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Anemone (2025)
Ronan Day-Lewis‘ Regiedebüt: Ein Mann macht sich in der Wildnis Großbritanniens auf die Suche nach seinem abgeschieden lebenden Bruder.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Jem Stoker (Sean Bean), ein Ex-Veteran aus Nordirland, verlässt Frau und Sohn um seinen Bruder Ray (Daniel Day-Lewis) in einer einsamen Hütte im Wald aufzusuchen. Sein Ziel: Ray zu seiner Familie zurückzubringen. Ray war früher selbst Soldat und hat sich nach traumatischen Erlebnissen im Nordirland-Konflikt in die Abgeschiedenheit zurückgezogen. Es dauert nicht lange und zwischen den Brüdern kommt es zu Unstimmigkeiten, die auf verdrängte Ereignisse und erlittene Traumata zurückgehen. Themen wie Schuld, Verlust und unausgesprochene Konflikte belasten ihr Wiedersehen. Gelingt die Versöhnung?
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Filmkritik
Familiäre Verflechtungen – vor und hinter der Kamera
Nicht nur inhaltlich geht es in "Anemone“ um vielschichtige familiäre Verbindungen. Auch hinter dem Film selbst, hinter seiner Entstehung und Umsetzung, steht eine echte Familienkollaboration, die diesen erst möglich machte. Denn "Anemone“ ist das Regiedebüt von Ronan Day-Lewis, der gemeinsam mit seinem Vater, dem mehrfachen Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis ("Gangs of New York“), das Drehbuch geschrieben hat.
Der eigentliche Konflikt (die verdrängten Geschehnisse) sowie der sich immer weiter zuspitzende Bruderzwist entfalten sich in diesem zweistündigen, intensiven Drama äußerst langsam, fast behäbig. Ronan Day-Lewis setzt auf dialoglastige Szenen und lässt in dem Zwei-Personen-Kammerspiel zwei Schwergewichte der Schauspielkunst aufeinandertreffen, die allein aufgrund ihrer Präsenz den Film sehenswert machen.
Die Stimmung erinnert an Horrorfilme
Etliche Rückblenden und unerwartet eingestreute – düstere – Traumsequenzen wechseln sich mit inneren Monologen und dem Zwiegespräch der Brüder in der Einsamkeit der Waldhütte ab. Diese Kombination entwickelt eine faszinierende Sogwirkung, außerdem findet Day-Lewis visuell eine gute Balance aus zurückhaltenden, intimen Momenten und Suggestivität. Kurzum: "Anemone“ lebt nicht zuletzt von Andeutungen, von kurzen Verschiebungen sowie doppeldeutigen Verweisen auf (möglicherweise) Geschehenes. Und "Anemone“ profitiert ungemein von seiner unheilvollen, dunklen Stimmung, die an Horrorfilme erinnert.
Die Atmosphäre ist Ausdruck der inneren Verfassung und schwankenden emotionalen Befindlichkeiten der Figuren. Ben Fordesmans Kamera fängt die karge Schönheit der Wälder, das Spiel von Licht und Schatten, Bäume, Pflanzen, den nahen Fluss und Nebelschleier in wunderschönen Aufnahmen ein. Wundervoll und bedrohlich zugleich. Thematisch und inhaltlich ist das Spektrum weit gefasst. Vater und Sohn Day-Lewis erzählen von Identität und Herkunft, Reue, komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Versuch einer Versöhnung. Die Betonung liegt auf "Versuch“.
Fazit: Eindringliches, langsam erzähltes Drama mit symbolhaften Bildern und einer spannenden Mehrdeutigkeit. Eiskalt und präzise agieren die beiden Hauptdarsteller, deren kraftvolles Spiel im Gedächtnis bleibt.
Nicht nur inhaltlich geht es in "Anemone“ um vielschichtige familiäre Verbindungen. Auch hinter dem Film selbst, hinter seiner Entstehung und Umsetzung, steht eine echte Familienkollaboration, die diesen erst möglich machte. Denn "Anemone“ ist das Regiedebüt von Ronan Day-Lewis, der gemeinsam mit seinem Vater, dem mehrfachen Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis ("Gangs of New York“), das Drehbuch geschrieben hat.
Der eigentliche Konflikt (die verdrängten Geschehnisse) sowie der sich immer weiter zuspitzende Bruderzwist entfalten sich in diesem zweistündigen, intensiven Drama äußerst langsam, fast behäbig. Ronan Day-Lewis setzt auf dialoglastige Szenen und lässt in dem Zwei-Personen-Kammerspiel zwei Schwergewichte der Schauspielkunst aufeinandertreffen, die allein aufgrund ihrer Präsenz den Film sehenswert machen.
Die Stimmung erinnert an Horrorfilme
Etliche Rückblenden und unerwartet eingestreute – düstere – Traumsequenzen wechseln sich mit inneren Monologen und dem Zwiegespräch der Brüder in der Einsamkeit der Waldhütte ab. Diese Kombination entwickelt eine faszinierende Sogwirkung, außerdem findet Day-Lewis visuell eine gute Balance aus zurückhaltenden, intimen Momenten und Suggestivität. Kurzum: "Anemone“ lebt nicht zuletzt von Andeutungen, von kurzen Verschiebungen sowie doppeldeutigen Verweisen auf (möglicherweise) Geschehenes. Und "Anemone“ profitiert ungemein von seiner unheilvollen, dunklen Stimmung, die an Horrorfilme erinnert.
Die Atmosphäre ist Ausdruck der inneren Verfassung und schwankenden emotionalen Befindlichkeiten der Figuren. Ben Fordesmans Kamera fängt die karge Schönheit der Wälder, das Spiel von Licht und Schatten, Bäume, Pflanzen, den nahen Fluss und Nebelschleier in wunderschönen Aufnahmen ein. Wundervoll und bedrohlich zugleich. Thematisch und inhaltlich ist das Spektrum weit gefasst. Vater und Sohn Day-Lewis erzählen von Identität und Herkunft, Reue, komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Versuch einer Versöhnung. Die Betonung liegt auf "Versuch“.
Fazit: Eindringliches, langsam erzähltes Drama mit symbolhaften Bildern und einer spannenden Mehrdeutigkeit. Eiskalt und präzise agieren die beiden Hauptdarsteller, deren kraftvolles Spiel im Gedächtnis bleibt.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Anemone"
Land: USA, GroßbritannienJahr: 2025
Genre: Drama
Länge: 125 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 27.11.2025
Regie: Ronan Day-Lewis
Darsteller: Sean Bean als Jem, Samuel Bottomley als Brian, Lewis Ian Bray, Paul Butterworth als Mr. Jarvis, Karl Cam
Kamera: Ben Fordesman
Verleih: Universal Pictures International
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