
© Cinemien
Nationalhymne (2023)
National Anthem
Coming-of-Age-Drama: Ein junger Mann trifft auf eine queere Rodeo-Community.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Dylan (Charlie Plummer) ist 21 Jahre alt und lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Fiona (Robyn Lively) und seinem kleinen Bruder Cassidy (Joey DeLeon) im ländlichen New Mexico. Er arbeitet auf dem Bau, damit die Familie über die Runden kommt. Als er auf einer Farm aushilft, lernt er dort eine Truppe queerer Rodeo-Anhänger:innen kennen, die auf dem Gelände eine Art Kommune gegründet hat. Bald verliebt er sich in die trans Frau Sky (Eve Lindley).
Hier streamen
Filmkritik
"Nationalhymne": This Cowboy's Hat
"Nationalhymne" ist das Spielfilmdebüt des 1986 in Denver geborenen und in Colorado aufgewachsenen Regisseurs Luke Gilford, der zuvor etwa Musikvideos für Christina Aguilera und Troye Sivan gedreht hat und als Fotokünstler tätig war. Das Coming-of-Age-Drama basiert auf einem seiner Fotoprojekte, in dem er das queere Leben in ländlichen Regionen und speziell die LGBTQ+-Cowboy-und-Cowgirl-Community in den US-Bundesstaaten Texas, New Mexico, Arizona, Colorado und Kalifornien erfasst hat.
Die Anmutung eines Traums
Gilford hat einen persönlichen Bezug zum Rodeo-Thema: Zum einen war sein Vater Mitglied der Professional Rodeo Cowboys Association – und zum anderen stieß er selbst später auf die International Gay Rodeo Association, die für ihn zu einer Art Familie wurde. Das Skript, das er zusammen mit David Largman Murray und Kevin Best geschrieben hat, folgt keinem strengen dramaturgischen Pfad; vielmehr gibt Gilford dem Verträumten und der Fantasie den nötigen Raum zur Entfaltung. Das Werk ist von Musik und von sinnlichen Eindrücken durchflutet – und entdeckt in den Aufnahmen der Kamerafrau Katelin Arizmendi ("Swallow") jede Menge Schönheit.
Sehr stark gecastet
Charlie Plummer ("Lean on Pete") erinnert in der Hauptrolle an den großartigen River Phoenix (insbesondere in "Die Flucht ins Ungewisse"). Er liefert eine wunderbar feinfühlige Interpretation, zeigt sich verletzlich und zugleich neugierig – als junger Mensch, der auf der Suche nach seiner eigenen Identität für alles offen ist und seinen Mitmenschen dabei voller Empathie begegnet. Die gemeinsamen Szenen zwischen Dylan und seinem kleinen Bruder Cassidy (verkörpert von Joey DeLeon) sind in ihrer Sanftheit äußerst einnehmend.
Neben der charismatisch auftretenden Eve Lindley ("Bros") als Sky überzeugt auch Mason Alexander Park ("Sandman") als non-binäres Mitglied der Rodeo-Gruppe. Spannend ist zudem die Besetzung des Eighties-Stars Robyn Lively ("Karate Kid III – Die letzte Entscheidung", "Teen Witch"), die als Dylans zuweilen wenig rücksichtsvolle Mutter einen ambivalenten Part einnimmt und ihre Sache gut macht.
Fazit: Ein poetisch eingefangener Blick auf eine Community mit schönen Bildern und einem tollen Charlie Plummer im Mittelpunkt.
"Nationalhymne" ist das Spielfilmdebüt des 1986 in Denver geborenen und in Colorado aufgewachsenen Regisseurs Luke Gilford, der zuvor etwa Musikvideos für Christina Aguilera und Troye Sivan gedreht hat und als Fotokünstler tätig war. Das Coming-of-Age-Drama basiert auf einem seiner Fotoprojekte, in dem er das queere Leben in ländlichen Regionen und speziell die LGBTQ+-Cowboy-und-Cowgirl-Community in den US-Bundesstaaten Texas, New Mexico, Arizona, Colorado und Kalifornien erfasst hat.
Die Anmutung eines Traums
Gilford hat einen persönlichen Bezug zum Rodeo-Thema: Zum einen war sein Vater Mitglied der Professional Rodeo Cowboys Association – und zum anderen stieß er selbst später auf die International Gay Rodeo Association, die für ihn zu einer Art Familie wurde. Das Skript, das er zusammen mit David Largman Murray und Kevin Best geschrieben hat, folgt keinem strengen dramaturgischen Pfad; vielmehr gibt Gilford dem Verträumten und der Fantasie den nötigen Raum zur Entfaltung. Das Werk ist von Musik und von sinnlichen Eindrücken durchflutet – und entdeckt in den Aufnahmen der Kamerafrau Katelin Arizmendi ("Swallow") jede Menge Schönheit.
Sehr stark gecastet
Charlie Plummer ("Lean on Pete") erinnert in der Hauptrolle an den großartigen River Phoenix (insbesondere in "Die Flucht ins Ungewisse"). Er liefert eine wunderbar feinfühlige Interpretation, zeigt sich verletzlich und zugleich neugierig – als junger Mensch, der auf der Suche nach seiner eigenen Identität für alles offen ist und seinen Mitmenschen dabei voller Empathie begegnet. Die gemeinsamen Szenen zwischen Dylan und seinem kleinen Bruder Cassidy (verkörpert von Joey DeLeon) sind in ihrer Sanftheit äußerst einnehmend.
Neben der charismatisch auftretenden Eve Lindley ("Bros") als Sky überzeugt auch Mason Alexander Park ("Sandman") als non-binäres Mitglied der Rodeo-Gruppe. Spannend ist zudem die Besetzung des Eighties-Stars Robyn Lively ("Karate Kid III – Die letzte Entscheidung", "Teen Witch"), die als Dylans zuweilen wenig rücksichtsvolle Mutter einen ambivalenten Part einnimmt und ihre Sache gut macht.
Fazit: Ein poetisch eingefangener Blick auf eine Community mit schönen Bildern und einem tollen Charlie Plummer im Mittelpunkt.
Andreas Köhnemann
TrailerAlle "Nationalhymne"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Nationalhymne"
Land: USAJahr: 2023
Genre: Drama
Originaltitel: National Anthem
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 27.11.2025
Regie: Luke Gilford
Darsteller: Charlie Plummer als Dylan, Eve Lindley als Sky, Rene Rosado als Pepe, Mason Alexander Park als Carrie, Robyn Lively als Fiona
Kamera: Katelin Arizmendi
Verleih: Cinemien
