunst; über die darstellende Kunst, die Kunst des Lebens und die Kunst der Liebe. Liebevoll geschrieben, fabelhaft gespielt und ironisch erzählt, ist dem vom Schauspiel kommenden Regieduo Lauriane Escaffre und Yvo Muller die bislang beste Wohlfühlkomödie des noch jungen Jahres geglückt. Kunstkennern wie Kunstbanausen gleichermaßen zu empfehlen!




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Besetzung & Crew von "Maria träumt - Oder: Die Kunst des Neuanfangs"

Jahr: 2022
Genre: Komödie, Romantik
Länge: 93 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 19.01.2023
Regie: Lauriane Escaffre, Yvonnick Muller
Darsteller: Karin Viard als Maria Rodrigues, Grégory Gadebois als Hubert, Noée Abita als Naomie Hosseinzadeh, Philippe Uchan als Oratio Rodrigues, Lauriane Escaffre als Florence Desnoyers
Kamera: Antoine Sanier
Verleih: Atlas Film

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