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Die Solisten (2025)

Anna Hepp beschäftigt sich in ihrem Dokumentarfilm "Die Solisten“ mit dem Alltag und den Herausforderungen Alleinerziehender in Deutschland.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 5.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Lebenswirklichkeit von zehn Alleinerziehenden, die über ihren Alltag berichten, ist der erzählerische Kern der von Anna Hepp inszenierten Dokumentation. Die Filmemacherin lässt die Porträtierten aus ihrer Perspektive berichten und erforscht dabei die emotionalen wie gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind. Wieso haben es alleinerziehende Elternteile so schwer in unserer Gesellschaft? Welche Vorurteile prallen ihnen entgegen und auf welchen, tief verwurzelten Glaubenssätzen beruhen diese Klischees? Diese und andere Fragen versucht "Die Solisten“ zu klären.

Bildergalerie zum Film "Die Solisten"

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse3 / 5

Post-apokalyptische Atmosphäre

"Die Solisten“ ist ein gänzlich ungewöhnliches Werk, das auf die sonst übliche formale Strenge verzichtet und sich bewusst vom gängigen Doku-Dreigestirn (bestehend aus Interviews, Spielszenen, Archivaufnahmen) entfernt. Hepp, selbst alleinerziehende Mutter, entführt ihre Protagonistinnen und Protagonisten aus ihrer gewohnten häuslichen Umgebung und befragt sie an einem besonderen Schauplatz: in einer verlassenen Lagerhalle im Kölner Stadtteil Nippes.

Das Areal verströmt eine post-apokalyptische Atmosphäre und dient als neutraler, abgeschiedener Schauplatz, dem nicht zuletzt eine entscheidende Symbolkraft innewohnt. Abseits und isoliert liegt das Fabrikgebäude – scheinbar fast unbemerkt von weiten Teilen der Gesellschaft. Und ebenso ungesehen, allein und hilflos fühlen sich die Interviewten in ihrer Situation zwischen Kindererziehung, Job und (auf der Strecke bleibender) Selbstfürsorge. Das machen ihre offenen und intimen Schilderungen schnell deutlich.

Experimenteller Ansatz

Hepp befragt acht Frauen und zwei Männer, die verschiedene Hintergründe haben und unterschiedlich alt sind. Manche haben eine Migrationsgeschichte, andere sind queer – doch bei allen ging die Beziehung während der Schwangerschaft oder nach der Geburt auseinander. Und noch etwas anderes eint alle Porträtierten: Die immer wieder aufkeimende Frage nach der "Schuld“, mit der sie von ihrer Umwelt konfrontiert werden. Allzu viel verrät der Film aber nie über seine "Solisten“, etwa woher sie genau kommen oder welche Berufe sie haben.

Neben persönlichen Lebensentwürfen und -geschichten befasst sich der Film mit tief in den Köpfen der Menschen eingravierten Vorurteilen und stereotypen, normativen Vorstellungen. Diesem Sujet geht Hepp, im wahrsten Sinne, spielerisch und auf experimentelle Weise nach. Die Protagonisten dürfen den Drehort erkunden. Mal allein, mal zu zweit, mal in der Gruppe. Ergänzend kommen wiederum symbolhaft eingesetzte, ins Bild ragende Gegenstände (Steinplatten, Gerüste u.a.) hinzu oder wir sehen Tanz-Performances, mal ruhig und bedächtig, mal ausgelassener ausgeführt. Das alles wirkt vielfach originell und kreativ, die Sinnhaftigkeit mancher "Aktionen“ (etwa ein gemeinsam durchgeführtes Atemtraining) erschließt sich aber nicht vollends.

Fazit: Essayistischer Dokumentarfilm mit experimenteller Note, der bewusst mit gewohnten Sehgewohnheiten bricht und sich seinem wichtigen und komplexen Thema visuell wie inhaltlich unalltäglich annähert.




Besetzung & Crew von "Die Solisten"

Land: Deutschland
Jahr: 2025
Genre: Dokumentation
Länge: 83 Minuten
Kinostart: 29.01.2026
Regie: Anna Hepp
Darsteller: Thilo Dahlmann
Verleih: dejavu filmverleih



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