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Etwas ganz Besonderes (2026)
Der ganz normale Wahnsinn einer dysfunktionalen Familie in der ostdeutschen Einöde, eingefangen von der gefeierten Berliner Regisseurin Eva Trobisch.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Lea (Frida Hornemann) hat es in die Vorrunde einer Castingshow geschafft und steht nun kurz vor der Teilnahme am großen TV-Wettbewerb in München. Singen kann sie, nur mit dem Selbstvertrauen und ihren Fähigkeiten zur Selbstdarstellung hapert es noch etwas. Da helfen ihr auch die (gut gemeinten) Ratschläge ihrer Tante Kati (Eva Löbau) nicht. Ohnehin könnte das Verhältnis der Familienmitglieder untereinander besser sein. Weil die Beziehung zwischen Mutter und Tochter angekratzt ist, lebt die Sechzehnjährige mit ihrem Vater (Max Riemelt) im Waldhotel von Opa und Oma bei Gera. Unterdessen erlebt auch Leas Freundin Bonny (Ida Fischer) ein Auf und Ab von Gefühlen, nachdem sie sich in Leas Cousin Edgar (Florian Geißelmann) verliebt hat.
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Filmkritik
Das komplexe Konstrukt "Familie"
Schon mit ihrem Abschlussfilm "Alles ist gut“ (2018) sorgte die Berliner Filmemacherin Eva Trobisch einst für Furore, als sie für ihr Drama auf dem Filmfest München den Förderpreis Neues Deutsches Kino gewann. Erstmals international Aufmerksamkeit verschaffte ihr vier Jahre später "Ivo“, ein weiteres Drama, das auf vielen europäischen Filmfestivals gezeigt wurde. Innerfamiliäre Beziehungen haben die 42-Jährige schon immer interessiert.
Im mosaikartigen, bisweilen an einen Episodenfilm erinnernden "Etwas ganz Besonderes“ lotet Trobisch mehr als zuvor jene zwischenmenschlichen Dynamiken und Besonderheiten aus. Das Casting-Szenario rund um Hauptfigur Lea dient dabei nur als Aufhänger für das Porträt einer Vielzahl an Menschen, die Leas "komplizierte“ Familie bilden. Unerfüllte Lebensträume und unausgesprochene Konflikte bestimmen das Familienleben und sorgen für ordentlich Zündstoff. Und das durch alle Generationen.
Viele Menschen, viele Themen
Der marode Landgasthof der Großeltern steht kurz vor dem Ruin und Tante Kati bereut insgeheim bis heute, ihre ostdeutsche Heimat nach 1990 nie verlassen zu haben. Leas Mutter Rieke (großartig: Gina Henkel) erwartet ein Kind, blöderweise jedoch von einem anderen Mann. Und Vater Michael sehnt sich nach Normalität – ist seit der Trennung von Rieke aber einfach nur kreuzunglücklich und verbittert. "Etwas ganz Besonderes“ lässt sich am ehesten als durchaus komplexes, vielschichtiges Familien- und Generationenporträt beschreiben. Positiv ist, dass Trobisch dabei auf aufgeblähte, übersteigerte innerfamiliäre Spannungen sowie unglaubwürdige Konfliktherde verzichtet.
Stattdessen sind es die ganz alltäglichen, mal kleineren, mal größeren Widrigkeiten und Probleme des Alltags, die "Etwas ganz Besonderes“ offenlegt. Bisweilen verliert sich der Film jedoch etwas in seinem Figurenkabinett und in seiner Themenspanne. Denn: Die Bandbreite der inhaltlichen Aspekte und Fragestellungen hätte tatsächlich für (mindestens) zwei Filme gereicht. Es geht um das Leben in der Provinz, Identitätssuche, Generationenunterschiede, verpasste Chancen, finanzielle Nöte, Träume, Verlust, Liebe und Trennung. Da ist zu viel für einen einzelnen Film. Dafür ist das Ensemble durchweg sehenswert. Vor allem Frida Hornemann bleibt mit ihrer intensiven Darstellung einer Heranwachsenden in Erinnerung, die ihren Alltag zwischen Selbstsuche, innerer Konfusion und unterdrückten Emotionen zu meistern versucht.
Fazit: Ehrliches, durchweg echtes und zutiefst menschliches Drama über eine Familie in der ostdeutschen Abgeschiedenheit. Der stark gespielte Film verzichtet auf Rührseligkeiten und künstliche Konflikte, wirkt mit seinem Figurenkarussell und in all seiner Themenvielfalt aber überfrachtet.
Schon mit ihrem Abschlussfilm "Alles ist gut“ (2018) sorgte die Berliner Filmemacherin Eva Trobisch einst für Furore, als sie für ihr Drama auf dem Filmfest München den Förderpreis Neues Deutsches Kino gewann. Erstmals international Aufmerksamkeit verschaffte ihr vier Jahre später "Ivo“, ein weiteres Drama, das auf vielen europäischen Filmfestivals gezeigt wurde. Innerfamiliäre Beziehungen haben die 42-Jährige schon immer interessiert.
Im mosaikartigen, bisweilen an einen Episodenfilm erinnernden "Etwas ganz Besonderes“ lotet Trobisch mehr als zuvor jene zwischenmenschlichen Dynamiken und Besonderheiten aus. Das Casting-Szenario rund um Hauptfigur Lea dient dabei nur als Aufhänger für das Porträt einer Vielzahl an Menschen, die Leas "komplizierte“ Familie bilden. Unerfüllte Lebensträume und unausgesprochene Konflikte bestimmen das Familienleben und sorgen für ordentlich Zündstoff. Und das durch alle Generationen.
Viele Menschen, viele Themen
Der marode Landgasthof der Großeltern steht kurz vor dem Ruin und Tante Kati bereut insgeheim bis heute, ihre ostdeutsche Heimat nach 1990 nie verlassen zu haben. Leas Mutter Rieke (großartig: Gina Henkel) erwartet ein Kind, blöderweise jedoch von einem anderen Mann. Und Vater Michael sehnt sich nach Normalität – ist seit der Trennung von Rieke aber einfach nur kreuzunglücklich und verbittert. "Etwas ganz Besonderes“ lässt sich am ehesten als durchaus komplexes, vielschichtiges Familien- und Generationenporträt beschreiben. Positiv ist, dass Trobisch dabei auf aufgeblähte, übersteigerte innerfamiliäre Spannungen sowie unglaubwürdige Konfliktherde verzichtet.
Stattdessen sind es die ganz alltäglichen, mal kleineren, mal größeren Widrigkeiten und Probleme des Alltags, die "Etwas ganz Besonderes“ offenlegt. Bisweilen verliert sich der Film jedoch etwas in seinem Figurenkabinett und in seiner Themenspanne. Denn: Die Bandbreite der inhaltlichen Aspekte und Fragestellungen hätte tatsächlich für (mindestens) zwei Filme gereicht. Es geht um das Leben in der Provinz, Identitätssuche, Generationenunterschiede, verpasste Chancen, finanzielle Nöte, Träume, Verlust, Liebe und Trennung. Da ist zu viel für einen einzelnen Film. Dafür ist das Ensemble durchweg sehenswert. Vor allem Frida Hornemann bleibt mit ihrer intensiven Darstellung einer Heranwachsenden in Erinnerung, die ihren Alltag zwischen Selbstsuche, innerer Konfusion und unterdrückten Emotionen zu meistern versucht.
Fazit: Ehrliches, durchweg echtes und zutiefst menschliches Drama über eine Familie in der ostdeutschen Abgeschiedenheit. Der stark gespielte Film verzichtet auf Rührseligkeiten und künstliche Konflikte, wirkt mit seinem Figurenkarussell und in all seiner Themenvielfalt aber überfrachtet.
Björn Schneider
TrailerAlle "Etwas ganz Besonderes"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Etwas ganz Besonderes"
Land: DeutschlandJahr: 2026
Genre: Drama
Länge: 116 Minuten
Kinostart: 09.07.2026
Regie: Eva Trobisch
Darsteller: Gina Henkel, Eva Löbau, Max Riemelt
Verleih: Pandora Film
