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Palästina 36 (2026)

Palestine 36

Historienepos: Ein junger Palästinenser gerät in den Strudel eines Aufstands.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 5.0 / 5

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Kurz vor dem Ausbruch der Revolte von 1936 pendelt Yusuf (Karim Daoud Anaya) in Palästina zwischen seinem Heimatdorf Al Bassa und Jerusalem. In der Stadt arbeitet er als Chauffeur für ein intellektuelles Ehepaar: die politisch radikale Journalistin Khouloud (Yasmine Al Massri) und ihren eher opportunistischen Mann Amir (Dhafer L’Abidine). Während Yusuf in der Stadt mit neuen politischen Ideen konfrontiert wird, erlebt er im Dorf die wachsende Verdrängung bäuerlicher Familien durch Landverkäufe, wirtschaftliche Not und neue jüdische Siedlungen.

Parallel dazu radikalisiert sich sein Umfeld: Der Hafenarbeiter Khalid (Saleh Bakri) schließt sich dem bewaffneten Widerstand an, während Familienmitglieder wie die Matriarchin Hanan (Hiam Abbass) versuchen, Erinnerung und Identität zu bewahren. Auf britischer Seite stehen Funktionäre wie Hochkommissar Wauchope (Jeremy Irons) und Geheimdienstoffizier Wingate (Robert Aramayo), die den Aufstand zunehmend gewaltsam unterdrücken. Vor dem Hintergrund von Generalstreiks, Sabotageakten und politischer Eskalation entwickelt sich Yusuf vom unpolitischen Beobachter zum aktiven Kämpfer.

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Palästina 36: Eindrucksvolles Epos mit problematischer Perspektive

Mit Palästina 36 legt die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir ihr bislang ambitioniertestes Werk vor – ein opulent inszeniertes Historienepos über die arabische Revolte von 1936–1939. Der Film beeindruckt zunächst durch seine enorme handwerkliche Qualität: Ausstattung, Kameraarbeit und Montage sind auf höchstem Niveau und erzeugen eine dichte, immersive Atmosphäre.

Jacir gelingt es, die 1930er Jahre mit großer Detailverliebtheit zum Leben zu erwecken. Warme, erdige Farbtöne kontrastieren mit kühlen, kontrollierten Bildern urbaner Räume und militärischer Präsenz. Dabei bekommt der Film durch die Integration von Archivmaterial, das mit Spielszenen verwoben wird, eine fast essayistische Qualität.. Diese Verbindung von dokumentarischem und fiktionalem Erzählen erinnert an Klassiker des politischen Kinos und verleiht dem Werk eine große formale Wucht.

Auch schauspielerisch überzeugt der Film. Hiam Abbass bringt als Matriarchin eine beeindruckende Würde ein, während Saleh Bakri als Khalid die innere Zerrissenheit seiner Figur nuanciert darstellt. Robert Aramayo gibt als Captain Wingate einen Bösewicht par exellence. Im Zentrum steht jedoch Yusuf, dessen Entwicklung von Karim Daoud Anaya solide, wenn auch nur wenig vielschichtig dargestelltwird.

Zwischen Komplexität und Vereinfachung

So überzeugend die Inszenierung ist, so problematisch erscheint die inhaltliche Ausrichtung. Der Film beansprucht, historische Komplexität abzubilden, reduziert die Konfliktlage jedoch weitgehend auf eine klare Opfer-Täter-Dichotomie. Die britische Mandatsmacht erscheint überwiegend als repressiver Apparat, jüdische Einwanderung fast ausschließlich als Bedrohung – differenziertere Perspektiven bleiben weitgehend ausgeblendet.

Auch innerhalb der palästinensischen Gesellschaft werden zwar Spannungen angedeutet, doch letztlich ordnet der Film diese einem klaren Narrativ des legitimen Widerstands unter. Historische Grauzonen – etwa die Dynamiken wechselseitiger Gewalt oder konkurrierender nationaler Bewegungen – werden zugunsten einer moralisch eindeutigen Lesart stark verkürzt.

Doch gerade weil "Palästina 36“ formal so überzeugend ist, wiegt diese Einseitigkeit umso schwerer. Der Film hat den Anspruch, ein Panorama der Entstehung des Konflikts zu zeichnen, bietet aber letztlich vor allem eine perspektivisch klare, politisch positionierte Erzählung. Das ist legitim – doch als historische Annäherung bleibt das Ergebnis selektiv.

Fazit: Ein visuell und schauspielerisch herausragendes Historienepos, das mit großer erzählerischer Kraft überzeugt – aber durch seine stark vereinfachte und einseitige Perspektive auf einen hochkomplexen Konflikt kritisch zu betrachten ist.




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Besetzung & Crew von "Palästina 36"

Land: Palästina, Großbritannien, USA, Frankreich, Dänemark
Jahr: 2026
Genre: Drama, Historie, Biografie
Originaltitel: Palestine 36
Länge: 115 Minuten
Kinostart: 14.05.2026
Regie: Annemarie Jacir
Darsteller: Robert Aramayo, Jeremy Irons, Liam Cunningham, Billy Howle, Christopher Villiers
Verleih: Alamode Film

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