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Das fast normale Leben (2025)

Dokumentation über den Alltag von vier Mädchen und Jugendlichen in einer Wohngruppe der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 13 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Zwei Jahre begleitete Regisseur Stefan Sick für "Das fast normale Leben“ vier Mädchen, die in der Einrichtung der Jugendhilfe Friedenshort in Baden-Württemberg ohne ihre Eltern leben, mit der Kamera. Getrennt von ihren allerengsten Bezugspersonen bauen sie sich (mühsam) ein selbstbestimmtes Leben mit innerer Stabilität, Anerkennung und Sicherheit auf. Unterstützung erfahren sie dabei von ihren Betreuern und Pädagogen. Tag für Tag kämpfen die Mädchen mit den Herausforderungen des Erwachsenwerdens und sie lernen früh die Herausforderungen im Umgang mit Institutionen und Behörden kennen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

Auf Augenhöhe mit den Porträtierten

Lena, Leni, Eleyna und Lisann sind die Protagonistinnen in dieser einfühlsamen, behutsamen umgesetzten Langzeit-Dokumentation. Sie wünschen sich nur eins: ein normales Leben mit jener Sicherheit und – elterlichen – Geborgenheit, die für viele Kinder und Jugendliche selbstverständlich scheint. Doch dies ist alles andere als selbstverständlich ist, das macht die Doku über diese vier feinfühligen und intelligenten aber auch schwer traumatisierten junge Menschen deutlich.

Es ist die Nähe zu den Mädchen, die Sicks ("Das innere Leuchten“) Arbeit abermals auszeichnet und den formal durch seine ruhige Bildsprache überzeugenden Film so sehenswert macht. Die Kamera verweilt häufig auf Augenhöhe der Figuren, folgt den Mädchen voller Respekt – und dem nötigen Abstand – durch ihren Alltag und vermeidet jederzeit auch nur den Anflug von Effekthascherei. Auf diese Weise entsteht eine Nähe, die nie voyeuristisch oder aufdringlich wirkt.

Die Fehler im System

Natürlich wird es in "Das fast normale Leben“ auch oft emotional, allerdings verkommen diese intensiven Szenen nie zum Selbstzweck. Sie entstehen aus dem Moment heraus, etwa wenn die Mädchen sich von ihren Eltern verabschieden müssen oder es zu Gesprächen mit den Betreuern kommt, die von den Heranwachsenden Reflexion und Selbstkritik einfordern. Es ist ein großes Verdienst von Sick, dass wir mit den Protagonistinnen so sehr mitfühlen – obwohl wir rein faktisch und objektiv fast nichts über sie wissen. Sick verwendet keine Off-Kommentierung und lässt alles geschehen.

Er greift nicht ein und fungiert damit als der klassische, rein passive und beobachtende Dokufilmer. Besonders nachdrücklich gestalten sich die Gesprächsrunden mit Behördenvertretern und Gutachtern, die das ganze Dilemma des Systems offenbaren und zeigen, wieso sich die betroffenen jungen Menschen so oft unverstanden und übergangen fühlen. Man spricht über sie und trifft Entscheidungen ihre Zukunft betreffend, anstatt sie ernst zu nehmen. Die Mädchen wollen angehört werden und selbst entscheiden, was und wer ihnen guttut. In der Praxis gestaltet sich dies jedoch nur allzu oft als kaum realisierbares Vorgehen. Wenigstens Sick erlaubt ihnen, offen zu sprechen, zu handeln und sich zu zeigen, wie sie wirklich sind – mit all ihren Widersprüchen und in all ihren vielschichtigen Facetten.

Fazit: Mit dokumentarischer Geduld und einem exakten Gespür für echte, unverstellte Momente umgesetzter Film über vier starke junge Menschen, die inmitten komplizierter Lebensumstände versuchen, ihren eigenen Weg zu finden.




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Besetzung & Crew von "Das fast normale Leben"

Land: Deutschland
Jahr: 2025
Genre: Dokumentation
Länge: 135 Minuten
Kinostart: 22.01.2026
Regie: Stefan Sick
Kamera: Stefan Sick
Verleih: mindjazz pictures

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