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Triegel trifft Cranach - Malen im Wettstreit der Zeiten
Triegel trifft Cranach - Malen im Wettstreit der Zeiten
© Weltkino Filmverleih

Triegel trifft Cranach - Malen im Widerstreit der Zeiten (2025)

Deutscher Dokumentarfilm über einen bekannten Maler, der während eines Langzeitprojekts die Pforten zu seinem Atelier öffnet.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.7 / 5

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Der Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Spätromanik und seit 2018 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Eines seiner wichtigsten Kunstwerke wurde im Zuge des Bildersturms während der Reformation jedoch zerstört: ein Altarretabel von Lucas Cranach dem Älteren (1472–1553), das dort 1519 aufgestellt wurde. Von dem dreiteiligen Altar sind nur noch die beiden Flügel erhalten, der Mittelteil mit einer Mariendarstellung fiel dem Bildersturm im Jahr 1541 zum Opfer.

Knapp ein halbes Jahrtausend später erhält der Leipziger Künstler Michael Triegel von der evangelischen Domgemeinde den Auftrag, den Marienaltar neu zu gestalten. Von 2020 bis 2022 arbeitet der Maler an einer neuen Mitteltafel, die am 3. Juli 2022, flankiert von den historischen Flügeln, feierlich eingeweiht wird. Doch das Kunstwerk ruft die Denkmalschützer auf den Plan. Die Aberkennung des Welterbe-Status steht im Raum.

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"Triegel trifft Cranach": Große Kunst, kleinkarierte Denkmalschützer

Wer schon einmal eine Ausstellung des Künstlers Michael Triegel besucht hat, etwa die große Einzelschau "Verwandlung der Götter" (2010/2011) im Museum der bildenden Künste in Leipzig, der weiß, wie aus der Zeit gefallen und gleichzeitig doch gegenwärtig Triegels Werke auf die Betrachter wirken. Der 1968 in Erfurt geborene Triegel malt im Stile Alter Meister der italienischen Renaissance. Nicht selten zählen Kirchen zu seinen Auftraggebern. Dass er mit seinem figürlichen Stil und den christlichen Motiven anecken würde, das war ihm schon während seines Studiums unter Arno Rink (1940–2017) an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bewusst, wie er sich im Dokumentarfilm von Paul Smaczny erinnert. Seinen Weg ist er zum Glück trotzdem gegangen.

Einladung ins Atelier

Paul Smaczny ist schon lange im Filmgeschäft. Seit 1989 ist er als Autor, Dokumentarfilmer und Produzent tätig und gewann unter anderem einen Emmy. Mit "Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten" gelingt ihm nach so vielen Jahren dennoch Neues. Denn erstmals hat es Michael Triegel einem Filmteam gestattet, seinen zeitaufwendigen Arbeitsprozess über mehrere Jahre hinweg mit der Kamera zu begleiten. Triegel hat die Pforten seines rund 80 Quadratmeter großen Ateliers geöffnet. Und hier, mitten im kreativen Chaos zwischen ausgequetschten Farbtuben, abgestellten Staffeleien und vom Einsturz gefährdeten Bücher- und Zeitschriftenstapeln, entsteht nicht nur große Kunst. Hautnah bei deren Entstehung dabei zu sein, ist einfach nur großartig.

Blick in Innenwelten

Unterfüttert wird der Langzeitdokumentarfilm über die Entstehung der von Triegel neu geschaffenen Mitteltafel des Marienaltars im Naumburger Dom von Interviews und Gedanken des Künstlers. Triegel gibt sie mal mitten in seinem Atelier, mal auf Reisen durch Italien zum Besten, bald direkt vor der Kamera, bald aus dem filmischen Off. Im Zusammenspiel entsteht ein dokumentarisches Gesamtkunstwerk, das nicht nur (fast) alles über Triegels Arbeitsweise verrät, sondern auch sehr viel darüber, was ihn im Innersten bewegt.

Wer ganz am Ende des Films des fertigen Altars erstmals gewahr wird, der kann über die Entscheidung, ihn wegen Bedenken eines UNESCO-Fachgremiums wieder abzubauen, nur den Kopf schütteln. Hier wird große Kunst, die mehr als nur im "Widerstreit der Zeiten" steht, sondern auch in einen Dialog mit einer vergangenen Epoche tritt und dadurch Neues schafft, von kleinkarierten Bürokraten zunichtegemacht. Angesichts der Geschichte des Marienaltars, dessen Mitteltafel im reformatorischen Bildersturm zerstört wurde, ist das wohl Ironie des Schicksals.

Fazit: In "Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten" öffnet der Maler Michael Triegel dem Dokumentarfilmer Paul Smaczny die Pforten zu seinem Atelier. Herausgekommen ist ein Film, der nicht nur Triegels zeitintensiven Arbeitsprozess minutiös begleitet, sondern auch Innenansichten einer nachdenklichen Künstlerseele liefert – und ganz nebenbei abbildet, dass sich große Kunst nicht mit kleinkarierten Kriterien bemessen lässt.




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Besetzung & Crew von "Triegel trifft Cranach - Malen im Widerstreit der Zeiten"

Land: Deutschland
Jahr: 2025
Genre: Dokumentation
Länge: 107 Minuten
Kinostart: 05.02.2026
Verleih: Weltkino Filmverleih

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