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Gewalten (2023)

Constantin Hatz‘ Drama über einen Jugendlichen, der sich in der Abgeschiedenheit seines Dorfes durch einen zermürbenden Alltag kämpft.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.0 / 5

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Daniel (Malte Oskar Frank) ist 13 und steht eigentlich kurz davor, in die Blüte des Lebens einzutreten, doch das Dorf, in dem er wohnt, und mit ihm die Dorfbewohner, machen es dem Jugendlichen alles andere als leicht. Immer mehr Teenager und junge Erwachsene verlassen den trostlosen Ort und die noch verbliebenen Gleichaltrigen lassen sich durch einen ereignislosen, tristen Alltag treiben. Illegale Hundekämpfe und Gewaltausbrüche eingeschlossen. Auch in den eigenen vier Wänden ist Daniel mit Missmut und einer ungesunden Atmosphäre konfrontiert: Sein schwer kranker, pflegebedürftiger Vater ist verbittert und mürrisch, der große Bruder verhält sich Daniel gegenüber verächtlich und herablassend. In dem Ausgestoßenen Marcel findet Daniel schließlich unerwartet einen Seelenverwandten. Beide eint das Außenseitertum und die Liebe zur Natur.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Gewalten": Verfall moralischer Werte

Der Filmtitel deutet es bereits an: Hauptfigur Daniel erfährt nicht nur einmal oder von einer Person Gewalt, nein. Herabsetzendes Verhalten, moralischer Verfall und Gefühlskälte schlagen ihm nicht nur zu Hause sondern unentwegt entgegen. In nahezu allen sozialen Situationen, ob in der Schule oder in der Freizeit, erfährt der sanftmütige, zerbrechliche Jugendliche diese Gewalt.

Es ist vor allem eine psychische, die aber nicht weniger schädlich und toxisch ist als es körperliche Gewalt wäre. "Gewalten" erzählt vom Verfall menschlicher und moralischer Werte, einer Verkümmerung des sozialen Miteinanders und aussterbenden Dörfern, die der Film als düstere, emotionslose Orte ohne Mitmenschlichkeit und Erhellendes darstellt. Es herrscht eine vergiftete Atmosphäre, befeuert durch einen um sich greifenden Fremdenhass und antiquierte, weltfremde Vorstellungen von Männlichkeit und dem "Mannsein". Entsprechend kleidet Regisseur Constantin Hatz seinen Film in freudlose, betont graue Bilderwelten, die die Stimmung visuell gekonnt übertragen und dem Zuschauer so glaubhaft vermitteln.

Großartiger Hauptdarsteller

Als passenden, spannenden Gegenentwurf präsentiert Hatz die unberührte, idyllische Natur und den Wald, in dem Daniel Ablenkung und Erlösung erfährt. In einer der schönsten, eindringlichsten Szenen wird Daniels, im wahrsten Sinne, körperliche Hingabe zum Wald überdeutlich. Malte Oskar Frank gelingt es dabei auf natürliche und sensible Weise, die Gefühle seiner Figur jederzeit glaubhaft offenzulegen.

Fazit: Raffiniertes, ungewöhnliches und herausforderndes Drama über moralischen Verfall, Landflucht und rückständige, veraltete gesellschaftliche Ansichten.




Besetzung & Crew von "Gewalten"

Land: Deutschland
Jahr: 2023
Genre: Drama
Länge: 150 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 11.05.2023
Regie: Constantin Hatz
Darsteller: Susanne Bredehöft als Erika, Malte Oskar Frank als Daniel, Robert Kuchenbuch als Vater, Paul Wollin als Marcel
Kamera: Rafael Starman
Verleih: UCM.One



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