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Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean (2026)
Jean Valjean
Der Regisseur Éric Besnard hat den Auftakt von Victor Hugos Roman "Die Elenden" verfilmt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Im Jahr 1815 kommt Jean Valjean (Grégory Gadebois) in der kleinen südfranzösischen Stadt Digne an. Nach einem beschwerlichen Fußmarsch von fast 50 Kilometern ist er auf der Suche nach einer warmen Mahlzeit und einer Unterkunft für die hereinbrechende Nacht. Doch Valjeans Vergangenheit als Sträfling macht in dem Ort schnell die Runde, weshalb ihn jede Herberge abweist.
Auf Anraten einer alten Frau klopft Valjean an der Tür des bescheiden lebenden Bischofs Bienvenu (Bernard Campan), der ihm gemeinsam mit seiner Schwester Baptistine (Isabelle Carré) Gastfreundschaft gewährt. Ungeachtet der Bedenken seiner Magd Magloire (Alexandra Lamy) lässt der Bischof den ehemaligen Häftling bei sich übernachten. In der Nacht wird Jean Valjeans Gewissen auf die Probe gestellt.
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Filmkritik
"Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean": Ecce homo!
"Die Elenden" (französisch: "Les Misérables") ist nicht nur einer der bekanntesten, sondern auch einer der am häufigsten verfilmten Romane der Weltliteratur. Dieses Mammutwerk, das der französische Schriftsteller Victor Hugo (1802–1885) im Jahr 1862 im englischen Exil vollendete, erfreute sich im Kino schon zu Stummfilmzeiten großer Beliebtheit. Und es wurde in den Folgejahren rund um den Globus adaptiert: in Frankreich, in England, in Deutschland, in Italien und in den USA, in Ägypten, in der Türkei, in Mexiko und in Brasilien, in Japan, in Korea, in Indien und in der ehemaligen Sowjetunion. An einer der berühmtesten Verfilmungen, der aus dem Jahr 1958, war neben Frankreich und Italien auch die DDR als Produktionsland beteiligt.
Im Zentrum des Romans steht der ehemalige Sträfling Jean Valjean, der versucht, nach 19 Jahren Haft ein ehrliches Leben zu beginnen. In der Filmgeschichte sind unter anderem Fredric March, Jean Gabin, Lino Ventura, Gérard Depardieu, Liam Neeson und Hugh Jackman (in der Verfilmung des auf dem Roman basierenden Musicals) in die Rolle Valjeans geschlüpft. Das nicht jede Adaption originalgetreu sein kann, macht bereits der Umfang von Hugos Original ersichtlich. Es umfasst circa 530.000 Wörter, die sich über fünf Teile erstrecken, die wiederum in 48 Bücher und 365 Kapitel unterteilt sind. Die jüngste Verfilmung des Regisseurs Éric Besnard versucht gar nicht erst, einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Die Essenz eines Menschen
Im französischen Original trägt Besnards Drama denn auch nicht Hugos Buchtitel im Namen. Stattdessen heißt der Film schlicht wie sein Protagonist "Jean Valjean". Der wird wiederum von Grégory Gadebois verkörpert, der bereits dreimal zuvor bei Besnard vor der Kamera stand. Erzählt wird lediglich ein kleiner Teil des ersten Teils des Romans, genauer gesagt dessen erste zwei Bücher "Ein Gerechter" und "Der Fehltritt" – und auch diese werden nicht vollständig wiedergegeben und durch eigens für den Film geschriebenes Material ergänzt. Diese Reduktion aufs Wesentliche erlaubt es Besnard jedoch, in dem von ihm selbst verfassten Drehbuch Jean Valjeans Essenz zu kondensieren.
Éric Besnard möchte aufzeigen, warum eine der berühmtesten Figuren der Weltliteratur zu dem wurde, der er ist. Dafür kann sich der 1964 geborene Franzose, der zuletzt weniger mit ernsten Stoffen und mehr mit Wohlfühlware wie "Birnenkuchen mit Lavendel" (2015), "À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen" (2021), "Die einfachen Dinge" (2023) und "Louise und die Schule der Freiheit" (2024) reüssierte, voll und ganz auf sein vierköpfiges Ensemble verlassen. An der Seite von Gadebois liefern Bernard Campan, Alexandra Lamy und Isabelle Carré allesamt überzeugende Leistungen ab, die diese Adaption eines Romanauftakts zu einem intensiven Drama machen, das zwischen intimem literarischen Kammerspiel und episch angehauchter Tragödie vor imposanter Naturkulisse schwankt.
Ein universeller Humanismus
Auch wenn diese Literaturadaption tonal deutlich düsterer geraten ist als Besnards vorangegangene Filme, fügt sie sich doch nahtlos in das Bestreben des Regisseurs ein, sich filmisch mit "der französischen Identität auseinanderzusetzen", wie er sagt. "Wer sind wir? Was sind unsere Gründungsmythen?", fragt Besnard weiter. In "À la Carte!" habe er sich für die Gründung des ersten Restaurants interessiert und in "Louise …" für eine republikanische Schule auf dem Land. "Dieses Mal wollte ich die Bedeutung einer der größten erfundenen Figuren für unsere Identität verstehen. Hugo ist universell ... und französisch."
Und der Inhalt seines Romans, so sehr sich unsere Gesellschaft in den vergangenen 164 Jahren auch weiterentwickelt hat, scheint immer noch zeitgemäß. So sieht es zumindest Éric Besnard: "Ja, sein Kampf für eine humanistischere, solidarischere Gesellschaft ist in unserer Zeit des inneren Rückzugs aktuell. [...] Hugo heute zu lesen bedeutet, das Streben nach Utopie zu akzeptieren." In Besnards Film sehen wir, wie eine solche Utopie aussehen könnte. Wer wie der Bischof Bienvenue jedem, auch einem scheinbar hoffnungslosen Fall wie dem Straftäter Jean Valjean, unvoreingenommen eine helfende Hand reicht, der macht die Welt ein kleines Stück besser.
Fazit: Der Regisseur Éric Besnard hat den Auftakt von Victor Hugos Roman "Die Elenden" verfilmt und zeigt in seiner Adaption auf, wie aktuell dieser Klassiker der Weltliteratur bis heute geblieben ist. Eine versierte Literaturverfilmung, die den Geist des Originals bewahrt.
"Die Elenden" (französisch: "Les Misérables") ist nicht nur einer der bekanntesten, sondern auch einer der am häufigsten verfilmten Romane der Weltliteratur. Dieses Mammutwerk, das der französische Schriftsteller Victor Hugo (1802–1885) im Jahr 1862 im englischen Exil vollendete, erfreute sich im Kino schon zu Stummfilmzeiten großer Beliebtheit. Und es wurde in den Folgejahren rund um den Globus adaptiert: in Frankreich, in England, in Deutschland, in Italien und in den USA, in Ägypten, in der Türkei, in Mexiko und in Brasilien, in Japan, in Korea, in Indien und in der ehemaligen Sowjetunion. An einer der berühmtesten Verfilmungen, der aus dem Jahr 1958, war neben Frankreich und Italien auch die DDR als Produktionsland beteiligt.
Im Zentrum des Romans steht der ehemalige Sträfling Jean Valjean, der versucht, nach 19 Jahren Haft ein ehrliches Leben zu beginnen. In der Filmgeschichte sind unter anderem Fredric March, Jean Gabin, Lino Ventura, Gérard Depardieu, Liam Neeson und Hugh Jackman (in der Verfilmung des auf dem Roman basierenden Musicals) in die Rolle Valjeans geschlüpft. Das nicht jede Adaption originalgetreu sein kann, macht bereits der Umfang von Hugos Original ersichtlich. Es umfasst circa 530.000 Wörter, die sich über fünf Teile erstrecken, die wiederum in 48 Bücher und 365 Kapitel unterteilt sind. Die jüngste Verfilmung des Regisseurs Éric Besnard versucht gar nicht erst, einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Die Essenz eines Menschen
Im französischen Original trägt Besnards Drama denn auch nicht Hugos Buchtitel im Namen. Stattdessen heißt der Film schlicht wie sein Protagonist "Jean Valjean". Der wird wiederum von Grégory Gadebois verkörpert, der bereits dreimal zuvor bei Besnard vor der Kamera stand. Erzählt wird lediglich ein kleiner Teil des ersten Teils des Romans, genauer gesagt dessen erste zwei Bücher "Ein Gerechter" und "Der Fehltritt" – und auch diese werden nicht vollständig wiedergegeben und durch eigens für den Film geschriebenes Material ergänzt. Diese Reduktion aufs Wesentliche erlaubt es Besnard jedoch, in dem von ihm selbst verfassten Drehbuch Jean Valjeans Essenz zu kondensieren.
Éric Besnard möchte aufzeigen, warum eine der berühmtesten Figuren der Weltliteratur zu dem wurde, der er ist. Dafür kann sich der 1964 geborene Franzose, der zuletzt weniger mit ernsten Stoffen und mehr mit Wohlfühlware wie "Birnenkuchen mit Lavendel" (2015), "À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen" (2021), "Die einfachen Dinge" (2023) und "Louise und die Schule der Freiheit" (2024) reüssierte, voll und ganz auf sein vierköpfiges Ensemble verlassen. An der Seite von Gadebois liefern Bernard Campan, Alexandra Lamy und Isabelle Carré allesamt überzeugende Leistungen ab, die diese Adaption eines Romanauftakts zu einem intensiven Drama machen, das zwischen intimem literarischen Kammerspiel und episch angehauchter Tragödie vor imposanter Naturkulisse schwankt.
Ein universeller Humanismus
Auch wenn diese Literaturadaption tonal deutlich düsterer geraten ist als Besnards vorangegangene Filme, fügt sie sich doch nahtlos in das Bestreben des Regisseurs ein, sich filmisch mit "der französischen Identität auseinanderzusetzen", wie er sagt. "Wer sind wir? Was sind unsere Gründungsmythen?", fragt Besnard weiter. In "À la Carte!" habe er sich für die Gründung des ersten Restaurants interessiert und in "Louise …" für eine republikanische Schule auf dem Land. "Dieses Mal wollte ich die Bedeutung einer der größten erfundenen Figuren für unsere Identität verstehen. Hugo ist universell ... und französisch."
Und der Inhalt seines Romans, so sehr sich unsere Gesellschaft in den vergangenen 164 Jahren auch weiterentwickelt hat, scheint immer noch zeitgemäß. So sieht es zumindest Éric Besnard: "Ja, sein Kampf für eine humanistischere, solidarischere Gesellschaft ist in unserer Zeit des inneren Rückzugs aktuell. [...] Hugo heute zu lesen bedeutet, das Streben nach Utopie zu akzeptieren." In Besnards Film sehen wir, wie eine solche Utopie aussehen könnte. Wer wie der Bischof Bienvenue jedem, auch einem scheinbar hoffnungslosen Fall wie dem Straftäter Jean Valjean, unvoreingenommen eine helfende Hand reicht, der macht die Welt ein kleines Stück besser.
Fazit: Der Regisseur Éric Besnard hat den Auftakt von Victor Hugos Roman "Die Elenden" verfilmt und zeigt in seiner Adaption auf, wie aktuell dieser Klassiker der Weltliteratur bis heute geblieben ist. Eine versierte Literaturverfilmung, die den Geist des Originals bewahrt.
Falk Straub
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Besetzung & Crew von "Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean"
Land: FrankreichJahr: 2026
Genre: Drama, Historie
Originaltitel: Jean Valjean
Länge: 98 Minuten
Kinostart: 02.04.2026
Regie: Eric Besnard
Darsteller: Grégory Gadebois, Bernard Campan, Alexandra Lamy, Isabelle Carré, Dominique Pinon
Kamera: Laurent Dailland
Verleih: Happy Entertainment






