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Der Schimmelreiter (2026)
Neufassung von Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter“, realisiert als in der Gegenwart angesiedeltes Drama über Ignoranz und fehlende Weitsicht.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Ein kleines Küstendorf in Nordfriesland: Nach dem Tod seines Schwiegervaters wird Hauke Haien (Max Hubacher) neuer Deichgraf und Direktor der Küstenschutzbehörde. Der junge Mann ist einer der Wenigen, der die drastischen Auswirkungen der Klimakrise für küstennahe Orte nicht verkennt und nicht müde wird, auf die Gefahren zu verweisen. Unterstützung erfährt Hauke von seiner Frau Elke (Olga von Luckwald), die ihre Verbindungen in die Politik spielen lässt. Diese verspricht Haukes Vorhaben zu unterstützen, wonach Deichlinien zurückgebaut werden sollen. Als jedoch klar wird, dass das nicht reicht und eine zweite Linie geflutet werden muss, regt sich unter den Einheimischen Unmut. Denn die Folgen wären weitreichend: Die meisten der Ansässigen würden Haus und Hof verlieren. Der Widerstand gegen Hauke wächst.
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Filmkritik
Universelle Botschaft der Vorlage
Die Leipziger Regisseurin Francis Meletzky hat etliche Filme und Serien-Episoden unterschiedlicher Formate (von "Stromberg“ bis "SOKO Leipzig“) erfolgreich umgesetzt. Mit den Gesetzmäßigkeiten filmischen und seriellen Erzählens kennt sie sich eigentlich aus, doch ist es bei "Der Schimmelreiter“ ausgerechnet das Drehbuch mit seinen vielen Fehlentscheidungen, das den Film letztlich auf der großen Leinwand scheitern lässt. Dabei ist zunächst nicht alles schlecht, im Gegenteil.
Schon die Idee, Theodor Storms von zerstörerischen Naturgewalten und der Ignoranz des Menschen handelnde Erzählung ins Hier und Jetzt zu verlegen, erscheint zeitgemäß und sinnhaft. Lassen sich Inhalt und Aussage des "Schimmelreiters“ doch wunderbar auf die Klimakrise und auf die mit dem Klimawandel einhergehenden Gefahren für unser Ökosystem übertragen. Zudem besitzt Meletzkys 2023 an der Ostsee gedrehter Film einen Cast, der sich redlich bemüht.
Zu viel Symbolismus
Da ist Olga von Luckwald als Elke, die als konsequent ihrem Mann zur Seite stehende, ausdrucksstarke Partnerin Akzente setzt. Auch Max Hubacher als großer Mahner, der stets doch bloß Außenseiter bleibt, macht seine Sache gut. Sein Hauke Haien lebt im Einklang mit der Natur lebt und versucht sich allenthalben bei der lokalen Politik und den Dorfbewohnern Gehör zu verschaffen – erfolglos. Das Problem ist vielmehr, wie die Figuren des Films charakterlich angelegt sind und wie sie (allein oder miteinander) agieren. Denn einen echten Sympathieträger, und damit eine Identifikationsfigur, sucht man letztlich vergeblich.
Mögen Ziel, Hintergründe und Motivation des Protagonisten noch so löblich und weitsichtig sein: Als belehrend auftretender Welterklärer nervt er irgendwann nur noch. Zumal er wenig Bereitschaft zeigt, andere Sichtweisen zuzulassen und die Nöte der Dörfler, die sich gegen das Zurücklassen ihrer Heimat wehren, wirklich ernst zu nehmen. Am Ende ist er ein tragischer Charakter, mit dem man aber wenig Mitleid hat. Dazu gesellt sich das schon erwähnte fahrige Skript, das leider seine eigenen Botschaften immer wieder ignoriert. Diese werden nämlich durch die störenden, übertriebenen Klischeebilder und die aufdringliche Natur- und Tier-Symbolik beharrlich verwässert (turmhohe Wellen, pechschwarze Vogelschwärme, der Schimmel als Symbol für die reinen, guten Absichten Haukes).
Fazit: Thematisch und rein inhaltlich passende, zeitgemäße Umdeutung eines Klassikers der deutschen Literaturgeschichte. Dramaturgisch und inszenatorisch enttäuscht "Der Schimmelreiter“ jedoch, was vor allem an der symbolüberfrachteten Umsetzung und den schwach gezeichneten, ungenügend ausgearbeiteten Charakteren liegt.
Die Leipziger Regisseurin Francis Meletzky hat etliche Filme und Serien-Episoden unterschiedlicher Formate (von "Stromberg“ bis "SOKO Leipzig“) erfolgreich umgesetzt. Mit den Gesetzmäßigkeiten filmischen und seriellen Erzählens kennt sie sich eigentlich aus, doch ist es bei "Der Schimmelreiter“ ausgerechnet das Drehbuch mit seinen vielen Fehlentscheidungen, das den Film letztlich auf der großen Leinwand scheitern lässt. Dabei ist zunächst nicht alles schlecht, im Gegenteil.
Schon die Idee, Theodor Storms von zerstörerischen Naturgewalten und der Ignoranz des Menschen handelnde Erzählung ins Hier und Jetzt zu verlegen, erscheint zeitgemäß und sinnhaft. Lassen sich Inhalt und Aussage des "Schimmelreiters“ doch wunderbar auf die Klimakrise und auf die mit dem Klimawandel einhergehenden Gefahren für unser Ökosystem übertragen. Zudem besitzt Meletzkys 2023 an der Ostsee gedrehter Film einen Cast, der sich redlich bemüht.
Zu viel Symbolismus
Da ist Olga von Luckwald als Elke, die als konsequent ihrem Mann zur Seite stehende, ausdrucksstarke Partnerin Akzente setzt. Auch Max Hubacher als großer Mahner, der stets doch bloß Außenseiter bleibt, macht seine Sache gut. Sein Hauke Haien lebt im Einklang mit der Natur lebt und versucht sich allenthalben bei der lokalen Politik und den Dorfbewohnern Gehör zu verschaffen – erfolglos. Das Problem ist vielmehr, wie die Figuren des Films charakterlich angelegt sind und wie sie (allein oder miteinander) agieren. Denn einen echten Sympathieträger, und damit eine Identifikationsfigur, sucht man letztlich vergeblich.
Mögen Ziel, Hintergründe und Motivation des Protagonisten noch so löblich und weitsichtig sein: Als belehrend auftretender Welterklärer nervt er irgendwann nur noch. Zumal er wenig Bereitschaft zeigt, andere Sichtweisen zuzulassen und die Nöte der Dörfler, die sich gegen das Zurücklassen ihrer Heimat wehren, wirklich ernst zu nehmen. Am Ende ist er ein tragischer Charakter, mit dem man aber wenig Mitleid hat. Dazu gesellt sich das schon erwähnte fahrige Skript, das leider seine eigenen Botschaften immer wieder ignoriert. Diese werden nämlich durch die störenden, übertriebenen Klischeebilder und die aufdringliche Natur- und Tier-Symbolik beharrlich verwässert (turmhohe Wellen, pechschwarze Vogelschwärme, der Schimmel als Symbol für die reinen, guten Absichten Haukes).
Fazit: Thematisch und rein inhaltlich passende, zeitgemäße Umdeutung eines Klassikers der deutschen Literaturgeschichte. Dramaturgisch und inszenatorisch enttäuscht "Der Schimmelreiter“ jedoch, was vor allem an der symbolüberfrachteten Umsetzung und den schwach gezeichneten, ungenügend ausgearbeiteten Charakteren liegt.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Der Schimmelreiter"
Land: DeutschlandJahr: 2026
Genre: Drama
Kinostart: 05.02.2026
Regie: Franziska Meletzky
Darsteller: Max Hubacher als Hauke Haien, Olga von Luckwald als Elke Haien, Nico Holonics, Lisa Carline Hofer als Vollina Petersen, Josephine Bloéb als Clara
Kamera: Bella Halben
Verleih: Arsenal
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