
© Gmfilms
Only Good Things (2025)
Apenas Coisas Boas
Liebesdrama über einen Motorradfahrer, der nach einem Unfall von einem Bauern bei sich aufgenommen wird. In der Folge entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
1984: Antônio (Lucas Drummond) lebt zurückgezogen im ländlichem Brasilien auf einer einsamen Farm. Eines Tages entdeckt er Marcelo (Liev Carlos), einen verletzten Motorradfahrer, und nimmt ihn auf. Während António Marcelo gesund pflegt, entwickelt sich zwischen den beiden Männern allmählich eine intensive Beziehung, die ihr Leben tiefgreifend verändert. Doch schon bald trüben gesellschaftliche Erwartungen, lange verdrängte Traumata und familiäre Konflikte die Idylle. Denn es sind die mittleren 80er-Jahre in der Provinz, in der viele Menschen von rückständigen Ansichten und altmodischen Vorstellungen von Liebe durchzogen sind.
Bildergalerie zum Film "Only Good Things"
Hier streamen
Filmkritik
Die Landschaft als Metapher für das Leben
Filmemacher Daniel Nolasco setzt in "Only Good Things“ ganz auf die Kraft der Ästhetik und Entschleunigung – zumindest in der ersten Filmhälfte. In dieser geht es zuvorderst um die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den beiden jungen Männern, die Nolasco in langen Einstellungen und traumwandlerischen Bildern festhält. Die Erotik wird dabei wie selbstverständlich zu einem gleichberechtigten Element von Handlung und Dramaturgie, allerdings verkommt sie nie zum (pornografischen) Selbstzweck.
Stattdessen vertraut "Only Good Things“ auf Sinnlichkeit und erlesene Bildkompositionen, sowohl in den intimen Momenten als auch bei der Betrachtung und Inszenierung der umgebenden Natur. Und des – zutiefst romantisch erscheinenden – Landlebens. Ohnehin kommt der Natur eine wichtige, weil metaphorische Entsprechung zu. Nolasco erzeugt Bilder von unerwarteter Schönheit, wenn er die weiten Landstriche und erhabene Idylle des brasilianischen Hinterlands in elegischen Aufnahmen einfängt.
Verschwimmende Zeitebenen
Die beiden Hauptdarsteller, Carlos und Drummond, zeigen eine grandiose Performance. Beide halten das Charisma und die Rätselhaftigkeit ihrer Figuren bis zum Schluss aufrecht. Das Unerklärliche und Mysteriöse ist zugleich an anderer Stelle jedoch das größte Problem des Films. Denn über die gesamte Zeit bleiben die handelnden Figuren rätselhaft – und deshalb emotional nicht fassbar. Man kommt ihnen nicht wirklich nah und dies ist für einen Liebesfilm, in dem es um die beteiligten Personen und ihre Gefühle geht, fatal.
Dies bleibt auch nach einem unerwarteten Zeitsprung so, wenn Nolasco im weiteren Verlauf Realität, Traum, Zukunft und Erinnerung zunehmend miteinander vermengt. "Only Good Things“ scheitert in diesem Teil der Handlung an sich selbst: Film und Charaktere behaupten Emotionen eher, als sie spürbar zu machen. Und klaren Antworten verweigert sich der Regisseur zudem. Der Mix aus surrealen, traumhaften Szenen und dem – scheinbar – in der Zukunft angesiedelten Teil lässt zwar einerseits Raum für Spekulation und Interpretation. Andererseits bleibt dadurch vieles vage, nur angedeutet und letztlich irritierend.
Fazit: Sich einer stringenten Dramaturgie und linearen Erzählweise verweigernder, visuell betörender und toll gespielter Film, der an vielen Stellen zu kryptisch und rätselhaft ausfällt.
Filmemacher Daniel Nolasco setzt in "Only Good Things“ ganz auf die Kraft der Ästhetik und Entschleunigung – zumindest in der ersten Filmhälfte. In dieser geht es zuvorderst um die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den beiden jungen Männern, die Nolasco in langen Einstellungen und traumwandlerischen Bildern festhält. Die Erotik wird dabei wie selbstverständlich zu einem gleichberechtigten Element von Handlung und Dramaturgie, allerdings verkommt sie nie zum (pornografischen) Selbstzweck.
Stattdessen vertraut "Only Good Things“ auf Sinnlichkeit und erlesene Bildkompositionen, sowohl in den intimen Momenten als auch bei der Betrachtung und Inszenierung der umgebenden Natur. Und des – zutiefst romantisch erscheinenden – Landlebens. Ohnehin kommt der Natur eine wichtige, weil metaphorische Entsprechung zu. Nolasco erzeugt Bilder von unerwarteter Schönheit, wenn er die weiten Landstriche und erhabene Idylle des brasilianischen Hinterlands in elegischen Aufnahmen einfängt.
Verschwimmende Zeitebenen
Die beiden Hauptdarsteller, Carlos und Drummond, zeigen eine grandiose Performance. Beide halten das Charisma und die Rätselhaftigkeit ihrer Figuren bis zum Schluss aufrecht. Das Unerklärliche und Mysteriöse ist zugleich an anderer Stelle jedoch das größte Problem des Films. Denn über die gesamte Zeit bleiben die handelnden Figuren rätselhaft – und deshalb emotional nicht fassbar. Man kommt ihnen nicht wirklich nah und dies ist für einen Liebesfilm, in dem es um die beteiligten Personen und ihre Gefühle geht, fatal.
Dies bleibt auch nach einem unerwarteten Zeitsprung so, wenn Nolasco im weiteren Verlauf Realität, Traum, Zukunft und Erinnerung zunehmend miteinander vermengt. "Only Good Things“ scheitert in diesem Teil der Handlung an sich selbst: Film und Charaktere behaupten Emotionen eher, als sie spürbar zu machen. Und klaren Antworten verweigert sich der Regisseur zudem. Der Mix aus surrealen, traumhaften Szenen und dem – scheinbar – in der Zukunft angesiedelten Teil lässt zwar einerseits Raum für Spekulation und Interpretation. Andererseits bleibt dadurch vieles vage, nur angedeutet und letztlich irritierend.
Fazit: Sich einer stringenten Dramaturgie und linearen Erzählweise verweigernder, visuell betörender und toll gespielter Film, der an vielen Stellen zu kryptisch und rätselhaft ausfällt.
Björn Schneider
TrailerAlle "Only Good Things"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Only Good Things"
Land: USAJahr: 2025
Genre: Drama
Originaltitel: Apenas Coisas Boas
Länge: 104 Minuten
Kinostart: 20.11.2025
Regie: Daniel Nolasco
Darsteller: Lucas Drummond als Antônio, Liev Carlos als Marcelo, Guilherme Théo als Samuel, Norval Berbari als Tavares, Cecília Brito als Atendente Posto
Kamera: Larry Machado
Verleih: Gmfilms






