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Der Schatten von Caravaggio (2022)

L'ombra di Caravaggio

In diesem Biopic, einer französisch-italienischen Co-Produktion, blickt Regisseur Michele Placido auf das Leben des berühmten Barockmalers, in dessen Rolle Riccardo Scamarcio schlüpft.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
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Michelangelo Merisi (Riccardo Scamarcio), besser bekannt unter dem Namen des Herkunftsorts seiner Familie in der Lombardei, zählt zu den Wegbereitern der römischen Barockmalerei. Doch der neue, naturalistische Stil seiner Heiligenbilder kommt nicht bei allen im Klerus gut an. Allen voran Papst Paul V. (Maurizio Donadoni) missfällt, dass Caravaggio für seine Gemälde Diebe, Obdachlose und Prostituierte als Modelle benutzt.

Anfang des 17. Jahrhunderts ist Caravaggio wegen Totschlags aus Rom verbannt und wartet in Nepal auf seine Begnadigung. Derweil schickt der Papst einen seiner Agenten (Louis Garrel) los, um mehr über Caravaggios Vergangenheit in Erfahrung zu bringen. Während seiner Recherchen befragt der Agent unter anderem Caravaggios wichtigste Mäzenin, die Marquise Costanza Colonna (Isabelle Huppert), und die berühmt-berüchtigte Prostituierte Lena Antonietti (Micaela Ramazzotti), Caravaggios Lieblingsmodell.

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"Der Schatten von Caravaggio": Sozialkritisches Sittengemälde

Das Leben Caravaggios war so aufregend und ausschweifend, seine Kunst so spektakulär, revolutionär und provokant, dass es nicht verwundert, dass der Maler und seine Gemälde bereits Gegenstand unzähliger Dokumentarfilme und Fernsehsendungen waren. Was hingegen verwundert, ist der Umstand, dass das Medium Spielfilm die bewegte Biografie bislang links liegen ließ. Nach Derek Jarmans "Caravaggio" (1986), der sich dem Leben und Wirken Michelangelo Merisis experimentell und stellenweise anachronistisch näherte, und Angelo Longonis dreistündigem TV-Zweiteiler "Caravaggio" (2007) ist Michele Placidos neuer Film überhaupt erst das dritte Biopic über den Künstler und erst das zweite, das es ins Kino schafft.

Rockstar des Barock

Placido ist vornehmlich Schauspieler und hierzulande vor allem für seine Rolle als Kommissar Corrado Cattani in der Erfolgsserie "Allein gegen die Mafia" bekannt. Seit Anfang der 1990er-Jahre führt der 1946 geborene Italiener auch Regie; neben Krimis gern bei sozialkritischen Dramen. In "Der Schatten von Caravaggio" mischt er nun beides, denn das Sittengemälde, das dank Kameramann Michele D'Attanasio in jeder Einstellung an ein Gemälde Caravaggios erinnert, ist wie ein Krimi erzählt.

Das Kinopublikum folgt einem namenlosen päpstlichen Agenten, von Louis Garrel mit stoischer Unnachgiebigkeit gespielt, bei seinen Recherchen und taucht durch seine Augen in die bewegte Vergangenheit Caravaggios ein. Das Drehbuch aus der Feder von Placido und seinen zwei Co-Autoren Sandro Petraglia und Fidel Signorile wechselt elegant zwischen den Zeitebenen hin und her und zeichnet den Maler als provokanten Freigeist, als Rockstar des Barock. (Dementsprechend hat Hauptdarsteller Riccardo Scamarcio nach eigener Aussage die Rolle auch an keinen Geringeren als Elvis Presley angelehnt.) Im Dauerclinch mit der katholischen Kirche und ihrer Doppelmoral ist klar, auf welcher Seite die Sympathien der Drehbuchautoren liegen.

Hedonist mit Herz

Caravaggio speist mit den Armen und schläft mit Huren. Der auf diese Weise zu einer Art frivoler Christusfigur Stilisierte, dieser Hedonist mit Herz wird von Scamarcio herausragend verkörpert. Der 1979 geborene Schauspieler mit den ausdrucksstarken Augen, der in fast jeder Rolle in Erinnerung bleibt, egal wie vergessenswert die Filme auch sein mögen, legt alles hinein in diese Figur. Neben den bereits erwähnten betörenden Bildern von Michele D'Attanasio, die jeden Raum perfekt in Licht und Schatten scheiden und dadurch Caravaggios Helldunkelmalerei kopieren, ist Scamarcio der Höhepunkt und Hingucker dieses Dramas. Da nimmt man auch die (zu) lange Laufzeit in Kauf, in deren Verlauf die Handlung einige Schlenker zu viel hinlegt und dabei ein wenig durchhängt.

Fazit: In "Der Schatten von Caravaggio" inszeniert Regisseur Michele Placido den berühmten Maler als ambivalenten Rockstar des Barock. Die Titelfigur ist abgehobener Emporkömmling und zugleich bodenständiger Mann des Volkes, der der Obrigkeit die Stirn bietet. Das Biopic, das nicht zuletzt Caravaggios lange Zeit missachtete Modelle würdigt, ist so schön wie ein Gemälde des Künstlers und so freizügig wie dessen Lebenswandel. Letzten Endes ist es aber auch mit einigen unnötigen Längen erzählt.




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Besetzung & Crew von "Der Schatten von Caravaggio"

Land: Italien, Frankreich
Jahr: 2022
Genre: Drama, Biopic
Originaltitel: L'ombra di Caravaggio
Länge: 120 Minuten
Kinostart: 12.10.2023
Regie: Michele Placido
Darsteller: Riccardo Scamarcio als Caravaggio, Micaela Ramazzotti als Lena Antonietti, Louis Garrel als Ombra, Isabelle Huppert als Costanza Sforza Colonna, Michele Placido als Cardinal Del Monte
Kamera: Michele D'Attanasio
Verleih: Wild Bunch

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