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Nachbeben (2026)

Det andet offer

Dänisches Drama über eine nervenaufreibende Schicht in einem Krankenhaus.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 1.2 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 39 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Neurologin Alex (Özlem Saglanmak) arbeitet am Anschlag, lässt sich den Stress aber nicht anmerken. Die Schlaganfallstation des Krankenhauses, in dem sie angestellt ist, ist überlastet. Ein Kollege ist seit Längerem krankgeschrieben, ein Ersatz für ihn ist jedoch nicht in Sicht. Also übernimmt Alex nicht nur die Einweisung der neuen Assistenzärztin Emilie (Mathilde Arcel), die ausgesprochen ängstlich auftritt, sondern auch noch den Bereitschaftsdienst.

Als die verunsicherte Emilie die souverän auftretende Alex bei einem Fall zu Rate zieht, unterläuft der erfahrenen Neurologin ein fataler Fehler. Sie schickt die Mutter Camilla (Trine Dyrholm), die mit ihrem 17-jährigen Sohn Oliver (Jacob Spang Olsen) ins Krankenhaus gekommen ist, nach einer Routineuntersuchung wieder nach Hause. Doch Oliver bricht noch auf dem Flur zusammen. Im Anschluss daran gerät Alex, zusehends von Gewissensbissen geplagt, mit Emilie, mit dem Chirurgen Esben (Olaf Johannessen), mit Camilla und mit deren Ehemann Karl (Anders Matthesen) aneinander.

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"Nachbeben": Berufsrisiken und Nebenwirkungen

Die Ärztin Alex (Özlem Saglanmak) agiert routiniert. Schon während des Schichtantritts, wenn sie in der Umkleide aus ihren Straßenklamotten in ihre Arbeitskleidung steigt, sitzt jeder Handgriff. Im hektischen Krankenhausalltag gibt es keine Zeit zu verlieren. Für jeden erdenklichen Fall hat Alex die korrekte Medikamenten-Dosis im Kopf, auf ausstehende Patientenakten kann sie im Notfall nicht warten und auch sonst hat die souverän auftretende Neurologin die Ruhe weg.

Da erscheint es nur logisch, dass Alex zusätzlich zu ihren Aufgaben auch noch den Bereitschaftsdienst übernimmt, vor dem sich das übrige Kollegium bei der morgendlichen Dienstbesprechung wegduckte. Doch dann kommt es, wie es in einem Drama kommen muss. Der selbstsicheren Medizinerin, die "Fehler" nicht in ihrem Wortschatz führt, unterläuft ein fataler. Hat sie sich zu selbstsicher gefühlt? War die angespannte Lage inklusive dünner Personaldecke dafür verantwortlich? Oder war es am Ende gar kein Fehler, sondern eine medizinische Einschätzung, die jeder andere Kollegen ebenfalls getroffen hätte?

Mehr als ein Opfer

Die dänische Schauspielerin Zinnini Elkington spürt in ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm als Drehbuchautorin und Regisseurin ebendiesen Fragen nach – und fordert gleichzeitig mehr "Empathie gegenüber dem fehlbaren Menschen in uns allen" ein. Die Debütantin zeichnet Ärzte, so egoistisch bis arrogant sie mitunter auch auftreten mögen, gerade nicht als Götter in Weiß, sondern zeigt deren zerbrechliche Seite hinter der beruflichen Fassade. Die Idee kam der Filmemacherin bereits im Jahr 2020, als ihre jüngere "Schwester begann, mir von ihren Erfahrungen als junge Ärztin zu erzählen", erinnert sich Elkington. Nach mehreren Jahren der Recherche hat sich Elkington dazu entschieden, ihre Handlung auf das Second-Victim-Syndrom zu konzentrieren, also darauf, welche seelischen Belastungen Behandlungsfehler beim medizinischen Personal auslösen können.

Der Originaltitel "Det andet offer" (deutsch: "Das zweite Opfer") weist darauf hin. Er lässt sich aber auch noch anders interpretieren, als nur auf die Weise, dass die behandelnde Ärztin Alex zum zweiten Opfer ihrer eigenen Fehldiagnose wird. Auch die Entscheidung, vor der die Eltern des gestorbenen Teenagers nach dessen Tod stehen, ließe sich als Opfer interpretieren, das Vater und Mutter erbringen müssen. Denn neben Fragen nach Schuld, Unschuld und Unverschuldetheit geht es in "Nachbeben" auch um soziale Verantwortung und um die Frage, was und wie viel wir der Gesellschaft zurückgeben sollten.

Atemlose Inszenierung

Formal hat sich Zinnini Elkington für eine atemlose Inszenierung entschieden. Bis auf einen kurzen Epilog, in dem die von Özlem Saglanmak großartig verkörperte Neurologin Alex mit sich selbst Frieden schließt, spielt die Handlung ausnahmslos während einer einzigen Schicht in einem personell unterbesetzten Krankenhaus. Viele der mit einer agilen Handkamera eingefangenen Szenen erwecken den Anschein, als seien sie in Echtzeit gedreht worden. Die bunt bemalten Wände und die Spinde auf den Fluren, die die unterschiedlichsten Farben tragen, stehen in krassem Kontrast zur angespannten Arbeitsatmosphäre. Die Montage und ein Ticken auf der Tonebene verstärken den ohnehin schon hohen Stressfaktor.

Seit ein paar Jahren rückt diese Überforderung vermehrt in den Fokus. Nach vergleichbaren Filme wie "In den besten Händen" (2022) oder "Heldin" (2024) sowie den Fernsehserien "The Pitt" und "KRANK Berlin" (beide seit 2025) führt "Nachbeben" vor Augen, dass es nicht nur in Frankreich, der Schweiz, den USA und Deutschland, sondern sogar im Vorzeige-Staat Dänemark schlechter um das Gesundheitssystem bestellt ist, als gemeinhin angenommen wird.

Fazit: "Nachbeben", das Regiedebüt der dänischen Schauspielerin Zinnini Elkington, ist ein atemloses Drama über die Höhen und Tiefen eines angespannten Krankenhausalltags. Grandios gespielt und rasant inszeniert, wirft Elkington große Fragen über Fehler und Unfehlbarkeit, Schuld und Sühne, Leben und Tod auf – und rückt dabei ein kaputt gespartes Gesundheitssystem und was es mit den Menschen macht in den Fokus.




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Besetzung & Crew von "Nachbeben"

Land: Dänemark
Weitere Titel: Second Victims
Jahr: 2026
Genre: Drama
Originaltitel: Det andet offer
Länge: 92 Minuten
Kinostart: 07.05.2026
Regie: Zinnini Elkington
Darsteller: Özlem Saglanmak, Trine Dyrholm, Olaf Johannessen, Anders Matthesen, Iman Meskini
Verleih: 24 Bilder, Lighthouse Home Entertainment

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