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Acht Geschwister (2023)

Doku über zwei Schwestern und sechs Brüder, die erstmals seit 1945 zum ehemaligen Bauernhof in Pommern reisen, auf dem sie aufgewachsen sind.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.9 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 10 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Doku "Acht Geschwister" von Christoph Weinert handelt von zwei Schwestern und sechs Brüdern: Arno, Ewald, Johannes, Anita, Heinz, Waldemar, Edith und Werner. Sie werden zwischen 1933 und 1943 auf einem Bauernhof in einem kleinen Ort in Hinterpommern geboren und verbringen dort bis 1945 ihre Kindheit. Nach dem Krieg gehen sie diverse Wege und ihre Leben entwickeln sich grundverschieden. Dennoch: "Acht Geschwister" ist ein Film über eine Familie, über sich stets und seit vielen Jahren nahestehende Geschwister, deren gemeinsame Kindheitserlebnisse prägend waren. Eine bedingungslose Geschwisterliebe.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

Wie stark die familiären Bande und die Geschwisterliebe noch immer und nach all den Jahrzehnten sind, merkt man schon früh in diesem Film von Christoph Weinert ("Hindenburg - Der Mann, der Hitler zum Kanzler machte"). Weinert begleitet die Porträtierten auf einer Reise zurück in die Vergangenheit: zum – heute nicht mehr existierenden – Bauernhof ins polnische Zalesie, das früher Flemmingsort hieß.

Schon während der Fahrt im Bus bekommt man einen Eindruck vom ehrlichen, von Respekt geprägten Umgang der Acht untereinander. Und man erfährt, dass die Geschwister Traditionen wie das alljährliche Familientreffen seit Dekaden hegen und pflegen. An Ort und Stelle im früheren Ostpommern kommt, selbst wenn die Gebäude nicht mehr existieren, schnell die Erinnerung zurück. Die Bilder im Kopf und die mit der Kindheit in der Natur verbundenen Gefühlen einen die Geschwister, die nach 1945 völlig unterschiedliche berufliche Wege einschlugen. Vom Ingenieurs-Studium zur einfachen Handwerker-Lehre.

In lebhaften Schilderungen erfährt der Zuschauer mehr über die bewegten und bewegenden Jahre in den 30er- und 40er-Jahren. Und erhält Einblicke in glückliche Momente (die Freiheit einer Kindheit auf einem Bauernhof, die idyllische Natur), aber gleichsam in tragische Ereignisse. Darunter die Vertreibung der Familie durch die Russen und die Verschleppung des Vaters nach Sibirien. 1947 kehrte er zurück.

Weinert hält sich als Regisseur zurück und lässt die acht Geschwister munter draufloserzählen. Er lässt sie machen. Später dann auch in einer Studioumgebung, in der die Acht sitzend von ihren Leben berichten. Ohne Vorgaben oder einzugreifen, selbst wenn sich die Geschwister bei ihren Äußerungen mal ins Gehege kommen oder Widersprechen.

Auf diese Art hält Weinert mit seiner Kamera etwas außerordentlich Spannendes fest: die Dynamik im Umgang miteinander. Eine unverstellte Kommunikation sowie die arglos-unbedarfte geschwisterliche Verständigung untereinander. Authentisch und echt. Spannend ist zudem, wie sehr die Biografien von Arno, Ewald, Johannes, Anita, Heinz, Waldemar, Edith und Werner auch ganz unmittelbar von entscheidenden Ereignissen deutsch-deutscher Geschichte nach 1945 geprägt sind (Kalter Krieg, Trennung durch die Mauer, Wiedervereinigung).

Fazit: Ebenso bescheidene wie aufmerksam gefilmte Doku über eine außergewöhnliche Familie, in deren Zentrum acht Geschwister und deren intensive Lebensgeschichten stehen.




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Zum Video: Acht Geschwister

Besetzung & Crew von "Acht Geschwister"

Land: Deutschland
Jahr: 2023
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 09.02.2023
Regie: Christoph Weinert
Kamera: Jürgen Heck
Verleih: barnsteiner-film

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