oder

Once Upon a Time in Gaza (2025)

In Jordanien gedrehte, aber in Gaza angesiedelte Tragikomödie der Nasser-Brüder über das absurde Schicksal eines Falafelverkäufers.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Gaza im Jahr 2007: Der von Freiheit träumende, aber längst desillusionierte Student Yahya (Nader Abd Alhay) jobbt in einem Restaurant. Dessen Besitzer Osama (Majd Eid) hat einen kleinen, illegalen Nebenverdienst. Er vertickt verschreibungspflichtige Medikamente, die er in Falafeln versteckt an seine Kunden ausliefert. Alles läuft wie geschmiert, bis der korrupte Polizist Abou Sami (Ramzi Maqdisi), der Osamas Geschäfte duldet, ein größeres Stück vom Kuchen abhaben will.

Jahre später wird Yahya von einem Regisseur (Is'haq Elias) entdeckt. Er soll im ersten in Gaza gedrehten Actionfilm einen militanten Freiheitskämpfer spielen, der in den Augen der Hamas zu einem Märtyrer geworden ist. Doch die Dreharbeiten bergen nicht nur politischen Zündstoff, sondern unerwartete Gefahren.

Hier streamen


Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse3 / 5

"Once Upon a Time in Gaza": Filmstar wider Willen

"Once upon a time …", so fangen im Englischen Märchen an. Und dieses "Es war einmal …" passt gut zu den Filmen von Arab und Tarzan Nasser, setzen die 1988 geborenen Zwillingsbrüder der harschen Realität ihres Heimatorts doch märchenhafte Geschichten entgegen. In "Gaza Mon Amour", ihrem zweiten abendfüllenden Spielfilm, erzählten sie das moderne Märchen von einem Fischer und seiner (zukünftigen) Frau, einer Schneiderin. In ihrem neusten Streich steht das "Es war einmal …" nun sogar im Filmtitel – und verweist auf mehr als nur eine lange literarische Tradition.

Verweise und Verbeugungen

Märchenhaft geht es auch im jüngsten Film der Nasser-Brüder zu, allerdings erst in dessen zweitem Teil, in dem der desillusionierte Yahya (Nader Abd Alhay) vom Falafelverkäufer zum Filmstar aufsteigt. Die erste Hälfte kreist ums Überleben in Gaza, um das tägliche Durchwursteln, was nicht nur Einfallsreichtum und Flexibilität, sondern mitunter auch krimineller Energie bedarf. Zu Beginn ist "Once Upon a Time in Gaza" also weniger Märchen und vielmehr "eine Referenz an Filmklassiker wie 'Spiel mir das Lied vom Tod', 'Es war einmal in Amerika', 'Es war einmal in Anatolien' und andere", wie Arab und Tarzan Nasser in einem Interview zum Film zu Protokoll geben. An die Klasse eines Sergio Leone oder Nuri Bilge Ceylan reichen die Brüder allerdings (noch) nicht heran.

Zwei unterschiedliche Teile

Im Vergleich zu "Gaza Mon Amour", der in der Sektion Orizzonti bei den 77. Internationalen Filmfestspiele von Venedig uraufgeführt wurde und später für Palästina als Kandidat bei der Oscarverleihung ins Rennen ging, fühlt sich "Once Upon a Time in Gaza" wie ein Rückschritt an. Zwar gewannen Arab und Tarzan Nasser für ihre jüngste Tragikomödie bei den 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes in der Sektion Un Certain Regard den Preis für die beste Regie. Narrativ, visuell und schauspielerisch ist alles daran aber eine Nummer schlechter ausgefallen. Die Brüder erzählen immer noch mit viel Liebe zu ihren Figuren und ausgesprochen absurd, finden aber keinen konsistenten Erzählton. Durch einen harten Bruch zerfällt "Once Upon a Time in Gaza" in zwei sehr konträre Teile und damit im Grunde in gleich zwei und sehr unterschiedliche Filme, die nicht richtig zusammenpassen.

Fazit: In ihrem neuen Film wollen die Zwillingsbrüder Arab und Tarzan Nasser zu viel. Auf das wunderschöne moderne Märchen "Gaza Mon Amour" folgt mit "Once Upon a Time in Gaza" eine Tragikomödie, die in zwei sehr unterschiedliche Teile zerfällt und mal Buddy-Movie, mal absurde Metafiktion über das Filmemachen ist. Erzählerisch, schauspielerisch und visuell reicht der jüngste Film der Nasser-Brüder jedoch nicht an den grandiosen Vorgänger heran.




TrailerAlle "Once Upon a Time in Gaza"-Trailer anzeigen

Zum Video: Once Upon a Time in Gaza

Besetzung & Crew von "Once Upon a Time in Gaza"

Land: Palästina, Vereinigte arabische Emirate, Frankreich, Portugal, Deutschland, Jordanien, Katar, Großbritannien
Jahr: 2025
Genre: Action, Drama, Komödie
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 12.02.2026
Darsteller: Nader Abd Alhay als Yahya, Majd Eid als Osama, Ramzi Makdessi als Abou Sami, Is'haq Elias als Director, Said Saada als Producer
Kamera: Christophe Graillot
Verleih: Immergutefilme

Verknüpfungen zu "Once Upon a Time in Gaza"Alle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.