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Blame (2025)
Die Doku "Blame“ stellt die Aussagen dreier führender Wissenschaftler zu den Gründen der COVID-Pandemie den damals vorherrschenden gesellschaftlichen (Verschwörungs-) Theorien gegenüber.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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"Blame“ nimmt die Untersuchungen dreier renommierter Wissenschaftler in den Blick, die sich in ihrer Forschung seit Jahrzehnten intensiv mit Fledermäusen als Überträger von Viren beschäftigen. Ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fakten stellt Regisseur Christian Frei den von Panikmache und Falschinformationen gekennzeichneten, öffentlichen Diskurs rund um die COVID-Pandemie entgegen. Schnell werden die Wissenschaftler ohne eigenes Zutun Teil der öffentlichen Debatten – und schweren Anschuldigungen ausgesetzt, die die Verzweiflung (und das Unwissen) vieler Menschen verdeutlichen.
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Filmkritik
Ungehörte Warnungen
Die drei im Mittelpunkt stehenden Wissenschaftler sind der aus Shanghai stammende Fledermaus-Virenexperte Linfa Wang, die chinesische Virologin Zhengli Shi und Peter Daszak, ein britisch-amerikanischer Zoologe und Infektionsepidemiologe. Sie alle sind Fachleute für COVID-19 bei Fledermäusen – und alle drei warnten bereits vor etlichen Jahren vor den möglichen Folgen der SARS-Viren, die sie bei bestimmten Fledermäusen nachweisen konnten. Ihre teils aus den frühen 2000ern stammenden Hinweise stießen viel zu lange auf wenig – bis gar kein – Gehör. Dies gehört zu den vielen wesentlichen Erkenntnissen von "Blame“.
Auch Daszak und eine Gruppe von Fachleuten sprachen bereits Jahre, bevor der Begriff Corona überhaupt in der breiten Öffentlichkeit kursierte, eine Warnung aus, wonach sich ein noch unbekannter Krankheitserreger in naher Zukunft ausbreiten könne. Und so kam es. Und mit der globalen Verbreitung von COVID kamen die Wissenschaftler in Teufels Küche – von Medien und Politik zum Abschuss freigegeben, von Hatern und Fake-News-Verbreitern beschimpft und gedemütigt.
Komplexe Zusammenhänge
Die zweite wichtige Botschaft von "Blame“: Die Geschwindigkeit, mit der sich (ungeprüfte) Narrative verselbstständigen und von Millionen von Menschen geteilt sowie weiterverbreitet werden. Ein Aspekt, der in Zeiten von Trump und der weiter steigenden Zahl autokratischer Herrschaftssysteme überall auf der Welt heute aktueller ist denn je. Der Schweizer Dokufilmer Christian Frei reichert seinen über zweistündigen Film mit einer beachtlichen Fülle an Archivmaterial und vielen Interview-Passagen an. Diese Informationsdichte ist mitunter herausfordernd und setzt die Bereitschaft beim Zuschauer voraus, sich vollends auf den Film, die Fakten und das präsentierte Informationsmaterial einzulassen.
Schade ist, dass "Blame“ mögliche andere Erklärungsansätze zur Herkunft des Virus etwas stiefmütterlich behandelt. Dies hätte den Blick geweitet und ergänzende Perspektiven auf das (ohnehin sehr komplexe) Themengebiet ermöglicht. Dafür funktioniert etwas Anderes ganz außerordentlich gut: Klein stellt dem schrillen, hitzigen Tonfall, der sich durch die Aussagen der Verschwörungstheoretiker und die marktschreierischen medialen Hetzkampagnen einstellt, ausgleichend entschleunigte, fast meditative Passagen entgegen. Dies erzeugt der Regisseur etwa durch die stimmungsvollen Impressionen der Natur- und Tierwelt (Bilder entlegener Fledermaushöhlen) und die reduzierte aber atmosphärische Hintergrundmusik. So entsteht ein angenehmes Gegengewicht auf visueller wie akustischer Ebene.
Fazit: Wenn wissenschaftliche Aussagen und Fakten zur Nebensache werden – Sachlich geschilderte, aufgrund der Informationsdichte aber durchaus herausfordernde Aufarbeitung der Ursprünge von COVID aus der Perspektive dreier Forscher. "Blame“ macht dennoch komplexe Zusammenhänge greifbar und veranschaulicht das Zusammenspiel von Desinformation, Medien und Radikalisierung.
Die drei im Mittelpunkt stehenden Wissenschaftler sind der aus Shanghai stammende Fledermaus-Virenexperte Linfa Wang, die chinesische Virologin Zhengli Shi und Peter Daszak, ein britisch-amerikanischer Zoologe und Infektionsepidemiologe. Sie alle sind Fachleute für COVID-19 bei Fledermäusen – und alle drei warnten bereits vor etlichen Jahren vor den möglichen Folgen der SARS-Viren, die sie bei bestimmten Fledermäusen nachweisen konnten. Ihre teils aus den frühen 2000ern stammenden Hinweise stießen viel zu lange auf wenig – bis gar kein – Gehör. Dies gehört zu den vielen wesentlichen Erkenntnissen von "Blame“.
Auch Daszak und eine Gruppe von Fachleuten sprachen bereits Jahre, bevor der Begriff Corona überhaupt in der breiten Öffentlichkeit kursierte, eine Warnung aus, wonach sich ein noch unbekannter Krankheitserreger in naher Zukunft ausbreiten könne. Und so kam es. Und mit der globalen Verbreitung von COVID kamen die Wissenschaftler in Teufels Küche – von Medien und Politik zum Abschuss freigegeben, von Hatern und Fake-News-Verbreitern beschimpft und gedemütigt.
Komplexe Zusammenhänge
Die zweite wichtige Botschaft von "Blame“: Die Geschwindigkeit, mit der sich (ungeprüfte) Narrative verselbstständigen und von Millionen von Menschen geteilt sowie weiterverbreitet werden. Ein Aspekt, der in Zeiten von Trump und der weiter steigenden Zahl autokratischer Herrschaftssysteme überall auf der Welt heute aktueller ist denn je. Der Schweizer Dokufilmer Christian Frei reichert seinen über zweistündigen Film mit einer beachtlichen Fülle an Archivmaterial und vielen Interview-Passagen an. Diese Informationsdichte ist mitunter herausfordernd und setzt die Bereitschaft beim Zuschauer voraus, sich vollends auf den Film, die Fakten und das präsentierte Informationsmaterial einzulassen.
Schade ist, dass "Blame“ mögliche andere Erklärungsansätze zur Herkunft des Virus etwas stiefmütterlich behandelt. Dies hätte den Blick geweitet und ergänzende Perspektiven auf das (ohnehin sehr komplexe) Themengebiet ermöglicht. Dafür funktioniert etwas Anderes ganz außerordentlich gut: Klein stellt dem schrillen, hitzigen Tonfall, der sich durch die Aussagen der Verschwörungstheoretiker und die marktschreierischen medialen Hetzkampagnen einstellt, ausgleichend entschleunigte, fast meditative Passagen entgegen. Dies erzeugt der Regisseur etwa durch die stimmungsvollen Impressionen der Natur- und Tierwelt (Bilder entlegener Fledermaushöhlen) und die reduzierte aber atmosphärische Hintergrundmusik. So entsteht ein angenehmes Gegengewicht auf visueller wie akustischer Ebene.
Fazit: Wenn wissenschaftliche Aussagen und Fakten zur Nebensache werden – Sachlich geschilderte, aufgrund der Informationsdichte aber durchaus herausfordernde Aufarbeitung der Ursprünge von COVID aus der Perspektive dreier Forscher. "Blame“ macht dennoch komplexe Zusammenhänge greifbar und veranschaulicht das Zusammenspiel von Desinformation, Medien und Radikalisierung.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Blame"
Land: SchweizJahr: 2025
Genre: Dokumentation
Länge: 123 Minuten
Kinostart: 05.02.2026
Regie: Christian Frei
Darsteller: Stephen K. Bannon, Tucker Carlson, Michael Cloud, James Comer, Peter Daszak
Verleih: Rise and Shine Cinema
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