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Sabbatical (2024)
Drama über ein Paar mit Tochter, das in einer gemeinsamen Auszeit in Griechenland von der Beziehungskrise eingeholt wird.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Tara (Seyneb Saleh) und Robert (Trystan Pütter) haben sich mit ihrer kleinen Tochter Nia (Zoë Baier) eine Auszeit in Griechenland genommen. Das Paar aus Berlin wollte der schwelenden Beziehungskrise entkommen, doch im malerisch am Meer gelegenen Haus flammt sie nach einiger Zeit wieder auf. Die 40-jährige Tara wollte eigentlich an ihrem neuen Roman schreiben, kommt aber nicht voran. Nia fühlt sich einsam und geht auch nicht gern zur Tagesbetreuung in den Ort. Robert arbeitet ständig im Homeoffice, hängt dauernd am Telefon oder konferiert am Computer.
Tara und Robert überziehen sich mit Vorwürfen, schreien sich an. Da steht plötzlich Joni (Sebastian Urzendowsky), Roberts jüngerer Bruder, vor der Tür. Er kümmert sich um Nia und scheint sich mit Tara besser zu verstehen als mit seinem Bruder. Ein Unfall ruft auch Roberts und Jonis Eltern Hans (Bernhard Schütz) und Marlies (Ulrike Willenbacher) auf den Plan. Die Krisenstimmung erhält neue Nahrung.
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Filmkritik
"Sabbatical“: Streit mit Meerblick
Was das Paar im Zentrum des Dramas "Sabbatical“ versucht, ist gar nicht so ungewöhnlich. Ein paar Monate oder ein Jahr im Süden zu leben, naturnah statt wie zuhause in einer deutschen Großstadt, das können sich viele Menschen, die ein wenig Geld zurückgelegt haben oder die im Homeoffice arbeiten, durchaus leisten. Tara und Robert wollen am Meer in Griechenland an ihrer Beziehung arbeiten, sich wieder näherkommen und die Familie festigen, bevor Tochter Nia in die Schule kommt. Judith Angerbauer, die auch das Drehbuch schrieb, konfrontiert das Paar in ihrem Regiedebüt jedoch in geballter Form mit der Krise, der es entkommen wollte.
Ein folgenreicher Besuch
Tara fühlt sich von Robert übergangen und missachtet. Widerstrebend gibt sie ihm ihr Manuskript zu ihrem neuen Buch zu lesen, mit dem sie nicht recht vorankommt. Robert gefällt es nicht und sie wirft ihren Laptop wütend aus dem Fenster. Nachts schreit die sechsjährige Nia im Schlaf, tagsüber schreien sich die Eltern an. Als Roberts Bruder Joni hinzustößt, könnte sich die Lage entspannen, aber die Konflikte bekommen zum Teil neue Nahrung. Joni ist nach Roberts Meinung ein Luftikus, der gedealt hat und immer in Schwierigkeiten gerät. Nia freut sich, dass der Onkel mit ihr zum Klettern geht. Nach einem folgenschweren Unfall kommen Roberts und Jonis Eltern, um zu helfen. Nun zeigt sich bald, dass auch die scheinbar so perfekten Eltern nicht wirklich harmonieren.
Der Einfluss der Eltern
Die erwachsenen Kinder führen offenbar Konflikte fort, die ihre Eltern nicht lösen konnten, oder sie haben deren Erwartungen übernommen. Wenn Mutter Marlies sagt, dass sie früher auch gerne eine Weile in den Süden gezogen wäre mit ihrer Familie, darf man spekulieren, ob Robert vielleicht ihren Traum für sich nachgeholt hat. Die Regisseurin lässt solche Verbindungen und Querverweise nur dezent einfließen, bläut einem die möglichen Deutungen nicht mit dem Holzhammer ein.
Häufig ziehen Wolken über dem Meer auf, passend zur eingetrübten Lage im Inneren des schmucklosen Hauses. Auch die karge Landschaft mit den verkarsteten Bergen verweigert sich dem Klischee vom Urlaubsparadies, für das jetzt ohnehin nicht mehr Saison wäre. Die Charaktere sind auf sich selbst zurückgeworfen. Vielleicht hätte es des Unfalls gar nicht bedurft, um die Geschichte dramatisch aufzuladen, denn die Konflikte des Paares sorgen ja von Anfang an für emotionalen Aufruhr. Nicht nur Tara und Robert sind gut gespielt, auch Sebastian Urzendowsky überzeugt in der Rolle des Bruders, für den sich die Dinge ebenfalls negativ entwickeln.
Fazit: Ein Paar, das sich mit seiner Tochter eine Auszeit in einem griechischen Haus am Meer nimmt, findet dort nicht das erhoffte Glück. Als der Bruder des Mannes zu Besuch kommt, spitzt sich die Lage zu. Judith Angerbauers Regiedebüt spielt auf spannende Weise mit den Klischees vom erholsamen Rückzug, denn in der Isolation verschwinden die mitgebrachten Beziehungsprobleme nicht. Die vielen Wolken über dem Meer verweisen deutlich darauf, dass sich die Familie nicht mehr im Urlaub befindet.
Was das Paar im Zentrum des Dramas "Sabbatical“ versucht, ist gar nicht so ungewöhnlich. Ein paar Monate oder ein Jahr im Süden zu leben, naturnah statt wie zuhause in einer deutschen Großstadt, das können sich viele Menschen, die ein wenig Geld zurückgelegt haben oder die im Homeoffice arbeiten, durchaus leisten. Tara und Robert wollen am Meer in Griechenland an ihrer Beziehung arbeiten, sich wieder näherkommen und die Familie festigen, bevor Tochter Nia in die Schule kommt. Judith Angerbauer, die auch das Drehbuch schrieb, konfrontiert das Paar in ihrem Regiedebüt jedoch in geballter Form mit der Krise, der es entkommen wollte.
Ein folgenreicher Besuch
Tara fühlt sich von Robert übergangen und missachtet. Widerstrebend gibt sie ihm ihr Manuskript zu ihrem neuen Buch zu lesen, mit dem sie nicht recht vorankommt. Robert gefällt es nicht und sie wirft ihren Laptop wütend aus dem Fenster. Nachts schreit die sechsjährige Nia im Schlaf, tagsüber schreien sich die Eltern an. Als Roberts Bruder Joni hinzustößt, könnte sich die Lage entspannen, aber die Konflikte bekommen zum Teil neue Nahrung. Joni ist nach Roberts Meinung ein Luftikus, der gedealt hat und immer in Schwierigkeiten gerät. Nia freut sich, dass der Onkel mit ihr zum Klettern geht. Nach einem folgenschweren Unfall kommen Roberts und Jonis Eltern, um zu helfen. Nun zeigt sich bald, dass auch die scheinbar so perfekten Eltern nicht wirklich harmonieren.
Der Einfluss der Eltern
Die erwachsenen Kinder führen offenbar Konflikte fort, die ihre Eltern nicht lösen konnten, oder sie haben deren Erwartungen übernommen. Wenn Mutter Marlies sagt, dass sie früher auch gerne eine Weile in den Süden gezogen wäre mit ihrer Familie, darf man spekulieren, ob Robert vielleicht ihren Traum für sich nachgeholt hat. Die Regisseurin lässt solche Verbindungen und Querverweise nur dezent einfließen, bläut einem die möglichen Deutungen nicht mit dem Holzhammer ein.
Häufig ziehen Wolken über dem Meer auf, passend zur eingetrübten Lage im Inneren des schmucklosen Hauses. Auch die karge Landschaft mit den verkarsteten Bergen verweigert sich dem Klischee vom Urlaubsparadies, für das jetzt ohnehin nicht mehr Saison wäre. Die Charaktere sind auf sich selbst zurückgeworfen. Vielleicht hätte es des Unfalls gar nicht bedurft, um die Geschichte dramatisch aufzuladen, denn die Konflikte des Paares sorgen ja von Anfang an für emotionalen Aufruhr. Nicht nur Tara und Robert sind gut gespielt, auch Sebastian Urzendowsky überzeugt in der Rolle des Bruders, für den sich die Dinge ebenfalls negativ entwickeln.
Fazit: Ein Paar, das sich mit seiner Tochter eine Auszeit in einem griechischen Haus am Meer nimmt, findet dort nicht das erhoffte Glück. Als der Bruder des Mannes zu Besuch kommt, spitzt sich die Lage zu. Judith Angerbauers Regiedebüt spielt auf spannende Weise mit den Klischees vom erholsamen Rückzug, denn in der Isolation verschwinden die mitgebrachten Beziehungsprobleme nicht. Die vielen Wolken über dem Meer verweisen deutlich darauf, dass sich die Familie nicht mehr im Urlaub befindet.
Bianka Piringer
Besetzung & Crew von "Sabbatical"
Land: DeutschlandJahr: 2024
Genre: Drama
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 05.02.2026
Verleih: farbfilm verleih





