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A Useful Ghost (2025)
A useful ghost
Thailands Oscarbeitrag über eine Frau, die nach ihrem Tod zu ihrem Mann zurückkehrt – als Geist in einem Staubsauger.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Ein Mann (Wisarut Homhuan), der sich selbst als "academic ladyboy" bezeichnet, leidet unter dem Dreck, der von einer nahegelegenen Baustelle aufgewirbelt wird; also kauft er sich einen neuen Staubsauger. Doch das Haushaltsgerät hält den Mann durch ein lautes Husten vom Schlafen ab. Von einem Service-Mitarbeiter (Wanlop Rungkumjad) des Herstellers, der ihm einen Hausbesuch abstattet, erfährt der Mann eine unglaubliche Geschichte.
Als ein Mitarbeiter der Elektronikfirma mitten in der Fabrik an den Folgen einer Staubbelastung starb, fuhr sein Geist in die Maschinen der Fertigungshalle. Damit war er allerdings nicht der einzige Verstorbene, der Besitz von technischen Geräten ergriffen hat. Auch Nat (Davika Hoorne), die Schwiegertochter der Firmenchefin Suman (Apasiri Nitibhon), ist von den Toten zurückgekehrt. In Gestalt eines roten Staubsaugers versucht sie seitdem, ihrem trauernden Ehemann March (Wisarut Himmarat) ein nützlicher Geist zu sein. Doch bald schon zeitigt ihr Verhalten Folgen, die bis in höchste politische Kreise um den Minister Dr. Paul (Gandhi Wasuvitchayagit) reichen.
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Filmkritik
"A Useful Ghost": Gespenstergeschichten
Wie in vielen asiatischen Ländern ist der Glaube an Geister auch in Thailand besonders ausgeprägt. Und weil diese untoten Wesen viel stärker als bei uns im Westen positiv konnotiert sind, bevölkern sie mehr als nur das Horrorgenre. Eins der berühmtesten Filmbeispiele dürfte das fiebertraumhafte Drama "Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben" (2010) sein, für das dessen Regisseur Apichatpong Weerasethakul als erster Thailänder überhaupt die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes erhielt. Eine der berühmtesten Geistergeschichten des Landes wiederum ist die Legende von Mae Nak, die auch dem vorliegenden Film zugrunde liegt. Traumhaft geht es auch darin zu. Doch anders als Weerasethakul in "Uncle Boonmee" setzt der Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke in seinem Debüt "A Useful Ghost" statt auf den sinnlichen Sog halluzinatorischer Bilder voll und ganz auf die befreiende Wirkung absurden Theaters.
Absurder Geist in der Maschine
Die weibliche Hauptrolle spielt der Superstar Davika Hoorne. Die 1992 geborene Thailänderin ist mit mehr als 18 Millionen Followern nicht nur die populärste Social-Media-Persönlichkeit des südostasiatischen Staats, sie spielte auch in "Pee Mak" (2013), dem erfolgreichsten thailändischen Film aller Zeiten, mit. Funfact am Rande: Auch diese Horrorkomödie basiert auf der Legende von Mae Nak. In "A Useful Ghost" dient die Geschichte über eine während der Geburt ihres Kindes ums Leben gekommene Frau, die als Geist auf die Rückkehr ihres Ehemanns wartet, jedoch nur als Aufhänger, um eine gänzlich andere Richtung einzuschlagen. Denn in "A Useful Ghost" stecken die Gespenster in Maschinen.
Ganz so philosophisch wie beim Engländer Gilbert Ryle (1900–1976), auf den der Begriff "ghost in the machine" zurückgeht, geht es bei Ratchapoom Boonbunchachoke zwar nicht zu. Dafür höchst amüsant, ausgesprochen einfallsreich und unterschwellig politisch. Der aufgewirbelte Staub, der die Rahmenhandlung in Gang bringt, ist ebenso doppelt konnotiert wie der Geist, der dem Film seinen Namen gibt. Beides ist einerseits ganz wörtlich und andererseits sinnbildlich zu verstehen. Geister wie Nat (ob in menschlicher Form oder in Gestalt eines Staubsaugers) entsprechen gleichermaßen der Realität auf der Handlungsebene, wie sie im übertragenen Sinn für die Geister der Vergangenheit stehen. Im konkreten Fall heißt das: für die Toten aus Kriegen, Massakern und politischen Morden, die die dafür Verantwortlichen in ihren Albträumen heimsuchen und von denen die Täter von einst sich vermittels eines eigens dafür eingerichteten Traumlabors ein für alle Mal befreien wollen.
Abschweifend originell
Wie der Debütant Boonbunchachoke all das zu einem absurden bis abstrusen Liebesfilm verwebt, der nicht nur lustig und zugleich zärtlich, originell und poetisch, sondern stets auch politisch ist, ohne dabei bedeutungsschwanger zu geraten, das ist wahrhaft meisterlich – allerdings auch weit von aktuellen westlichen Sehgewohnheiten entfernt. Die ausgeklügelte Kadrage, bei der immer exakt das im Filmbild zu sehen ist, was unbedingt nötig ist, erinnert mehr an alte Stummfilme als an zeitgenössisches Kino. Und was die Narration anbelangt, muss man als Publikum viel Sitzfleisch und graue Zellen mitbringen, so verschachtelt, verschlungen, ausufernd und abschweifend erzählt Boonbunchachoke seinen ersten Film. Am Ende wird man mit einer magischen Kombination belohnt, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Fazit: Eines der besten Langfilmdebüts des Jahres stammt aus Thailand. Ratchapoom Boonbunchachoke legt mit "A Useful Ghost" einen ebenso absurden wie erzählerisch verspielten Liebesfilm mit politischen Untertönen vor. Bei den Filmfestspielen von Cannes wurde er dafür mit dem Großen Preis der Semaine de la Critique prämiert. Eine einzigartige Kombination, die man nicht alle Tage im Kino zu sehen bekommt!
Wie in vielen asiatischen Ländern ist der Glaube an Geister auch in Thailand besonders ausgeprägt. Und weil diese untoten Wesen viel stärker als bei uns im Westen positiv konnotiert sind, bevölkern sie mehr als nur das Horrorgenre. Eins der berühmtesten Filmbeispiele dürfte das fiebertraumhafte Drama "Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben" (2010) sein, für das dessen Regisseur Apichatpong Weerasethakul als erster Thailänder überhaupt die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes erhielt. Eine der berühmtesten Geistergeschichten des Landes wiederum ist die Legende von Mae Nak, die auch dem vorliegenden Film zugrunde liegt. Traumhaft geht es auch darin zu. Doch anders als Weerasethakul in "Uncle Boonmee" setzt der Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke in seinem Debüt "A Useful Ghost" statt auf den sinnlichen Sog halluzinatorischer Bilder voll und ganz auf die befreiende Wirkung absurden Theaters.
Absurder Geist in der Maschine
Die weibliche Hauptrolle spielt der Superstar Davika Hoorne. Die 1992 geborene Thailänderin ist mit mehr als 18 Millionen Followern nicht nur die populärste Social-Media-Persönlichkeit des südostasiatischen Staats, sie spielte auch in "Pee Mak" (2013), dem erfolgreichsten thailändischen Film aller Zeiten, mit. Funfact am Rande: Auch diese Horrorkomödie basiert auf der Legende von Mae Nak. In "A Useful Ghost" dient die Geschichte über eine während der Geburt ihres Kindes ums Leben gekommene Frau, die als Geist auf die Rückkehr ihres Ehemanns wartet, jedoch nur als Aufhänger, um eine gänzlich andere Richtung einzuschlagen. Denn in "A Useful Ghost" stecken die Gespenster in Maschinen.
Ganz so philosophisch wie beim Engländer Gilbert Ryle (1900–1976), auf den der Begriff "ghost in the machine" zurückgeht, geht es bei Ratchapoom Boonbunchachoke zwar nicht zu. Dafür höchst amüsant, ausgesprochen einfallsreich und unterschwellig politisch. Der aufgewirbelte Staub, der die Rahmenhandlung in Gang bringt, ist ebenso doppelt konnotiert wie der Geist, der dem Film seinen Namen gibt. Beides ist einerseits ganz wörtlich und andererseits sinnbildlich zu verstehen. Geister wie Nat (ob in menschlicher Form oder in Gestalt eines Staubsaugers) entsprechen gleichermaßen der Realität auf der Handlungsebene, wie sie im übertragenen Sinn für die Geister der Vergangenheit stehen. Im konkreten Fall heißt das: für die Toten aus Kriegen, Massakern und politischen Morden, die die dafür Verantwortlichen in ihren Albträumen heimsuchen und von denen die Täter von einst sich vermittels eines eigens dafür eingerichteten Traumlabors ein für alle Mal befreien wollen.
Abschweifend originell
Wie der Debütant Boonbunchachoke all das zu einem absurden bis abstrusen Liebesfilm verwebt, der nicht nur lustig und zugleich zärtlich, originell und poetisch, sondern stets auch politisch ist, ohne dabei bedeutungsschwanger zu geraten, das ist wahrhaft meisterlich – allerdings auch weit von aktuellen westlichen Sehgewohnheiten entfernt. Die ausgeklügelte Kadrage, bei der immer exakt das im Filmbild zu sehen ist, was unbedingt nötig ist, erinnert mehr an alte Stummfilme als an zeitgenössisches Kino. Und was die Narration anbelangt, muss man als Publikum viel Sitzfleisch und graue Zellen mitbringen, so verschachtelt, verschlungen, ausufernd und abschweifend erzählt Boonbunchachoke seinen ersten Film. Am Ende wird man mit einer magischen Kombination belohnt, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Fazit: Eines der besten Langfilmdebüts des Jahres stammt aus Thailand. Ratchapoom Boonbunchachoke legt mit "A Useful Ghost" einen ebenso absurden wie erzählerisch verspielten Liebesfilm mit politischen Untertönen vor. Bei den Filmfestspielen von Cannes wurde er dafür mit dem Großen Preis der Semaine de la Critique prämiert. Eine einzigartige Kombination, die man nicht alle Tage im Kino zu sehen bekommt!
Falk Straub
TrailerAlle "A Useful Ghost"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "A Useful Ghost"
Land: Thailand, Frankreich, Singapur, DeutschlandJahr: 2025
Genre: Drama, Komödie, Fantasy
Originaltitel: A useful ghost
Länge: 130 Minuten
Kinostart: 26.03.2026
Regie: Ratchapoom Boonbunchachoke
Darsteller: Davika Hoorne, Wanlop Rungkamjad, Wisarut Homhuan, Wisarut Himmarat, Apasiri Nitibhon
Kamera: Pasit Tandaechanurat
Verleih: Little Dream Entertainment GmbH
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