
© UCM.One
Coexistence, My Ass! (2025)
Langzeit-Doku über eine israelische Komikerin, an deren Leben sich die Zerrissenheit eines ganzen Landes ablesen lässt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Die israelische Comedian Noam Shuster Eliassi stammt aus »Wahat al-Salam / Neve Shalom«, gelegen im israelisch-palästinensischen Grenzgebiet. Das ist eine kleine Gemeinschaft von etwa 300 Menschen aus jüdischen und arabischen Familien, die im Einklang miteinander leben. Mit Anfang 20 wurde sie Co-Direktorin von Interpeace, einer von den Vereinten Nationen gegründeten Organisation für den Aufbau und die Wahrung von Frieden. Shuster Eliassis Karriere als Diplomatin oder Politikerin schien vorgezeichnet – doch dann wurde sie Komikerin. In ihrer Show "Coexistence, My Ass!“ nimmt Shuster Eliassi kein Blatt vor den Mund und wird nicht müde, die Politik von Benjamin Netanjahu zu kritisieren. Aktivismus und Stand-up-Komik mit politischem Einschlag? Noam Shuster Eliassi bringt genau das zusammen.
Bildergalerie zum Film "Coexistence, My Ass!"
Hier streamen
Filmkritik
Vielschichtiges Mosaik
"Ich möchte stattdessen durch Comedy Frieden stiften“, sagt Shuster Eliassi an einer Stelle des Films und in diesem Satz schwingt eine wichtige Information mit. Dass ihr dieses Unterfangen während ihrer Zeit bei der UN nämlich nicht im gewünschten Umfang gelang. Fünf Jahre lang gewährte sie der Regisseurin Amber Fares Einblicke in ihren Alltag. Die Filmemacherin entscheidet sich für ein vielschichtiges Mosaik bestehend aus Szenen von Eliassis Auftritten und Comedys-Shows, ergänzend sehen wir sie bei Demos und in TV-Interviews. Hinzu kommen Impressionen aus ihrem Alltag als Privatperson und Archivbilder aus einer Zeit, als Eliassi noch in »Wahat al-Salam / Neve Shalom« lebte.
Dieser kleine, zweisprachige Ort auf einem Hügel zwischen Tel Aviv und Jerusalem ist einmalig: Hier leben, demokratisch und gleichberechtigt, arabische und jüdische Israelis mit ihren Familien zusammen. Sie, und darauf nimmt der Filmtitel Bezug, koexistieren friedlich. Den Friedensprozess zu fördern und sich mit den Mitteln der beißenden Satire und Polit-Comedy für eine stabile Zwei-Staaten-Lösung einzusetzen. Das sind die Antriebsfedern dieser beachtenswerten, intellektuellen Stand-up-Comedienne, die persönlich stark unter den Konflikten der letzten Jahre zu leiden hatte.
Dem Schmerz mit Humor begegnen
Dem Hamas-Attentat am 7. Oktober 2023 vielen auch einige von Shusters Freundinnen und Bekannten zum Opfer. Doch Eliassi begegnete der Trauer mit Humor. Wie sie es immer tat. "Coexistence, My Ass“ steht der Herausforderung gegenüber, die Protagonistin gleich in drei unterschiedlichen Funktionen (oder vielmehr: Rollen) zu porträtieren: als Komikerin, als Aktivistin und als 39-jährige jüdische Frau bzw. Privatperson mit einem Dasein abseits der Comedy-Bühne.
Dies gelingt der Doku nicht immer gleichberechtigt und perfekt ausbalanciert. Es wäre spannend gewesen, noch mehr über Eliassis Inneres zu erfahren. Oder sie noch öfter in intimen, stillen Momenten zu erleben, etwa nach ihren (zumeist sehr gut besuchten) One-Woman-Shows. Auch das Modell des jüdisch-christlich-muslimischen Friedensdorfs gibt so viel her, dass mehr Hintergrundinfos wünschenswert gewesen wären – dies hätte den Rahmen der ohnehin an Themen und Inhalten nicht gerade armen Doku aber final gesprengt.
Fazit: Die mit viel Leidenschaft fürs Sujet umgesetzte Doku "Coexistence, My Ass“ zeigt, was Humor alles leisten kann (und darf) und porträtiert eine Frau, die mit ihrer künstlerischen Arbeit ihren Teil zum Friedensprozess im Nahen Osten beiträgt.
"Ich möchte stattdessen durch Comedy Frieden stiften“, sagt Shuster Eliassi an einer Stelle des Films und in diesem Satz schwingt eine wichtige Information mit. Dass ihr dieses Unterfangen während ihrer Zeit bei der UN nämlich nicht im gewünschten Umfang gelang. Fünf Jahre lang gewährte sie der Regisseurin Amber Fares Einblicke in ihren Alltag. Die Filmemacherin entscheidet sich für ein vielschichtiges Mosaik bestehend aus Szenen von Eliassis Auftritten und Comedys-Shows, ergänzend sehen wir sie bei Demos und in TV-Interviews. Hinzu kommen Impressionen aus ihrem Alltag als Privatperson und Archivbilder aus einer Zeit, als Eliassi noch in »Wahat al-Salam / Neve Shalom« lebte.
Dieser kleine, zweisprachige Ort auf einem Hügel zwischen Tel Aviv und Jerusalem ist einmalig: Hier leben, demokratisch und gleichberechtigt, arabische und jüdische Israelis mit ihren Familien zusammen. Sie, und darauf nimmt der Filmtitel Bezug, koexistieren friedlich. Den Friedensprozess zu fördern und sich mit den Mitteln der beißenden Satire und Polit-Comedy für eine stabile Zwei-Staaten-Lösung einzusetzen. Das sind die Antriebsfedern dieser beachtenswerten, intellektuellen Stand-up-Comedienne, die persönlich stark unter den Konflikten der letzten Jahre zu leiden hatte.
Dem Schmerz mit Humor begegnen
Dem Hamas-Attentat am 7. Oktober 2023 vielen auch einige von Shusters Freundinnen und Bekannten zum Opfer. Doch Eliassi begegnete der Trauer mit Humor. Wie sie es immer tat. "Coexistence, My Ass“ steht der Herausforderung gegenüber, die Protagonistin gleich in drei unterschiedlichen Funktionen (oder vielmehr: Rollen) zu porträtieren: als Komikerin, als Aktivistin und als 39-jährige jüdische Frau bzw. Privatperson mit einem Dasein abseits der Comedy-Bühne.
Dies gelingt der Doku nicht immer gleichberechtigt und perfekt ausbalanciert. Es wäre spannend gewesen, noch mehr über Eliassis Inneres zu erfahren. Oder sie noch öfter in intimen, stillen Momenten zu erleben, etwa nach ihren (zumeist sehr gut besuchten) One-Woman-Shows. Auch das Modell des jüdisch-christlich-muslimischen Friedensdorfs gibt so viel her, dass mehr Hintergrundinfos wünschenswert gewesen wären – dies hätte den Rahmen der ohnehin an Themen und Inhalten nicht gerade armen Doku aber final gesprengt.
Fazit: Die mit viel Leidenschaft fürs Sujet umgesetzte Doku "Coexistence, My Ass“ zeigt, was Humor alles leisten kann (und darf) und porträtiert eine Frau, die mit ihrer künstlerischen Arbeit ihren Teil zum Friedensprozess im Nahen Osten beiträgt.
Björn Schneider
TrailerAlle "Coexistence, My Ass!"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Coexistence, My Ass!"
Land: USA, FrankreichJahr: 2025
Genre: Dokumentation
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 05.02.2026
Regie: Amber Fares
Darsteller: Noam Shuster Eliassi
Verleih: UCM.One


