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Wahrheit und Verrat - Truth and Treason (2026)
Truth & Treason
US-amerikanischer Historienfilm über einen wenig bekannten Widerstandskämpfer des Dritten Reichs.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Hamburg im Jahr 1941: Der hochbegabte junge Helmuth Hübener (Ewan Horrocks) wird als jüngster Mitarbeiter in der Stadtverwaltung eingestellt und versucht, gemeinsam mit seinen Freunden ein möglichst normales Leben im von Krieg geprägten Deutschland zu führen. Doch seine Welt gerät ins Wanken, als sein Freund Salomon Schwarz (Nye Occomore), ebenfalls Mormone, aber mit jüdischer Mutter, von den Nationalsozialisten verhaftet und deportiert wird. Erschüttert von der Ungerechtigkeit beginnt Helmuth, sich dem Regime entgegenzustellen. Heimlich verfasst er regimekritische Flugblätter und verteilt sie zusammen mit seinen Freunden Rudi (Daf Thomas) und Karl (Ferdinand McKay). Ihr mutiger Widerstand bleibt jedoch nicht lange unentdeckt: Gestapo-Mann Erwin Müssener (Rupert Evans) nimmt die Spur der Jugendlichen auf und setzt alles daran, ihre Aktivitäten zu stoppen.
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Filmkritik
“Wahrheit & Verrat – Truth & Treason”: Deutsche Geschichtsstunde aus den USA
Helmuth Hübener zählt selbst in Deutschland nicht zu den bekanntesten Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus. Während die Geschwister Scholl durch Filme wie “Die weiße Rose” (1982) und “Sophie Scholl – Die letzten Tage” (2005) fest im kulturellen Gedächtnis verankert sind und Graf Stauffenberg spätestens seit Operation Walküre (2009) auch international Aufmerksamkeit erhielt, blieb Hübener lange eine Randfigur der Erinnerung – obwohl er mit nur 17 Jahren der jüngste während der NS-Zeit hingerichtete Widerstandskämpfer war.
Vertraut mit dem Thema
Nach der PBS-Dokumentation “Truth & Conviction: The Helmuth Hübener Story” (2002) ließ Regisseur Matt Whittaker das Thema jedoch scheinbar nicht mehr los und er legt mit “Wahrheit & Verrat – Truth & Treason” erstmals einen Spielfilm über den jungen Dissidenten vor. Whittaker erzählt Hübeners Geschichte in klassischer Dramaturgie: Von einer scheinbar unbeschwerten Mutprobe vier jugendlicher Freunde – einem Sprung von der Brücke in einen Fluss – führt der Film chronologisch durch die historischen Ereignisse. Dabei orientiert er sich zwar eng an den bekannten Fakten, erlaubt sich jedoch einige erzählerische Freiheiten. So bringt etwa eine angedeutete Liebesgeschichte Hübeners mit Arbeitskollegin Elli (Sylvie Varcoe) ein bisschen romantische Spannung in die Geschichte, und auch seine Freundschaft zu einem gleichaltrigen Juden ist historisch nicht eindeutig belegt. Solche Zuspitzungen gehören freilich zum Handwerk des Historienfilms – und erweisen sich hier durchaus als spannungsfördernd. Denn obwohl der Ausgang bekannt ist, gelingt es Whittaker, die Spannung konstant aufrechtzuerhalten.
Der Vertrieb durch die US-amerikanischen Angel Studios erklärt, weshalb Hübeners religiöser Hintergrund spürbar in den Vordergrund rückt. Allerdings wirkt dies weit weniger plakativ als zuletzt in “Bonhoeffer” (2023). Vielleicht liegt das an Whittakers offenkundiger Sachkenntnis und sorgfältigen Recherche. Ganz ohne Pathos kommt jedoch auch dieser Film nicht aus: Wenn Hübener gegen Ende in beinahe sakralem Licht inszeniert wird, erinnert das stellenweise an Ikonografie. Aber auch aus anderen Gründen dürfte der Film hierzulande Glaubwürdigkeitsprobleme bekommen, denn das gezeigte Hamburg hat mit der historischen Hansestadt nur begrenzt zu tun. Doch dieser Makel wiegt weniger schwer, da die Inszenierung insgesamt stringent bleibt und handwerklich überzeugt.
Überzeugende Darsteller
Ein wesentlicher Anteil am Gelingen liegt bei den Darstellern. Ewan Horrocks verkörpert glaubhaft die schleichende, innere Transformation eines Jugendlichen, der immer entschiedener den Weg in den Widerstand einschlägt. Rupert Evans wiederum gestaltet den Gestapo-Ermittler nicht als bloßen Schurken, sondern als ambivalente Figur, in der Zweifel am System aufscheinen. Dieses Changieren zwischen brutaler Verhörpraxis und aufkeimendem Verständnis verleiht der Figur bemerkenswerte Tiefe. So bleibt “Wahrheit & Verrat – Truth & Treason” trotz einiger Schwächen ein sehenswerter Film über eine interessante historische Persönlichkeit – auch wenn ihm an manchen Stellen ein wenig weniger Pathos gutgetan hätte.
Fazit: Trotz konventioneller Erzählweise und gelegentlichem Pathos überzeugt "Wahrheit & Verrat - Truth & Treason" mit starken Darstellern und spannender Dramaturgie als solide inszeniertes Historienfilm-Porträt eines lange unterschätzten Widerstandskämpfers.
Helmuth Hübener zählt selbst in Deutschland nicht zu den bekanntesten Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus. Während die Geschwister Scholl durch Filme wie “Die weiße Rose” (1982) und “Sophie Scholl – Die letzten Tage” (2005) fest im kulturellen Gedächtnis verankert sind und Graf Stauffenberg spätestens seit Operation Walküre (2009) auch international Aufmerksamkeit erhielt, blieb Hübener lange eine Randfigur der Erinnerung – obwohl er mit nur 17 Jahren der jüngste während der NS-Zeit hingerichtete Widerstandskämpfer war.
Vertraut mit dem Thema
Nach der PBS-Dokumentation “Truth & Conviction: The Helmuth Hübener Story” (2002) ließ Regisseur Matt Whittaker das Thema jedoch scheinbar nicht mehr los und er legt mit “Wahrheit & Verrat – Truth & Treason” erstmals einen Spielfilm über den jungen Dissidenten vor. Whittaker erzählt Hübeners Geschichte in klassischer Dramaturgie: Von einer scheinbar unbeschwerten Mutprobe vier jugendlicher Freunde – einem Sprung von der Brücke in einen Fluss – führt der Film chronologisch durch die historischen Ereignisse. Dabei orientiert er sich zwar eng an den bekannten Fakten, erlaubt sich jedoch einige erzählerische Freiheiten. So bringt etwa eine angedeutete Liebesgeschichte Hübeners mit Arbeitskollegin Elli (Sylvie Varcoe) ein bisschen romantische Spannung in die Geschichte, und auch seine Freundschaft zu einem gleichaltrigen Juden ist historisch nicht eindeutig belegt. Solche Zuspitzungen gehören freilich zum Handwerk des Historienfilms – und erweisen sich hier durchaus als spannungsfördernd. Denn obwohl der Ausgang bekannt ist, gelingt es Whittaker, die Spannung konstant aufrechtzuerhalten.
Der Vertrieb durch die US-amerikanischen Angel Studios erklärt, weshalb Hübeners religiöser Hintergrund spürbar in den Vordergrund rückt. Allerdings wirkt dies weit weniger plakativ als zuletzt in “Bonhoeffer” (2023). Vielleicht liegt das an Whittakers offenkundiger Sachkenntnis und sorgfältigen Recherche. Ganz ohne Pathos kommt jedoch auch dieser Film nicht aus: Wenn Hübener gegen Ende in beinahe sakralem Licht inszeniert wird, erinnert das stellenweise an Ikonografie. Aber auch aus anderen Gründen dürfte der Film hierzulande Glaubwürdigkeitsprobleme bekommen, denn das gezeigte Hamburg hat mit der historischen Hansestadt nur begrenzt zu tun. Doch dieser Makel wiegt weniger schwer, da die Inszenierung insgesamt stringent bleibt und handwerklich überzeugt.
Überzeugende Darsteller
Ein wesentlicher Anteil am Gelingen liegt bei den Darstellern. Ewan Horrocks verkörpert glaubhaft die schleichende, innere Transformation eines Jugendlichen, der immer entschiedener den Weg in den Widerstand einschlägt. Rupert Evans wiederum gestaltet den Gestapo-Ermittler nicht als bloßen Schurken, sondern als ambivalente Figur, in der Zweifel am System aufscheinen. Dieses Changieren zwischen brutaler Verhörpraxis und aufkeimendem Verständnis verleiht der Figur bemerkenswerte Tiefe. So bleibt “Wahrheit & Verrat – Truth & Treason” trotz einiger Schwächen ein sehenswerter Film über eine interessante historische Persönlichkeit – auch wenn ihm an manchen Stellen ein wenig weniger Pathos gutgetan hätte.
Fazit: Trotz konventioneller Erzählweise und gelegentlichem Pathos überzeugt "Wahrheit & Verrat - Truth & Treason" mit starken Darstellern und spannender Dramaturgie als solide inszeniertes Historienfilm-Porträt eines lange unterschätzten Widerstandskämpfers.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "Wahrheit und Verrat - Truth and Treason"
Land: USAJahr: 2026
Genre: Drama, Historie
Originaltitel: Truth & Treason
Länge: 125 Minuten
Kinostart: 05.02.2026
Regie: Matt Whitaker
Darsteller: Ewan Horrocks, Rupert Evans, Ferdinand McKay, Daf Thomas, Nye Occomore
Kamera: Bianca Cline
Verleih: Kinostar






