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Calle Málaga   Ein Zuhause in Tanger
Calle Málaga Ein Zuhause in Tanger
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Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger (2025)

Calle Málaga

Im dritten abendfüllenden Spielfilm der Regisseurin und Drehbuchautorin Maryam Touzani geht es bedeutend lustiger zu als noch in ihren ersten zwei.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
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Einst war Tanger ein spanisches Protektorat, weshalb bis heute viele spanischstämmige Menschen in der marokkanischen Metropole leben. María Ángeles Muñoz (Carmen Maura) ist eine davon. Sie ist in der nordafrikanischen Hafenstadt geboren und wohnt seit 40 Jahren in der Calle Málaga, in der Spanisch gesprochen wird. Doch das könnte sich bald ändern.

Die überalterte Gemeinschaft nimmt stetig ab, weil es viele junge Menschen zurück nach Spanien zieht. María Ángeles' Tochter Clara (Marta Etura) zählt dazu. Sie lebt mit ihren zwei Kindern in Madrid, wo sie die Hilfe ihrer Mutter gut gebrauchen könnte. Doch María Ángeles ist ein Sturkopf.

Als Clara die Wohnung in der Calle Málaga, die ihr von ihrem Vater vererbt wurde, verkaufen möchte, zieht ihre Mutter nicht wie gewünscht zu ihr nach Madrid, sondern in ein Altenheim. Dort bleibt sie aber nicht lang. Mit Chuzpe, Witz, Geschäftssinn, der Hilfe ihrer ehemaligen Nachbarn und des Antiquitätenhändlers Abslam (Ahmed Boulane) schlägt María Ángeles ein spannendes und unerwartet romantisches neues Kapitel ihres Lebens auf.

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Calle Málaga - María Ángeles (Carmen Maura) kämpft...hause

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"Calle Málaga": Fremde Heimat, Heimat in der Fremde

Wenn María Ángeles (Carmen Maura) auf den kleinen Balkon ihrer großen Altbauwohnung tritt, die Blumen gießt, eine Nachbarin grüßt und das bunte Treiben auf der Straße verfolgt, dann strahlt die alte Dame wie ein junger Hüpfer. In ihrem Viertel kennt sie jeden Ladenbesitzer und jede Gemüsehändlerin beim Namen. Seit 40 Jahren ist sie hier zu Hause. Doch die Calle Málaga, die nach Andalusiens zweitgrößter Stadt benannte Straße, in der sie wohnt, liegt nicht etwa irgendwo in Spanien. María Ángeles lebt im spanischsprachigen Teil der marokkanischen Millionenmetropole Tanger.

Hier, nicht weit von der Calle Málaga entfernt, ist María Ángeles als Tochter spanischer Exilanten geboren und hier will sie später einmal begraben werden. Doch ihre eigene Tochter Clara (Marta Etura) hat andere Pläne. Die geschiedene Mutter zweier Kinder braucht dringend Geld, will María Ángeles' Wohnung deshalb verkaufen und sähe es am liebsten, wenn sie zu ihr nach Madrid zöge, um auf die Enkelkinder aufzupassen. Doch der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. María Ángeles kann genauso trotzig wie Clara sein – und verfolgt alsbald ihren eigenen, sehr eigenwilligen und einfallsreichen Plan.

Sanfter Wohlfühlfilm

Nach "Adam" (2019) und "Das Blau des Kaftans" (2022) legt Maryam Touzani mit "Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger" ihren dritten abendfüllenden Spielfilm als Regisseurin vor – und bleibt sich treu. Ein weiteres Mal erzählt die 1980 geborene Filmemacherin von etwas, das sie aus ihrem eigenen Leben kennt. Denn sie ist "überzeugt, dass jedes Werk, das wir schaffen, ein Echo jener Spuren ist, die das Leben in uns hinterlässt". Und abermals wechselt die Regisseurin, die als Drehbuchautorin auch an den Filmen ihres Ehemanns Nabil Ayouch (zuletzt: "Alle lieben Touda") beteiligt ist et vice versa, dafür den Handlungsort. Nach Casablanca und Salé geht es diesmal in die Hafenstadt, in der nicht nur Touzanis spanischstämmige Großmutter aufgewachsen ist. Tanger ist auch Touzanis Heimatstadt, der sie mit diesem Film ein kleines Denkmal setzt.

Im Gegensatz zu ihrem Ehemann Nabil Ayouch wählt Maryam Touzani inszenatorisch einen ruhigeren, sanfteren und sinnlicheren Weg. Das von ihr selbst (in Zusammenarbeit mit Ayouch) verfasste Drehbuch steckt zwar voller kleiner amüsanter Wendepunkte, schlägt aber keine harten Volten. Stattdessen erzählt es unaufgeregt, einfach und chronologisch von den Fährnissen des Alterns, von familiären Komplikationen, einer gewitzten Geschäftsidee und einer unerwarteten Romanze. Die Kamera von Virginie Surdej hält sich zurück und überlässt voll und ganz der Protagonistin die Bühne.

Und was für eine Hauptdarstellerin das ist! Mit Carmen Maura, der großen Muse Pedro Almodóvars aus dessen Anfangstagen, hätte Maryam Touzani keine bessere Besetzung finden können. Maura brilliert und schreckt selbst vor gewagten Szenen nicht zurück in einem Film, der bei allem Drama über die Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und Vergänglichkeit zuvörderst ein tragikomisches Feel Good Movie geworden ist. Die auch vor der Kamera sichtlich gute Stimmung quittierten die Zuschauer bei den 82. Filmfestspielen von Venedig in der Sektion Spotlight mit dem Publikumspreis.

Fazit: "Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger" ist der dritte abendfüllende Spielfilm der marokkanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Maryam Touzani, in dem es deutlich amüsanter zugeht als in ihren ersten zwei Dramen. Vielleicht liegt es ja daran, dass Touzani in ihrer Heimatstadt Tanger gedreht hat, der sie mit dieser tragikomischen Geschichte über Heimat, Familie und das Alter(n) ein kleines Denkmal setzt. Hauptdarstellerin Carmen Maura ist jedenfalls eine Wucht.




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Besetzung & Crew von "Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger"

Land: Frankreich, Spanien, Deutschland, Belgien, Marokko
Jahr: 2025
Genre: Drama, Romantik
Originaltitel: Calle Málaga
Länge: 116 Minuten
Kinostart: 26.03.2026
Regie: Maryam Touzani
Darsteller: Carmen Maura, Marta Etura, María Alfonsa Rosso, Ahmed Boulane, Miguel Garcés
Kamera: Virginie Surdej
Verleih: Pandora Film

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