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Rains Over Babel (2025)
Llueve sobre Babel
Kolumbianisches Drama, das in einer fantastischen Parallelwelt angesiedelt ist.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Unter den aufmerksamen Augen des Barkeepers, den alle nur den "Apotheker" (Santiago Pineda) nennen, spielt La Flaca (Saray Rebolledo) im Nachtclub "Babel" mit den Gästen um Leben und Tod. Eine davon ist die verzweifelte Mutter Uma (Celina Biurrun), die ihrer todkranken Tochter das Leben retten will. Dafür begibt sie sich mit Timbí (Jose Mojica), dem Sohn des Clubbesitzers, auf die Suche nach dem Musiker El Callegüeso (Jacobo Velez), der in einem seltsamen Hotel gefangen gehalten wird.
Der Clubbesitzer Gian Salai (John Alex Castillo) und der Pastorensohn Jacob (William Hurtado) haben derweil ganz andere Probleme. Ebenso der im Limbo feststeckende Dante (Felipe Aguilar Rodríguez), der für La Flaca verstorbene Seelen einsammeln muss.
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Filmkritik
"Rains Over Babel": Kunterbunte Unterwelt
Kolumbianische Filme bekommt man in deutschen Kinos nicht alle Tage zu Gesicht – und einen wie diesen schon gleich gar nicht, so bunt, schrill und wild ist das Langfilmdebüt der Regisseurin Gala del Sol geworden. Das von ihr selbst verfasste Drehbuch schickt das Publikum auf einen kunterbunten Höllentrip. Denn die Handlung ist, wie die Namen des Orts und einiger Hauptfiguren bereits erahnen lassen, an die "Göttliche Komödie" von Dante Alighieri (1265–1321), die griechische Mythologie und die Bibel angelehnt. Munter mischt del Sol eine Punk-Ästhetik, Salsa-Musik, Drag-Performances sowie eine Prise magischen Realismus unter, sodass am Ende eine einzigartige Welt entsteht, die irgendwo zwischen Kitsch und Camp oszilliert.
Viele Handlungsstränge
Erzählt werden gleich mehrere Geschichten rund um den Club "Babel", auf dessen Tanzfläche die laszive Flaca (Saray Rebolledo) mit den Gästen um Leben und Tod spielt, während in Gestalt des "Apothekers" (Santiago Pineda) der leibhaftige Teufel hinter dem Tresen steht. Parallel dazu wird Dante (Felipe Aguilar Rodríguez) von Flaca auf den Weg geschickt, verstorbene Seelen einzutreiben, versuchen die verzweifelte Uma (Celina Biurrun) und der faule Timbí (Jose Mojica) den Musiker El Callegüeso (Jacobo Velez) aufzuspüren, schlägt sich der Clubbesitzer Gian Salai (John Alex Castillo) mit Kredithaien herum, hadert Jacob (William Hurtado) damit, seinem Vater, dem Pastor Don Alfonso (Jhon Narváez), seine queere Identität zu offenbaren und ist der an einer Überdosis abgekratzte Poet Claudio Monet (Johan Zapata) darum bemüht, doch noch irgendwie am Leben zu bleiben. Das klingt nicht nur nach zu viel Stoff für einen einzigen Film, das ist es auch.
Visuell beeindruckend, aber zu vollgestopft
Die größte Schwäche dieses nicht zuletzt aufgrund seiner originellen Sets visuell bisweilen beeindruckenden Debüts ist die Narration. "Rains Over Babel", der im Januar 2025 beim Sundance Film Festival Premiere feierte und danach unter anderem noch in Rotterdam, Oldenburg und Thessaloniki zu sehen war, ist der Auftakt einer geplanten Filmreihe über das fiktive Universum der "City of Maya", wie del Sol die von ihr erschaffene Welt nennt. Und das merkt man dem Film an. In der Absicht, möglichst jede Figur, die in folgenden Filmen noch eine Rolle spielen könnte, schon einmal einzuführen, verliert die Regisseurin ihre Figuren, vor allem aber ihre Handlungsstränge aus den Augen. Damit wenigstens das Kinopublikum den Überblick behält, wird die Handlung gleich von zwei Figuren, dem "Apotheker" und dessen stummer Frau (Sofia Buenaventura), in direkten Publikumsansprachen erläutert. Am Ende fügt sich zwar alles zusammen, man wird aber das Gefühl nicht los, dass sich all das trotz der ganzen Fülle auch deutlich kürzer hätte erzählen lassen.
Fazit: "Rains Over Babel" ist ein vielversprechendes Spielfilmdebüt. Denn die Regisseurin und Drehbuchautorin Gala del Sol erzählt ihre abgedrehte, in einer fantastischen Parallelwelt angesiedelte Geschichte mit viel Fabulierlust und Freude an der Übertreibung. Die Fülle ist letztlich auch das größte Problem eines Films, der aus allen Nähten platzt und dabei Queerness, Kitsch und Camp feiert.
Kolumbianische Filme bekommt man in deutschen Kinos nicht alle Tage zu Gesicht – und einen wie diesen schon gleich gar nicht, so bunt, schrill und wild ist das Langfilmdebüt der Regisseurin Gala del Sol geworden. Das von ihr selbst verfasste Drehbuch schickt das Publikum auf einen kunterbunten Höllentrip. Denn die Handlung ist, wie die Namen des Orts und einiger Hauptfiguren bereits erahnen lassen, an die "Göttliche Komödie" von Dante Alighieri (1265–1321), die griechische Mythologie und die Bibel angelehnt. Munter mischt del Sol eine Punk-Ästhetik, Salsa-Musik, Drag-Performances sowie eine Prise magischen Realismus unter, sodass am Ende eine einzigartige Welt entsteht, die irgendwo zwischen Kitsch und Camp oszilliert.
Viele Handlungsstränge
Erzählt werden gleich mehrere Geschichten rund um den Club "Babel", auf dessen Tanzfläche die laszive Flaca (Saray Rebolledo) mit den Gästen um Leben und Tod spielt, während in Gestalt des "Apothekers" (Santiago Pineda) der leibhaftige Teufel hinter dem Tresen steht. Parallel dazu wird Dante (Felipe Aguilar Rodríguez) von Flaca auf den Weg geschickt, verstorbene Seelen einzutreiben, versuchen die verzweifelte Uma (Celina Biurrun) und der faule Timbí (Jose Mojica) den Musiker El Callegüeso (Jacobo Velez) aufzuspüren, schlägt sich der Clubbesitzer Gian Salai (John Alex Castillo) mit Kredithaien herum, hadert Jacob (William Hurtado) damit, seinem Vater, dem Pastor Don Alfonso (Jhon Narváez), seine queere Identität zu offenbaren und ist der an einer Überdosis abgekratzte Poet Claudio Monet (Johan Zapata) darum bemüht, doch noch irgendwie am Leben zu bleiben. Das klingt nicht nur nach zu viel Stoff für einen einzigen Film, das ist es auch.
Visuell beeindruckend, aber zu vollgestopft
Die größte Schwäche dieses nicht zuletzt aufgrund seiner originellen Sets visuell bisweilen beeindruckenden Debüts ist die Narration. "Rains Over Babel", der im Januar 2025 beim Sundance Film Festival Premiere feierte und danach unter anderem noch in Rotterdam, Oldenburg und Thessaloniki zu sehen war, ist der Auftakt einer geplanten Filmreihe über das fiktive Universum der "City of Maya", wie del Sol die von ihr erschaffene Welt nennt. Und das merkt man dem Film an. In der Absicht, möglichst jede Figur, die in folgenden Filmen noch eine Rolle spielen könnte, schon einmal einzuführen, verliert die Regisseurin ihre Figuren, vor allem aber ihre Handlungsstränge aus den Augen. Damit wenigstens das Kinopublikum den Überblick behält, wird die Handlung gleich von zwei Figuren, dem "Apotheker" und dessen stummer Frau (Sofia Buenaventura), in direkten Publikumsansprachen erläutert. Am Ende fügt sich zwar alles zusammen, man wird aber das Gefühl nicht los, dass sich all das trotz der ganzen Fülle auch deutlich kürzer hätte erzählen lassen.
Fazit: "Rains Over Babel" ist ein vielversprechendes Spielfilmdebüt. Denn die Regisseurin und Drehbuchautorin Gala del Sol erzählt ihre abgedrehte, in einer fantastischen Parallelwelt angesiedelte Geschichte mit viel Fabulierlust und Freude an der Übertreibung. Die Fülle ist letztlich auch das größte Problem eines Films, der aus allen Nähten platzt und dabei Queerness, Kitsch und Camp feiert.
Falk Straub
TrailerAlle "Rains Over Babel"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Rains Over Babel"
Land: Kolumbien, USA, SpanienJahr: 2025
Genre: Drama, Fantasy
Originaltitel: Llueve sobre Babel
Länge: 111 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 05.02.2026
Verleih: Cinemien
