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Slow (2023)

In diesem litauischen Beziehungsdrama nimmt Regisseurin Marija Kavtaradze keine alltägliche Konstellation in den Blick.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.5 / 5

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Elena (Greta Grinevičiūtė) ist Tänzerin und Tanzlehrerin. Bei einem Kurs für gehörlose Jugendliche lernt sie den Dolmetscher Dovydas (Kęstutis Cicėnas) kennen, der ihre Anweisungen an die Teenager in Gebärden übersetzt. Schnell kommen die zwei sich näher, doch einer Beziehung steht Dovydas' Asexualität im Weg. Die zwei versuchen es trotzdem miteinander und werden auf ihrem gemeinsamen Weg immer wieder vor Herausforderungen gestellt.

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"Slow": Die Liebe ist ein langsamer Tanz

Die Gründe, warum Paarbeziehungen scheitern, sind Legion. Kinofilme fokussieren sich allerdings allzu gern auf eine ebenso überschaubare wie erwartbare Anzahl davon. Mal lebt sich das Paar auseinander, mal wird fremdgegangen, mal sich in jemand anderes verliebt, und dann gibt es noch die beliebte Dramaturgie, nie zur richtigen Zeit am richtigen Ort und somit nicht "frei" für die Liebe zu sein. Wie verhält es sich aber, wenn einer der Beteiligten zwar für eine Beziehung offen ist, dafür aber im Grunde bzw. nach unserem gängigen Verständnis von Beziehungen gar nicht infrage kommt? Davon erzählen Kinofilme viel zu selten. "Slow" von Regisseurin und Drehbuchautorin Marija Kavtaradze macht vor, wie es gelingen kann.

Das Hindernis, das die von Greta Grinevičiūtė und Kęstutis Cicėnas gespielten Elena und Dovydas überwinden müssen, ist Dovydas' Asexualität. Und anfangs gehen sie wunderbar damit um. Die zwei hören einander zu, gehen aufeinander ein und versuchen ihr Gegenüber zu verstehen. Als auf ihre jeweils eigene Art Ausgegrenzte mussten Elena und Dovydas in ihrem Leben zunächst selbst mich sich ins Reine kommen. Diese Erfahrung hilft ihnen nun, auf andere vorurteilsfrei zuzugehen. Kavtaradze findet dafür kleine intime Momente, die bald von Zärtlichkeit, bald von Unbeholfenheit bestimmt sind. Ihr Kameramann Laurynas Bareisa filmt all das so grobkörnig, dass das Drama einen spröden Charme versprüht.

Leichtfüßige Einlagen, ruhiger Rhythmus

Völlig frei von Konventionen ist aber auch Kavtaradzes Drehbuch nicht. In ihrer Beziehung zunehmend unzufriedener, weil unbefriedigt, verfällt auch Elena in altbekannte Muster. Schön ist jedoch, dass der erwartbare große Knall ausbleibt und die Beziehung stattdessen so leise und sanft zu Ende geht, wie sie begonnen hat.

Wie bereits der Titel verrät, lassen Elena und Dovydas ihre Beziehung langsam angehen. Dementsprechend getragen ist der Erzählrhythmus dieses Dramas, auf den man sich als Zuschauer einlassen muss. Neben einer Liebesgeschichte, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt, wird man mit tollen Tanzaufführungen und noch viel schöneren spontanen Tanzeinlagen belohnt. Dann hängt das Paar bei einem Tänzchen im Wohnzimmer gemeinsam Wäsche auf, tanzt auf einer Hochzeit ganz allein oder im Spiegel einer Kneipe miteinander. Leichtfüßige Momente, die man sich in jeder Beziehung wünscht.

Fazit: Die Regisseurin und Drehbuchautorin Marija Kavtaradze hat mit "Slow" einen ruhigen und geerdeten Liebesfilm über ein kompliziertes Thema gedreht. Das Drama steckt voller Verständnis, Offenheit und leichtfüßiger Momente, die man sich in jeder Beziehung wünscht.




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Besetzung & Crew von "Slow"

Land: Litauen, Spanien, Schweden
Jahr: 2023
Genre: Drama, Romantik
Länge: 108 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 21.03.2024
Regie: Marija Kavtaradze
Darsteller: Greta Grineviciute, Kestutis Cicenas, Pijus Ganusauskas, Laima Akstinaite, Vaiva Zymante
Kamera: Laurynas Bareisa
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

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