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Wanda (2026)

Erste deutsche Kinoauswertung eines Klassikers des feministischen Films.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 2.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Wanda Goronski (Barbara Loden), die im Kohlerevier Pennsylvanias lebt, verlässt ihren Mann (Jerome Thier) und ihre Kinder. Beim Scheidungstermin erscheint sie zu spät und gibt ohne Widerstand das Sorgerecht ab. Sie verliert ihre Arbeitsstelle und damit ihre Existenzgrundlagen. Ohne festen Job oder Wohnung driftet sie von Ort zu Ort, schläft mal auf der Couch der Schwester (Dorothy Shupenes), mal in billigen Motels und lässt sich auf lose Bekanntschaften mit Männern ein, die sie zwar ausnutzen, ihr aber kurzfristig ein Dach über dem Kopf bieten. Eines Tages trifft sie in einer Bar auf einen mürrischen Kleinkriminellen Mr. Dennis (Michael Higgins), an den sie sich aus Mangel an Alternativen klammert, der sie aber ebenfalls misshandelt. Zusammen machen sie sich auf eine Reise, die sie durch trostlose Kleinstädte und soziale Randzonen führt.

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"Wanda": Lange vergessenes Juwel

1970 feierte "Wanda" seine Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig und gewann dort den Pasinetti-Preis für den besten ausländischen Film. Dennoch verschwand der Film nach kurzer Zeit nahezu vollständig aus der öffentlichen Wahrnehmung und wurde erst Jahrzehnte später wiederentdeckt und restauriert. Regisseurin und Hauptdarstellerin Barbara Loden, die zuvor unter anderem in Filmen von ihrem zweiten Ehemann Elia Kazan mitwirkte und am Broadway für Arthur Millers Stück "After the Fall“ ausgezeichnet wurde, schuf mit ihrem einzigen Langfilm ein Werk, das sich bewusst gegen die Konventionen des klassischen Erzählkinos stellt.

Lodens Zugang ist dabei radikal nüchtern und kompromisslos. Statt einer klassischen Aufstieg- oder Emanzipationsgeschichte zeigt sie eine Protagonistin, die sich passiv durch ihr Leben treiben lässt. Gerade diese Verweigerung von Entwicklung macht den Film so außergewöhnlich. Wanda ist keine Heldin im herkömmlichen Sinne, sondern eine Figur, die gesellschaftliche Perspektivlosigkeit in ihrer reinsten Form verkörpert. Diese schonungslose Darstellung wirkt auch heute noch bemerkenswert modern und verleiht dem Film eine stille Wucht.

Gedreht wurde auf 16mm mit minimalem Budget und einem sehr kleinen Team, häufig an Originalschauplätzen und mit improvisierten Dialogen. Diese Produktionsweise verleiht dem Film eine fast dokumentarische Authentizität. Die Kamera beobachtet distanziert, ganz im Stile des Direct Cinema ohne zu werten oder zu dramatisieren. Gerade dadurch entsteht eine eindringliche Nähe zur Lebensrealität der Figur Wanda, die sich deutlich vom stilisierten New-Hollywood-Kino jener Zeit abhebt und eher an europäische Strömungen wie die französische Nouvelle Vague erinnert.

Auch im Kontext des feministischen Kinos nimmt "Wanda" eine Sonderrolle ein. Der Film formuliert keine offensichtliche politische Botschaft, sondern zeigt strukturelle Unterdrückung als alltäglichen Zustand. Wanda kämpft nicht gegen ihr Schicksal – und genau darin liegt die eigentliche Tragik. Barbara Loden entwirft so ein eindrucksvolles Porträt einer Frau, deren Unsichtbarkeit zum zentralen Thema wird. Die Wiederaufführung der restaurierten Fassung ist daher mehr als gerechtfertigt. "Wanda" ist ein stilles, unbequemes Werk, das sich einfachen Interpretationen entzieht. Seine Bedeutung für das US-Independent-Kino und seine ungewöhnliche Perspektive machen ihn zu einer wichtigen Wiederentdeckung.

Fazit: "Wanda" ist ein rohes, eindringliches Charakterporträt und ein wegweisender Independent-Film, der durch seine kompromisslose Ehrlichkeit beeindruckt.




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Zum Video: Wanda

Besetzung & Crew von "Wanda"

Land: USA
Jahr: 2026
Genre: Drama, Krimi
Länge: 102 Minuten
Kinostart: 09.04.2026
Regie: Barbara Loden
Darsteller: Barbara Loden, Michael Higgins, Dorothy Shupenes, Peter Shupenes, Jerome Thier
Verleih: Grandfilm

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