
© Constantin Film
Der perfekte Urlaub (2025)
Die Clique aus "Das perfekte Geheimnis“ trifft sich auf Mallorca wieder – und hat mehr Beziehungsballast als Badegepäck dabei.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Nach jenem verhängnisvollen Abend, an dem sämtliche Handygeheimnisse auf den Tisch kamen, brauchen Leo (Elyas M’Barek), Pepe (Florian David Fitz), Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Simon (Frederick Lau) dringend eine Auszeit. Mallorca soll es richten. Doch kaum sind die Männer angekommen, stehen plötzlich auch Leos Frau Carlotta (Karoline Herfurth), Roccos Frau Eva (Jessica Schwarz), deren Tochter Sophie (Emily Kusche) und Carlottas Freundin Maus (Diana Amft) vor der Tür. Nicht nur das: Alle sollen in derselben Finca wohnen. Aus dem Männerurlaub wird ein unfreiwilliges Gruppentreffen, bei dem alte Eifersüchteleien und ungeklärte Streitigkeiten schnell wieder hochkochen. Als die Ferienvilla auch noch abbrennt, bleibt nur der Umzug in ein All-inclusive-Hotel am Ballermann. Dort gibt es Cocktails, Buffets und Daueranimation im Überfluss – bloß keinen Abstand voneinander.
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Filmkritik
"Der perfekte Urlaub“: Am Pool ist mehr los als in den Beziehungen
Was macht man mit den Figuren eines erfolgreichen Films, wenn die Geschichte eigentlich auserzählt ist? Man schickt sie in den Urlaub. Bora Dagtekin hat damit bereits bei "Fack ju Göhte 2“ gute Erfahrungen gemacht. Nun darf sich auch die Clique aus "Das perfekte Geheimnis“ auf Reisen begeben. Statt Handybeichten bei einem gemeinsamen Abendessen stehen diesmal Sonne, Strand und All-inclusive auf dem Programm. Die Geheimnisse sind zwar größtenteils gelüftet, die Probleme deshalb aber noch lange nicht gelöst.
Das ist zunächst einmal eine ziemlich bequeme Ausgangslage für eine Fortsetzung. Während der Vorgänger von 2019 mit seinem ebenso einfachen wie wirkungsvollen Handyspiel einen originellen Aufhänger hatte, müssen nun die alten Beziehungskonflikte als Motor der Geschichte herhalten. Dass sich ausgerechnet alle Beteiligten eher zufällig auf Mallorca begegnen, wirkt zwar reichlich konstruiert. Aber geschenkt. Schließlich darf eine Komödie für ihren Spaß auch mal ein wenig an der Wahrscheinlichkeit drehen.
Weniger großzügig ist man, wenn die Figuren anschließend ihre Beziehungsprobleme ausdiskutieren. Und dafür nehmen sie sich reichlich Zeit. Ständig muss jemand erklären, warum er sich verletzt fühlt, was der andere falsch gemacht hat und welche tiefere Ursache hinter seinem Verhalten steckt. Das klingt bisweilen nach einer Gruppentherapie, bei der allerdings niemand über sonderlich fundierte psychologische Kenntnisse verfügt - auch Psychologin Eva nicht. Viel Küchenpsychologie also, dazu bekannte Klischees und Entwicklungen, die man meist schon lange kommen sieht. Besonders überraschend ist das alles nicht.
Zum Glück hat Dagtekin noch einen anderen Schauplatz im Angebot. Sobald die Reisegesellschaft im Clubhotel landet, wird es nämlich deutlich lustiger. Hier nimmt die Komödie die Eigenheiten des deutschen Pauschaltourismus aufs Korn, und das mit einigem Vergnügen. Ob aufdringliche Animateure, alberne Gruppentänze oder Urlauber, die sich begeistert jedem angebotenen Freizeitspaß hingeben: Da sitzt so mancher Seitenhieb. Besonders schön ist der eigens komponierte Clubsong, der sich mit penetranter Fröhlichkeit in die Gehörgänge frisst. Auch die Überheblichkeit jener Gäste, die sich für viel zu individuell halten, um gewöhnliche Pauschaltouristen zu sein, bekommt ihr Fett weg.
Solche Beobachtungen hätten ruhig noch mehr Raum einnehmen dürfen. Stattdessen kehrt der Film immer wieder zu seinen vorhersehbaren Liebeswirren zurück. Immerhin können sich die Darsteller dabei aufeinander verlassen. Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Florian David Fitz und ihre Kollegen sind ein hervorragend eingespieltes Ensemble, das selbst aus mäßigen Dialogen noch einiges herausholt. Auch Diana Amft fügt sich als Neuzugang bestens ein. Den Gastauftritt der No Angels hätte man sich dagegen ebenso sparen können wie den kurzen Einsatz von Jella Haase, der vor allem nach einer Pflichtübung aussieht.
Mit 117 Minuten nimmt sich "Der perfekte Urlaub“ reichlich Zeit für seine vielen Figuren. Einen wirklich mitreißenden gemeinsamen Spannungsbogen entwickelt er dabei allerdings nicht. Und wenn zum Schluss die Beziehungsknoten allzu ordentlich entwirrt werden, ist das eher dem Wunsch nach einem versöhnlichen Finale als der inneren Logik der Geschichte geschuldet. Ein Hintertürchen für Teil drei bleibt selbstverständlich offen.
Fazit: "Der perfekte Urlaub“ ist eine durchaus vergnügliche, aber kaum notwendige Fortsetzung. Das bestens aufgelegte Ensemble und die herrlich überzeichneten Cluburlaub-Szenen machen Spaß. Die vorhersehbaren Beziehungskrisen, abgegriffenen Klischees und küchenpsychologischen Gespräche hätte man dagegen gerne zu Hause gelassen.
Was macht man mit den Figuren eines erfolgreichen Films, wenn die Geschichte eigentlich auserzählt ist? Man schickt sie in den Urlaub. Bora Dagtekin hat damit bereits bei "Fack ju Göhte 2“ gute Erfahrungen gemacht. Nun darf sich auch die Clique aus "Das perfekte Geheimnis“ auf Reisen begeben. Statt Handybeichten bei einem gemeinsamen Abendessen stehen diesmal Sonne, Strand und All-inclusive auf dem Programm. Die Geheimnisse sind zwar größtenteils gelüftet, die Probleme deshalb aber noch lange nicht gelöst.
Das ist zunächst einmal eine ziemlich bequeme Ausgangslage für eine Fortsetzung. Während der Vorgänger von 2019 mit seinem ebenso einfachen wie wirkungsvollen Handyspiel einen originellen Aufhänger hatte, müssen nun die alten Beziehungskonflikte als Motor der Geschichte herhalten. Dass sich ausgerechnet alle Beteiligten eher zufällig auf Mallorca begegnen, wirkt zwar reichlich konstruiert. Aber geschenkt. Schließlich darf eine Komödie für ihren Spaß auch mal ein wenig an der Wahrscheinlichkeit drehen.
Weniger großzügig ist man, wenn die Figuren anschließend ihre Beziehungsprobleme ausdiskutieren. Und dafür nehmen sie sich reichlich Zeit. Ständig muss jemand erklären, warum er sich verletzt fühlt, was der andere falsch gemacht hat und welche tiefere Ursache hinter seinem Verhalten steckt. Das klingt bisweilen nach einer Gruppentherapie, bei der allerdings niemand über sonderlich fundierte psychologische Kenntnisse verfügt - auch Psychologin Eva nicht. Viel Küchenpsychologie also, dazu bekannte Klischees und Entwicklungen, die man meist schon lange kommen sieht. Besonders überraschend ist das alles nicht.
Zum Glück hat Dagtekin noch einen anderen Schauplatz im Angebot. Sobald die Reisegesellschaft im Clubhotel landet, wird es nämlich deutlich lustiger. Hier nimmt die Komödie die Eigenheiten des deutschen Pauschaltourismus aufs Korn, und das mit einigem Vergnügen. Ob aufdringliche Animateure, alberne Gruppentänze oder Urlauber, die sich begeistert jedem angebotenen Freizeitspaß hingeben: Da sitzt so mancher Seitenhieb. Besonders schön ist der eigens komponierte Clubsong, der sich mit penetranter Fröhlichkeit in die Gehörgänge frisst. Auch die Überheblichkeit jener Gäste, die sich für viel zu individuell halten, um gewöhnliche Pauschaltouristen zu sein, bekommt ihr Fett weg.
Solche Beobachtungen hätten ruhig noch mehr Raum einnehmen dürfen. Stattdessen kehrt der Film immer wieder zu seinen vorhersehbaren Liebeswirren zurück. Immerhin können sich die Darsteller dabei aufeinander verlassen. Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Florian David Fitz und ihre Kollegen sind ein hervorragend eingespieltes Ensemble, das selbst aus mäßigen Dialogen noch einiges herausholt. Auch Diana Amft fügt sich als Neuzugang bestens ein. Den Gastauftritt der No Angels hätte man sich dagegen ebenso sparen können wie den kurzen Einsatz von Jella Haase, der vor allem nach einer Pflichtübung aussieht.
Mit 117 Minuten nimmt sich "Der perfekte Urlaub“ reichlich Zeit für seine vielen Figuren. Einen wirklich mitreißenden gemeinsamen Spannungsbogen entwickelt er dabei allerdings nicht. Und wenn zum Schluss die Beziehungsknoten allzu ordentlich entwirrt werden, ist das eher dem Wunsch nach einem versöhnlichen Finale als der inneren Logik der Geschichte geschuldet. Ein Hintertürchen für Teil drei bleibt selbstverständlich offen.
Fazit: "Der perfekte Urlaub“ ist eine durchaus vergnügliche, aber kaum notwendige Fortsetzung. Das bestens aufgelegte Ensemble und die herrlich überzeichneten Cluburlaub-Szenen machen Spaß. Die vorhersehbaren Beziehungskrisen, abgegriffenen Klischees und küchenpsychologischen Gespräche hätte man dagegen gerne zu Hause gelassen.
Markus Solty
TrailerAlle "Der perfekte Urlaub"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Der perfekte Urlaub"
Land: DeutschlandJahr: 2025
Genre: Drama, Komödie, Romantik
Kinostart: 22.10.2026
Regie: Bora Dagtekin
Darsteller: Jessica Schwarz, Frederick Lau, Jella Haase, Karoline Herfurth, Elyas M'Barek
Verleih: Constantin Film







