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Lisa Frankenstein
Lisa Frankenstein
© Universal Pictures International

Lisa Frankenstein (2024)

In dieser schaurig-schönen Gruselkomödie von Regie-Newcomerin Zelda Williams bastelt sich eine von Kathryn Newton gespielte Schülerin einen untoten Freund.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Lisa (Kathryn Newton) hasst ihr Leben. Ihr Vater Dale (Joe Chrest) hat nach dem Tod von Lisas Mutter wieder geheiratet und ist ins Haus seiner neuen Frau, der pedantischen Janet (Carla Gugino), gezogen. Mit dem Umzug musste Lisa auch die Schule wechseln. Mit ihrer Liebe für das Makabere und Obskure gilt sie dort als Außenseiterin. Lisas Stiefschwester Taffy (Liza Soberano) hingegen ist allseits beliebt.

Jede freie Minute verbringt Lisa auf dem Bachelor's Grove, einem alten, nicht mehr genutzten Friedhof, auf dem Junggesellen begraben wurden. Eines Nachts schlägt dort der Blitz ein und Lisa erweckt versehentlich eine viktorianische Leiche (Cole Sprouse) zum Leben. Halb verwest, fehlen der modrigen Gestalt einige wichtige Körperteile. Doch zum Glück kann Lisa ausgezeichnet nähen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Lisa Frankenstein": Pretty in Black

Wie lässt sich ein Film beschreiben, der von dem Einheitsbrei, den Hollywood seinem Publikum üblicherweise auftischt, vollkommen abweicht? (So sehr sogar, dass er den Appetit aufs Kino wieder anregt.) Vielleicht hilft bei der Beschreibung solch eines Films ein Vergleich. Wenn "Heathers" (1988), "Re-Animator" (1985) und "Edward mit den Scherenhänden" (1990) in einer stürmischen Vollmondnacht auf einem Friedhof ein Kind der Liebe gezeugt hätten, dann sähe es so aus wie "Lisa Frankenstein"!

Bonbonfarbene Kunstwelt

Dass es in diesem Film nicht mit rechten Dingen zugeht, macht Regisseurin Zelda Williams von der ersten Einstellung an klar. Das von Drehbuchautorin Diablo Cody erdachte Universum sieht wie ein bonbonfarbener Achtziger-Jahre-Traum aus. Darin stimmt jedes Detail. Und doch ist alles auch so zugespitzt und übertrieben, dass sich diese Welt wie eine künstliche anfühlt, wie sie nur das Kino hervorzubringen vermag.
In diesen hyperrealen 1980ern steht die von Kathryn Newton verkörperte Lisa Swallows (!) ihre Frau. Die Highschool-Komödien eines John Hughes hat Lisa nicht im Sinn. Sie liebt Stummfilme von Georg Wilhelm Pabst, Musik von The Cure und Besuche auf dem Junggesellen-Friedhof. Statt "pretty in pink" ist sie "quirky in black".

Schräge Einfälle, irre Wendepunkte

Das Schöne daran ist, dass Codys Fabulierlust endlich einmal (wieder) keine Grenzen gesetzt sind. So gut ihre Drehbücher zu "Juno" (2007), "Young Adult" (2011) oder "Tully“ (2018) auch sind, nach den Kinobesuchen schlich sich auch immer der Verdacht ein, dass da noch mehr möglich gewesen wäre. Im Drehbuch zu "Lisa Frankenstein" geben sich schräge Einfälle und irre Wendepunkte die Klinke in die Hand. Und immer, wenn man glaubt, der Gipfel der Absurdität und Anstößigkeit sei erreicht, setzt Cody (wie einst im Drehbuch zu "Jennifer's Body") noch eins drauf. Zelda Williams wiederum setzt das Ganze beherzt um.

Für die 1989 geborene Regisseurin ist es die erste Arbeit in Spielfilmlänge – und es ist noch deutlich Luft nach oben. "Lisa Frankenstein" ist bei Weitem kein perfekter Film; hat Längen, nimmt unnötige Umwege, ist ab und an ein schräges Durcheinander. Doch gerade die Courage aller Beteiligten – von der Regisseurin bis hin zu ihrem toll aufgelegten Ensemble mit dem Johnny Depp evozierenden Cole Sprouse als stummem Untoten-Schönling – dieses kreative Chaos ohne Rücksicht auf Verluste zu umarmen, machen den besonderen Reiz und Charmes dieses Films aus. So ungeniert und natürlich gingen Liebe, Sex und Tod auf der großen Leinwand lange keine Verschränkung mehr ein. Spätestens wenn zum Song "On the Wings of Love" abgetrennte Geschlechtsorgane in Zeitlupe durch die Luft wirbeln, kringelt man sich vor Kichern im Kinosessel. Wann hat man so etwas schon einmal gesehen? Eben!

Fazit: "Lisa Frankenstein" ist das Langfilmdebüt der Regisseurin Zelda Williams – und was für eins! Nach einem schaurig-schrägen Drehbuch von Diablo Cody kennt Williams keine Scheu, Liebe, Sex und Tod in einer absurden Melange auf die große Leinwand zu zaubern. Wer makabere Komödien liebt, wird sich vor Kichern kringeln.




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Besetzung & Crew von "Lisa Frankenstein"

Land: USA
Jahr: 2024
Genre: Komödie, Horror
Länge: 101 Minuten
Kinostart: 22.02.2024
Regie: Zelda Williams
Darsteller: Kathryn Newton als Lisa, Liza Soberano als Taffy, Jenna Davis als Lori, Trina LaFargue als Tricia, Paola Andino als Misty
Kamera: Paula Huidobro
Verleih: Universal Pictures International

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