
© Sony Pictures
Scarlet (2025)
Hateshinaki Sukâretto
Pazifismus statt RacheschwurKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Angetrieben von dem Wunsch, den Tod ihres Vaters zu rächen, begibt sich Scarlet auf eine gefährliche Mission. In einer jenseitigen Welt trifft sie schwer verletzt auf einen jungen Rettungssanitäter, der ihr zeigt, wie sie eine Zukunft jenseits von Hass und Rache gestalten kann. Doch als Scarlet dem Mörder ihres Vaters erneut gegenübersteht, muss sie sich entscheiden, ob sie den Kreislauf der Rache durchbrechen kann.
Bildergalerie zum Film "Scarlet"
Hier streamen
Filmkritik
Mit seinem jüngsten Projekt, einer weiteren Variante von Shakespeares "Hamlet", konnte Erfolgsregisseur Marmoru Hosoda ("Der Junge und das Biest“) in Japan kaum reüssieren. Dabei hatte er ganz der Zielgruppe entsprechend ein junges, rachsüchtiges Mädchen statt eines tragischen Helden gewählt. Vielleicht liegt es am Mix aus unterschiedlichen Zutaten, dass sein visuell ansprechendes Werk nicht wirklich einschlagen wollte. Der Fantasy-/Science Fiction-Content samt surrealen Elementen rund um den Höllentrip der jungen Scarlet wird schon im Einstieg hervorgehoben. Die roten Haare der verletzten Protagonistin verschränken sich mit dem glutroten Inferno, in dem sie nach ihrem offensichtlichen Tod landete.
Doch dann führt eine Rückblende ins Dänemark des 16. Jahrhundert, wo die Königstochter angesichts der Hofintrigen lernen muss, sich schlagkräftig zu verteidigen. Ihr Vater Amleth fällt dem Komplott seines machtgierigen Bruders Claudius zum Opfer, während sich ihre ebenso verschlagene Mutter Gertrude letztlich auf die Seite des Siegers schlägt. Beim Versuch, den Vater zu rächen, landen Scarlet und ihr despotischer Onkel selbst im Totenreich. Beim Marsch zur Treppe der Ewigkeit durch eine verödete Wüstenlandschaft kommt Scarlet ihre Kampferfahrung zugute. Zur Seite steht ihr nicht nur eine allwissende alte Dame, sondern ebenso ein Rettungssanitäter aus der Gegenwart. Trotz steter Mordversuche hält dieser an seiner pazifistischen Einstellung fest. Als "Weltverbesserer" verspottet, versucht Hijiri, nicht nur die verletzte, verbissene Scarlet zu bekehren.
Nach der konventionell animierten Königshofsequenz fallen die Bilder im Jenseits düsterer und apokalyptischer aus. Dort sieht sich die junge Amazone mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde konfrontiert. Wenn sich Scarlet allmählich von Hijiris pazifistischer Haltung anstecken lässt, herrscht ein hellerer Tonfall vor. Romantische Momente und Tränenfluss dürfen nicht fehlen. Der Weg zu Himmel und Erlösung erinnert wiederum an den Powell/Pressburger-Klassiker "Irrtum im Jenseits" (1946).
Hosoda würfelt nicht nur Charaktere aus verschiedenen Zeitaltern zusammen. Surreale Albträume und rasante Kampfeinlagen werden von hawaiianischen Gesängen und Tanzeinlagen samt Flashmob vor realistischem Hintergrund abgelöst. Entsprechend entledigt sich Scarlet für einen modischen Kurzhaarschnitt bald ihrer langen Mähne. Jenseits vieler gelungener visueller Einfälle bleibt jedoch vieles im Vagen, wie die Funktion des gigantischen, von Schwertern durchbohrten Drachens, der teils Scarlets Gegner eliminiert. In einem Dialog verweist Hosoda auf seinen ersten großen Erfolg "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang" (2006). Dessen Stärke erreicht er dieses Mal nicht ganz.
Fazit: Prinzessin Scarlet auf Rachefeldzug im Jenseits. Streckenweise bildgewaltiges Fantasy-Märchen um Schmerz, Vergebung und Erlösung, das in seinem Genremix inhaltlich weniger überzeugen kann als auf visueller Ebene.
Doch dann führt eine Rückblende ins Dänemark des 16. Jahrhundert, wo die Königstochter angesichts der Hofintrigen lernen muss, sich schlagkräftig zu verteidigen. Ihr Vater Amleth fällt dem Komplott seines machtgierigen Bruders Claudius zum Opfer, während sich ihre ebenso verschlagene Mutter Gertrude letztlich auf die Seite des Siegers schlägt. Beim Versuch, den Vater zu rächen, landen Scarlet und ihr despotischer Onkel selbst im Totenreich. Beim Marsch zur Treppe der Ewigkeit durch eine verödete Wüstenlandschaft kommt Scarlet ihre Kampferfahrung zugute. Zur Seite steht ihr nicht nur eine allwissende alte Dame, sondern ebenso ein Rettungssanitäter aus der Gegenwart. Trotz steter Mordversuche hält dieser an seiner pazifistischen Einstellung fest. Als "Weltverbesserer" verspottet, versucht Hijiri, nicht nur die verletzte, verbissene Scarlet zu bekehren.
Nach der konventionell animierten Königshofsequenz fallen die Bilder im Jenseits düsterer und apokalyptischer aus. Dort sieht sich die junge Amazone mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde konfrontiert. Wenn sich Scarlet allmählich von Hijiris pazifistischer Haltung anstecken lässt, herrscht ein hellerer Tonfall vor. Romantische Momente und Tränenfluss dürfen nicht fehlen. Der Weg zu Himmel und Erlösung erinnert wiederum an den Powell/Pressburger-Klassiker "Irrtum im Jenseits" (1946).
Hosoda würfelt nicht nur Charaktere aus verschiedenen Zeitaltern zusammen. Surreale Albträume und rasante Kampfeinlagen werden von hawaiianischen Gesängen und Tanzeinlagen samt Flashmob vor realistischem Hintergrund abgelöst. Entsprechend entledigt sich Scarlet für einen modischen Kurzhaarschnitt bald ihrer langen Mähne. Jenseits vieler gelungener visueller Einfälle bleibt jedoch vieles im Vagen, wie die Funktion des gigantischen, von Schwertern durchbohrten Drachens, der teils Scarlets Gegner eliminiert. In einem Dialog verweist Hosoda auf seinen ersten großen Erfolg "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang" (2006). Dessen Stärke erreicht er dieses Mal nicht ganz.
Fazit: Prinzessin Scarlet auf Rachefeldzug im Jenseits. Streckenweise bildgewaltiges Fantasy-Märchen um Schmerz, Vergebung und Erlösung, das in seinem Genremix inhaltlich weniger überzeugen kann als auf visueller Ebene.
Gregor Ries
TrailerAlle "Scarlet"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Scarlet"
Land: JapanJahr: 2025
Genre: Action, Abenteuer, Animation
Originaltitel: Hateshinaki Sukâretto
Länge: 111 Minuten
Kinostart: 24.02.2026
Regie: Mamoru Hosoda
Darsteller: Mana Ashida, Masaki Okada, Masachika Ichimura, Koji Yakusho, Yutaka Matsushige
Verleih: Sony Pictures
Verknüpfungen zu "Scarlet"Alle anzeigen

Trailer





