
© Constantin Film
Der Medicus 2 (2024)
The Physician II
Nach dem riesigen Erfolg von "Der Medicus“ vor 12 Jahren kommt nun Philipp Stölzls Fortsetzung des Historienepos in die Kinos.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.
11. Jahrhundert: Nach seiner Flucht aus Persien strandet der Medicus Rob Cole (Tom Payne) mit seinen Weggefährten in seiner alten Heimat London, um sein medizinisches Wissen zu nutzen und unters Volk zu bringen. Bei den dortigen Eliten und beim Königshaus stoßen die Methoden von Cole und seiner ihm treu ergebenen Heiler jedoch auf Skepsis. Dennoch bittet ihn der britische König (Liam Cunningham), seiner an Wahnvorstellungen und Depressionen erkrankten Tochter zu helfen. Ein völlig neues Feld für den Medicus: Erstmals muss er sich mit Seelenheilungen und somit der Komplexität der menschlichen Psyche beschäftigen. Kann er der kranken jungen Frau helfen? Woher kommen ihre Qualen und welche Rolle spielt die undurchsichtige Gemahlin (Emily Cox) des Königs?
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Filmkritik
Die Erforschung der seelischen Leiden
Über zehn Jahre nach dem Original schiebt Regisseur Philipp Stölzl den zweiten Teil nach und lässt den Helden in seine angelsächsische Heimat zurückkehren. Der Filmemacher und sein Drehbuchautor Jan Berger entwickelten eine komplett neue Story und tauschten fast die vollständige Crew. Das bringt frischen Wind in die Szenerie, jedoch wiederholt die Fortsetzung einige Fehler des Vorgängers.
"Der Medicus 2“ beginnt jedoch zunächst wie ein rasantes Abenteuerspektakel und geht in den ersten zehn Minuten gleich "in die Vollen“. Cole und seine Getreuen geraten auf ihrem Schiff nach der Abreise aus Isfahan in einen heftigen Sturm. Stölzl inszeniert diesen schier aussichtslosen Überlebenskampf auf der tosenden, unerbittlichen See und gegen die Naturgewalten audiovisuell derart dringlich und fesselnd, dass man sich stellenweise in Wolfgang Petersens aufregendem 2000er-Katastrophen-Klassiker "Der Sturm“ wähnt.
Visuell berauschendes Epos
Doch das war es dann auch erst einmal mit Spannung und unerwarteten Ereignissen. Stattdessen setzt Stölzl in den folgenden 60 Minuten auf Entschleunigung und, man muss es so sagen, gepflegte Langweile. Wir beobachten Cole und sein "Ärzteteam“ die meiste Zeit dabei, wie sie in den Elendsvierteln außerhalb der Stadtmauern (und gelegentlich im Königspalast) ihre Heilmethoden und unorthodoxen Verfahren an den unter allerlei Wehwehchen leidenden Städtern vollziehen. Unfreiwillig komisch geraten hierbei einige alternative rituelle Heilungsmethoden, bei denen sich der Medicus und seine Helfer seltsamer Gesänge und abstruser Tänze bedienen.
Während dieser Zeit kommt man weder den (Neben-) Figuren näher, noch erschließt sich einem die Botschaft des Gezeigten. Am stärksten ist "Der Medicus 2“ immer dann, wenn sich Stölzl an die Vorzüge und Lichtblicke des Vorgängers erinnert. Vor allem ab der zweiten Hälfte, wenn es den Medicus in den Norden Englands zieht, überzeugt der Film durch seine detailreichen Kulissen und die landschaftlichen Weiten. Die üppigen Sets, darunter eine beeindruckende mittelalterliche Klosteranlage und eine Burg, versetzen zusammen mit den prächtigen, authentischen Kostümen glaubhaft in die Zeit des europäischen Hochmittelalters.
Fazit: "Der Medicus 2“ ist ein erlesen ausgestattetes, visuell überzeugendes Historien-Abenteuer mit gut aufgelegten Schauspielern. Schauwerte und gute Darsteller machen aber noch lange keinen guten Film – vor allem, wenn es an Charakteren mit Tiefgang und Identifikationspotential mangelt. Einige der Neuerungen (etwa der fast komplett ausgetauschte Cast) sind mutig und sorgen für frischen Wind. Andererseits wiederholen die Macher einige Fehler des Vorgängers – inklusive einer ärgerlich oberflächlichen Behandlung vieler Figuren und Themen.
Über zehn Jahre nach dem Original schiebt Regisseur Philipp Stölzl den zweiten Teil nach und lässt den Helden in seine angelsächsische Heimat zurückkehren. Der Filmemacher und sein Drehbuchautor Jan Berger entwickelten eine komplett neue Story und tauschten fast die vollständige Crew. Das bringt frischen Wind in die Szenerie, jedoch wiederholt die Fortsetzung einige Fehler des Vorgängers.
"Der Medicus 2“ beginnt jedoch zunächst wie ein rasantes Abenteuerspektakel und geht in den ersten zehn Minuten gleich "in die Vollen“. Cole und seine Getreuen geraten auf ihrem Schiff nach der Abreise aus Isfahan in einen heftigen Sturm. Stölzl inszeniert diesen schier aussichtslosen Überlebenskampf auf der tosenden, unerbittlichen See und gegen die Naturgewalten audiovisuell derart dringlich und fesselnd, dass man sich stellenweise in Wolfgang Petersens aufregendem 2000er-Katastrophen-Klassiker "Der Sturm“ wähnt.
Visuell berauschendes Epos
Doch das war es dann auch erst einmal mit Spannung und unerwarteten Ereignissen. Stattdessen setzt Stölzl in den folgenden 60 Minuten auf Entschleunigung und, man muss es so sagen, gepflegte Langweile. Wir beobachten Cole und sein "Ärzteteam“ die meiste Zeit dabei, wie sie in den Elendsvierteln außerhalb der Stadtmauern (und gelegentlich im Königspalast) ihre Heilmethoden und unorthodoxen Verfahren an den unter allerlei Wehwehchen leidenden Städtern vollziehen. Unfreiwillig komisch geraten hierbei einige alternative rituelle Heilungsmethoden, bei denen sich der Medicus und seine Helfer seltsamer Gesänge und abstruser Tänze bedienen.
Während dieser Zeit kommt man weder den (Neben-) Figuren näher, noch erschließt sich einem die Botschaft des Gezeigten. Am stärksten ist "Der Medicus 2“ immer dann, wenn sich Stölzl an die Vorzüge und Lichtblicke des Vorgängers erinnert. Vor allem ab der zweiten Hälfte, wenn es den Medicus in den Norden Englands zieht, überzeugt der Film durch seine detailreichen Kulissen und die landschaftlichen Weiten. Die üppigen Sets, darunter eine beeindruckende mittelalterliche Klosteranlage und eine Burg, versetzen zusammen mit den prächtigen, authentischen Kostümen glaubhaft in die Zeit des europäischen Hochmittelalters.
Fazit: "Der Medicus 2“ ist ein erlesen ausgestattetes, visuell überzeugendes Historien-Abenteuer mit gut aufgelegten Schauspielern. Schauwerte und gute Darsteller machen aber noch lange keinen guten Film – vor allem, wenn es an Charakteren mit Tiefgang und Identifikationspotential mangelt. Einige der Neuerungen (etwa der fast komplett ausgetauschte Cast) sind mutig und sorgen für frischen Wind. Andererseits wiederholen die Macher einige Fehler des Vorgängers – inklusive einer ärgerlich oberflächlichen Behandlung vieler Figuren und Themen.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Der Medicus 2"
Land: DeutschlandJahr: 2024
Genre: Drama
Originaltitel: The Physician II
Länge: 142 Minuten
Kinostart: 25.12.2025
Regie: Philipp Stölzl
Darsteller: Aidan Gillen als Hunne, Liam Cunningham als Canute, Owen Teale als Godwin, Sara Kestelman als Morrigan, Tom Payne als Rob Cole
Kamera: Frank Griebe
Verleih: Constantin Film
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