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Father Mother Sister Brother (2025)
Meister der BeobachtungKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Die Geschwister Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik) besuchen ihren Vater (Tom Waits) in einem abgelegenen Haus abseits von New Jersey. Seit dem Tod ihrer Mutter versucht er, allein über die Runden zu kommen. In Dublin steht für die Schwestern Timothea (Cate Blanchett) und Lilith (Vicky Krieps) der alljährliche Pflichtbesuch bei der Mutter (Charlotte Rampling) an, einer erfolgreichen Schriftstellerin. Die Töchter zeigen sich von ihrer dominanten Gegenwart eingeschüchtert. In Paris treffen sich die Zwillinge Skye (Indya Moore) und Billy (Luka Sabbat), um das Appartement ihrer verunglückten Eltern ein letztes Mal zu besuchen. Gemeinsam sehen sie sich alte Fotos an und werden sich bewusst, wie wenig sie über die Eltern tatsächlich gewusst haben.
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Filmkritik
Seit jeher gehört die episodenhafte Struktur zu Jim Jarmuschs Erzählformen. Dies betrifft nicht nur jene aus Kurzfilmen bestehende Werke wie "Coffee and Cigarettes", die durch Gestaltung und Motive verbunden werden. Schon Jarmuschs Durchbruch "Stranger Than Paradise" bestand aus einer erweiterten halbstündigen Miniatur. In "The Limits of Control" muss ein Killer auf undurchsichtiger Mission mehrere Stationen abklappern, um seinem Ziel näher zu kommen. Jarmuschs jüngstes Werk ""Father Mother Sister Brother" besteht nun aus drei Episoden zum Thema Familienbande, die Fragen nach Sprachlosigkeit, Zusammenhalt und Differenzen zwischen den Generationen stellen.
In "Father" treffen die Geschwister Jeff und Emily auf ihren zurückgezogen lebenden Vater in New Jersey. Jenseits der Erinnerungen an die verstorbene Mutter gibt es für den Einsiedler und seine Kinder wenig Gesprächsbedarf. In Dublin besuchen zwei Töchter einmal im Jahr ihre Mutter zum Tee. Lilith möchte verhindern, dass ihre strenge Mutter von ihrer Beziehung zu einer Frau erfährt, die sie als Chauffeurin ausgibt. Ein Zwillingspaar sucht die Wohnung seiner verunglückten Eltern in Paris auf. Aus Details erfährt man, dass die Eltern teils zu unlauteren Methoden griffen und zuletzt keine Miete mehr bezahlten. Hierbei stellt sich die Frage, wie gut man die eigene Familie kennt, was zur ersten Episode zurückführt. Man kann seine Familie nicht aussuchen, heißt es einmal in den Dialogen.
Zusammengehalten werden die drei Geschichten durch wiederkehrende Details wie jene Skater, die stetes in Zeitlupe über den Asphalt gleiten, (gefälschte) Rolex-Uhren als Statussymbol, ein Blick auf die Lektüre/das Schaffen des Gegenübers, die Redewendung "Bob’s Your Uncle“ ("Und fertig!“) und Kinderfotografien als Auslöser von Erinnerung. Dadurch entwickeln sich amüsante Momente wie das Missverständnis um die Medikation des Vaters, was dieser als Anspielung auf Drogenerfahrungen versteht. Ohnehin erweist sich Stammschauspieler Tom Waits wieder als Meister der Lakonie. Damit passt er sich perfekt dem minimalistischen Stil an.
Jarmusch nimmt sich erneut viel Zeit für Autofahrten, wie schon in seinen ersten Filmen Travelling-Kamerafahrten die verstrichene Zeit hervorhoben. Mit präzisen Bildern in oft symmetrischer Bildkomposition wirft er einen sezierenden Blick etwa aus der Vogelperspektive auf die angespannte Atmosphäre beim Dubliner Teekränzchen. Blicke, Auslassungen und Gesten erweisen wichtiger als Dialoge. Dies strapaziert mitunter die Geduld des Zuschauers, was man von Meister der Beobachtung längst gewohnt ist.
Fazit: Drei unterschiedliche Familientreffen in New Jersey, Dublin und Paris werfen Fragen nach Erinnerung, Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Mit humorvollem, teils melancholischem Blick auf Rituale und kleine Verletzungen mag die Ereignislosigkeit aber mitunter anstrengen.
In "Father" treffen die Geschwister Jeff und Emily auf ihren zurückgezogen lebenden Vater in New Jersey. Jenseits der Erinnerungen an die verstorbene Mutter gibt es für den Einsiedler und seine Kinder wenig Gesprächsbedarf. In Dublin besuchen zwei Töchter einmal im Jahr ihre Mutter zum Tee. Lilith möchte verhindern, dass ihre strenge Mutter von ihrer Beziehung zu einer Frau erfährt, die sie als Chauffeurin ausgibt. Ein Zwillingspaar sucht die Wohnung seiner verunglückten Eltern in Paris auf. Aus Details erfährt man, dass die Eltern teils zu unlauteren Methoden griffen und zuletzt keine Miete mehr bezahlten. Hierbei stellt sich die Frage, wie gut man die eigene Familie kennt, was zur ersten Episode zurückführt. Man kann seine Familie nicht aussuchen, heißt es einmal in den Dialogen.
Zusammengehalten werden die drei Geschichten durch wiederkehrende Details wie jene Skater, die stetes in Zeitlupe über den Asphalt gleiten, (gefälschte) Rolex-Uhren als Statussymbol, ein Blick auf die Lektüre/das Schaffen des Gegenübers, die Redewendung "Bob’s Your Uncle“ ("Und fertig!“) und Kinderfotografien als Auslöser von Erinnerung. Dadurch entwickeln sich amüsante Momente wie das Missverständnis um die Medikation des Vaters, was dieser als Anspielung auf Drogenerfahrungen versteht. Ohnehin erweist sich Stammschauspieler Tom Waits wieder als Meister der Lakonie. Damit passt er sich perfekt dem minimalistischen Stil an.
Jarmusch nimmt sich erneut viel Zeit für Autofahrten, wie schon in seinen ersten Filmen Travelling-Kamerafahrten die verstrichene Zeit hervorhoben. Mit präzisen Bildern in oft symmetrischer Bildkomposition wirft er einen sezierenden Blick etwa aus der Vogelperspektive auf die angespannte Atmosphäre beim Dubliner Teekränzchen. Blicke, Auslassungen und Gesten erweisen wichtiger als Dialoge. Dies strapaziert mitunter die Geduld des Zuschauers, was man von Meister der Beobachtung längst gewohnt ist.
Fazit: Drei unterschiedliche Familientreffen in New Jersey, Dublin und Paris werfen Fragen nach Erinnerung, Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Mit humorvollem, teils melancholischem Blick auf Rituale und kleine Verletzungen mag die Ereignislosigkeit aber mitunter anstrengen.
Gregor Ries
TrailerAlle "Father Mother Sister Brother"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Father Mother Sister Brother"
Land: USA, Italien, Frankreich, Irland, DeutschlandJahr: 2025
Genre: Drama, Komödie
Länge: 110 Minuten
Kinostart: 26.02.2026
Regie: Jim Jarmusch
Darsteller: Tom Waits als Vater, Adam Driver als Jeff, Mayim Bialik als Emily, Charlotte Rampling als Mutter, Cate Blanchett als Timothea
Verleih: Weltkino Filmverleih






