
© Grandfilm
Little Trouble Girls (2025)
Kaj ti je deklica
Sloweniens Oscarbeitrag über eine Jugendliche, die ihre Sexualität entdeckt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Lucia (Jara Sofija Ostan) ist eine Spätzünderin. Auf ihre erste Periode wartet die 16-Jährige ebenso noch wie auf ihren ersten Kuss. Als sie dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule beitritt, erwacht etwas in ihr, was mit der zwei Jahre älteren Ana Maria (Mina Švajger) zu tun hat, die Lucia unter ihre Fittiche nimmt.
Wie jeden Sommer steht ein intensives Probenwochenende in Italien an. Doch dieses Jahr ist etwas anders, denn das Kloster unter Leitung von Schwester Magda (Saša Pavček), in dem die Mädchen untergebracht sind, wird gerade renoviert. Der Baulärm geht dem Chorleiter (Saša Tabaković) auf die Nerven, indessen bieten die Bauarbeiter den Mädchen eine willkommene Abwechslung. Und Lucia verguckt sich in den attraktivsten von ihnen (Matia Cason).
Bildergalerie zum Film "Little Trouble Girls"
Hier streamen
Filmkritik
"Little Trouble Girls": Zeit des Erwachens
"Little Trouble Girls", der Debütfilm von Urška Djukić, ging für Slowenien ins Rennen um einen Auslandsoscar. Dass es das Coming-of-Age-Drama letzten Endes nicht auf die Liste der fünf Nominierten geschafft hat, hat weniger mit der Qualität des Films und viel mit der starken Konkurrenz zu tun. Damit befindet sich Djukićs bärenstarker Erstling übrigens in bester Gesellschaft, denn bekanntlich haben es auch der deutsche Beitrag "In die Sonne schauen" von Mascha Schilinksi, "No Other Choice" des Südkoreaners Park Chan-wook und "Junge Mütter – Jeunes Mères" der belgischen Brüder Dardenne nicht zu einer Nominierung für den begehrtesten Filmpreis der Welt gebracht.
Von Djukićs Qualitäten als Filmemacherin konnte sich das deutsche Publikum bereits Anfang 2025 überzeugen, als "Little Trouble Girls" im Rahme der 75. Berlinale Weltpremiere feierte und dort den FIPRESCI-Preis in der Kategorie Perspectives erhielt. Knapp ein Jahr später und noch vor der 98. Oscarverleihung kommt der Film hierzulande zum Glück auch regulär in die Kinos.
Mutige Handschrift
Urška Djukić ist kein völliger Neuling im Filmgeschäft. Die 1986 geborene Slowenin hat Medienkunst studiert, mit Mischformen aus Animations- und Realfilm experimentiert und bereits mehrere, teils preisgekrönte Kurzfilme realisiert. Was wiederum ihren souveränen Umgang mit dem Medium Film erklärt. Und dennoch: Eine so klare und couragierte, weil formal konsequente Handschrift wie die Djukićs lassen die wenigsten Debütanten erkennen. Allein schon das macht "Little Trouble Girls" zu einem kleinen, aber feinen audiovisuellen Ereignis.
Wo andere Regie-Novizen zaudern, auf welche formalen Mittel sie bei der Inszenierung setzen sollen, setzt Djukić auf eine strenge Form, die die Sehgewohnheiten des Publikums herausfordert, jedoch im Inhalt ihres Films begründet liegt. Im ohnehin schon schmalen Seitenverhältnis von 3:2 verwendet der Kameramann Lev Predan Kowarski fast ausschließlich kleine Einstellungsgrößen, was dem Kinopublikum kaum Übersicht gewährt und die behütete, eingeschränkte Weltsicht der Protagonistin spiegelt. Wie wohl komponiert Kowarski in diesen Halbtotalen, Nah-, Groß- und Detailaufnahmen die Figuren jedoch kadriert, ist fabelhaft. Und es gibt Djukić die Möglichkeit, die Sensorik ihrer Hauptfigur Lucia subtil zu betonen.
Sinnliches Erlebnis
"Der erste Funke für das Projekt entstand 2018, als ich ein Konzert eines slowenischen Mädchenchors sah", erinnert sich Urška Djukić an die Anfänge ihres Films. Von der Musik gerührt, gründete sie später eigens einen Chor, um die Arbeit an ihrem Debüt fortzusetzen. Dieser Chor ist auch im fertigen Film zu sehen. Er bildet das Umfeld, in dem sich die Figuren um die von der Laiin Jara Sofija Ostan großartig verkörperten Lucia und den von Saša Tabaković gespielten, fiesen Chorleiter befinden. Die tief bewegende und in ihren besten Momenten zu Tränen rührende Chormusik ist das i-Tüpfelchen auf einen nicht zuletzt auf der Tonspur ausgezeichneten Film.
Mit "Little Trouble Girls", dessen Titel dem gleichnamigen Sonic Youth-Song entlehnt ist, ist Urška Djukić ein sinnliches Debüt geglückt, das ebenso zärtlich wie formal wagemutig vom sexuellen Erwachen einer Jugendlichen erzählt, die zwischen ihrer konservativen Erziehungen, patriarchalen Nackenschlägen und katholischen Moralvorstellungen navigieren muss. Unter Djukićs Regie kommt dieses Erwachen an der Schwelle zum Erwachsenwerden nicht nur klischeefrei daher, es fühlt sich auch frisch, ehrlich und wahrhaftig an.
Fazit: Eines der besten Langfilmdebüts des Jahres stammt aus Slowenien. Urška Djukić legt mit "Little Trouble Girls" ein ebenso sinnliches wie formal wagemutiges Coming-of-Age-Drama über das sexuelle Erwachen einer 16-jährigen Jugendlichen vor. Ein kleines, aber feines audiovisuelles Ereignis!
"Little Trouble Girls", der Debütfilm von Urška Djukić, ging für Slowenien ins Rennen um einen Auslandsoscar. Dass es das Coming-of-Age-Drama letzten Endes nicht auf die Liste der fünf Nominierten geschafft hat, hat weniger mit der Qualität des Films und viel mit der starken Konkurrenz zu tun. Damit befindet sich Djukićs bärenstarker Erstling übrigens in bester Gesellschaft, denn bekanntlich haben es auch der deutsche Beitrag "In die Sonne schauen" von Mascha Schilinksi, "No Other Choice" des Südkoreaners Park Chan-wook und "Junge Mütter – Jeunes Mères" der belgischen Brüder Dardenne nicht zu einer Nominierung für den begehrtesten Filmpreis der Welt gebracht.
Von Djukićs Qualitäten als Filmemacherin konnte sich das deutsche Publikum bereits Anfang 2025 überzeugen, als "Little Trouble Girls" im Rahme der 75. Berlinale Weltpremiere feierte und dort den FIPRESCI-Preis in der Kategorie Perspectives erhielt. Knapp ein Jahr später und noch vor der 98. Oscarverleihung kommt der Film hierzulande zum Glück auch regulär in die Kinos.
Mutige Handschrift
Urška Djukić ist kein völliger Neuling im Filmgeschäft. Die 1986 geborene Slowenin hat Medienkunst studiert, mit Mischformen aus Animations- und Realfilm experimentiert und bereits mehrere, teils preisgekrönte Kurzfilme realisiert. Was wiederum ihren souveränen Umgang mit dem Medium Film erklärt. Und dennoch: Eine so klare und couragierte, weil formal konsequente Handschrift wie die Djukićs lassen die wenigsten Debütanten erkennen. Allein schon das macht "Little Trouble Girls" zu einem kleinen, aber feinen audiovisuellen Ereignis.
Wo andere Regie-Novizen zaudern, auf welche formalen Mittel sie bei der Inszenierung setzen sollen, setzt Djukić auf eine strenge Form, die die Sehgewohnheiten des Publikums herausfordert, jedoch im Inhalt ihres Films begründet liegt. Im ohnehin schon schmalen Seitenverhältnis von 3:2 verwendet der Kameramann Lev Predan Kowarski fast ausschließlich kleine Einstellungsgrößen, was dem Kinopublikum kaum Übersicht gewährt und die behütete, eingeschränkte Weltsicht der Protagonistin spiegelt. Wie wohl komponiert Kowarski in diesen Halbtotalen, Nah-, Groß- und Detailaufnahmen die Figuren jedoch kadriert, ist fabelhaft. Und es gibt Djukić die Möglichkeit, die Sensorik ihrer Hauptfigur Lucia subtil zu betonen.
Sinnliches Erlebnis
"Der erste Funke für das Projekt entstand 2018, als ich ein Konzert eines slowenischen Mädchenchors sah", erinnert sich Urška Djukić an die Anfänge ihres Films. Von der Musik gerührt, gründete sie später eigens einen Chor, um die Arbeit an ihrem Debüt fortzusetzen. Dieser Chor ist auch im fertigen Film zu sehen. Er bildet das Umfeld, in dem sich die Figuren um die von der Laiin Jara Sofija Ostan großartig verkörperten Lucia und den von Saša Tabaković gespielten, fiesen Chorleiter befinden. Die tief bewegende und in ihren besten Momenten zu Tränen rührende Chormusik ist das i-Tüpfelchen auf einen nicht zuletzt auf der Tonspur ausgezeichneten Film.
Mit "Little Trouble Girls", dessen Titel dem gleichnamigen Sonic Youth-Song entlehnt ist, ist Urška Djukić ein sinnliches Debüt geglückt, das ebenso zärtlich wie formal wagemutig vom sexuellen Erwachen einer Jugendlichen erzählt, die zwischen ihrer konservativen Erziehungen, patriarchalen Nackenschlägen und katholischen Moralvorstellungen navigieren muss. Unter Djukićs Regie kommt dieses Erwachen an der Schwelle zum Erwachsenwerden nicht nur klischeefrei daher, es fühlt sich auch frisch, ehrlich und wahrhaftig an.
Fazit: Eines der besten Langfilmdebüts des Jahres stammt aus Slowenien. Urška Djukić legt mit "Little Trouble Girls" ein ebenso sinnliches wie formal wagemutiges Coming-of-Age-Drama über das sexuelle Erwachen einer 16-jährigen Jugendlichen vor. Ein kleines, aber feines audiovisuelles Ereignis!
Falk Straub
TrailerAlle "Little Trouble Girls"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Little Trouble Girls"
Land: Slowenien, Italien, Kroatien, SerbienJahr: 2025
Genre: Drama
Originaltitel: Kaj ti je deklica
Länge: 89 Minuten
Kinostart: 29.01.2026
Regie: Urska Djukic
Darsteller: Jara Sofija Ostan, Mina Svajger, Sasa Tabakovic, Natasa Burger, Tomazin Irena
Verleih: Grandfilm





