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Toy Story 5 (2026)
Ein Tablet bringt Bonnies Kinderzimmer aus dem Gleichgewicht – und stellt die Frage, was in einer digitalisierten Kindheit vom analogen Spielen bleibt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Bonnie ist acht Jahre alt und hängt noch immer an ihren Spielzeugen. Doch der Kontakt zu Gleichaltrigen fällt ihr schwer, nicht zuletzt, weil diese längst mit elektronischen Geräten beschäftigt sind. Als ihre Eltern ihr ein Tablet in Froschgestalt schenken, das Lilypad heißt, verlagert sich ihre Aufmerksamkeit rasch auf das neue Gerät.
Anfangs gewinnt Bonnie darüber sogar neue Freunde. Für Jessie, Buzz Lightyear und die übrigen Spielzeuge bedeutet das jedoch eine schleichende Entwertung ihrer Welt. Sogar Woody kehrt zurück, um zu helfen. Bald wird klar: Der eigentliche Gegner ist nicht mehr ein anderes Spielzeug, sondern eine Technologie, die Fantasie zunehmend durch Optimierung ersetzt.
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Filmkritik
"Toy Story 5": Mehr als Nostalgie
Nach dem emotionalen Abschied von Woody in "Toy Story 4" wirkte eine weitere Fortsetzung zunächst wie ein unnötiger Nachsatz zu einer eigentlich abgeschlossenen Reihe. Andrew Stanton geht diesen bequemen Weg jedoch erfreulich nicht. Er versucht nicht, den alten Zauber bloß zu reproduzieren, sondern stellt die Figuren in eine Gegenwart, die sich grundlegend verändert hat.
Der eigentliche Gegenspieler ist diesmal weder ein eifersüchtiges Spielzeug noch ein menschlicher Tyrann, sondern ein gesellschaftlicher Wandel: Kinder wachsen heute zwischen Tablets, Lern-Apps und algorithmisch gelenkter Aufmerksamkeit auf. Pixar nutzt dieses Spannungsfeld nicht als kulturpessimistisches Alarmzeichen, sondern als Ausgangspunkt für eine überraschend differenzierte Reflexion über Kindheit und Kontrolle.
Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie präzise der Film seine Technikkritik formuliert. Lilypad wird nie als klassischer Bösewicht inszeniert, sondern als ein Gerät, das helfen, fördern und beschützen will. Gerade diese guten Absichten machen die Figur interessant, denn Kontrolle entsteht hier nicht aus Bosheit, sondern aus Fürsorge, die jede Spontaneität verdrängt. Der Film behauptet also nicht, digitale Medien seien grundsätzlich schlecht. Er fragt vielmehr, was verloren geht, wenn jedes Abenteuer bereits geplant und jede Erfahrung optimiert wird.
Mindestens ebenso gelungen ist die Entscheidung, Jessie zur eigentlichen Hauptfigur zu machen. Während Woody stets von Verantwortung und Tradition geprägt war, verkörpert Jessie eine pragmatischere, weniger nostalgische Form von Heldentum. Dadurch wirkt ihre Konfrontation mit Lilypad glaubwürdiger als eine bloße Wiederholung früherer Woody-Geschichten. Gleichzeitig bleibt Woody wichtig, allerdings eher als emotionaler Anker denn als eigentlicher Motor der Handlung.
Auch visuell setzt der Film interessante Akzente. Pixar kontrastiert die warmen, haptischen Oberflächen der klassischen Spielzeuge mit den glatten, leuchtenden Benutzeroberflächen der digitalen Welt. Besonders die Sequenzen, in denen das Spielen mit Lilypad gezeigt wird , besitzen eine sterile Präzision, die den improvisierten Fantasiespielen der Spielzeuge bewusst gegenübergestellt wird. Der Konflikt wird dadurch nicht nur erzählt, sondern regelrecht sichtbar gemacht.
Ganz ohne Schwächen bleibt "Toy Story 5" dennoch nicht. Manche Dialoge formulieren seine Botschaft über Bildschirmzeit und freies Spielen etwas zu deutlich. Gerade im letzten Drittel vertraut Stanton den Figuren gelegentlich weniger als seiner These, wodurch einzelne Szenen leicht didaktisch wirken. Zudem hätte der Film den grauen Bereich zwischen analogem und digitalem Spielen konsequenter ausloten können. Die angestrebte Koexistenz beider Welten überzeugt zwar grundsätzlich, erscheint am Ende aber etwas harmonischer, als es die zuvor aufgeworfenen Fragen erwarten ließen.
Fazit: "Toy Story 5" verbindet emotionale Franchise-Tradition mit einer überraschend klugen Auseinandersetzung über Kindheit, Technologie und Fantasie. Nicht jede Botschaft wird subtil vermittelt, doch Andrew Stanton gelingt eine ebenso unterhaltsame wie nachdenkliche Weiterentwicklung der Reihe, die das Franchise inhaltlich erneuert, statt es bloß fortzuschreiben.
Nach dem emotionalen Abschied von Woody in "Toy Story 4" wirkte eine weitere Fortsetzung zunächst wie ein unnötiger Nachsatz zu einer eigentlich abgeschlossenen Reihe. Andrew Stanton geht diesen bequemen Weg jedoch erfreulich nicht. Er versucht nicht, den alten Zauber bloß zu reproduzieren, sondern stellt die Figuren in eine Gegenwart, die sich grundlegend verändert hat.
Der eigentliche Gegenspieler ist diesmal weder ein eifersüchtiges Spielzeug noch ein menschlicher Tyrann, sondern ein gesellschaftlicher Wandel: Kinder wachsen heute zwischen Tablets, Lern-Apps und algorithmisch gelenkter Aufmerksamkeit auf. Pixar nutzt dieses Spannungsfeld nicht als kulturpessimistisches Alarmzeichen, sondern als Ausgangspunkt für eine überraschend differenzierte Reflexion über Kindheit und Kontrolle.
Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie präzise der Film seine Technikkritik formuliert. Lilypad wird nie als klassischer Bösewicht inszeniert, sondern als ein Gerät, das helfen, fördern und beschützen will. Gerade diese guten Absichten machen die Figur interessant, denn Kontrolle entsteht hier nicht aus Bosheit, sondern aus Fürsorge, die jede Spontaneität verdrängt. Der Film behauptet also nicht, digitale Medien seien grundsätzlich schlecht. Er fragt vielmehr, was verloren geht, wenn jedes Abenteuer bereits geplant und jede Erfahrung optimiert wird.
Mindestens ebenso gelungen ist die Entscheidung, Jessie zur eigentlichen Hauptfigur zu machen. Während Woody stets von Verantwortung und Tradition geprägt war, verkörpert Jessie eine pragmatischere, weniger nostalgische Form von Heldentum. Dadurch wirkt ihre Konfrontation mit Lilypad glaubwürdiger als eine bloße Wiederholung früherer Woody-Geschichten. Gleichzeitig bleibt Woody wichtig, allerdings eher als emotionaler Anker denn als eigentlicher Motor der Handlung.
Auch visuell setzt der Film interessante Akzente. Pixar kontrastiert die warmen, haptischen Oberflächen der klassischen Spielzeuge mit den glatten, leuchtenden Benutzeroberflächen der digitalen Welt. Besonders die Sequenzen, in denen das Spielen mit Lilypad gezeigt wird , besitzen eine sterile Präzision, die den improvisierten Fantasiespielen der Spielzeuge bewusst gegenübergestellt wird. Der Konflikt wird dadurch nicht nur erzählt, sondern regelrecht sichtbar gemacht.
Ganz ohne Schwächen bleibt "Toy Story 5" dennoch nicht. Manche Dialoge formulieren seine Botschaft über Bildschirmzeit und freies Spielen etwas zu deutlich. Gerade im letzten Drittel vertraut Stanton den Figuren gelegentlich weniger als seiner These, wodurch einzelne Szenen leicht didaktisch wirken. Zudem hätte der Film den grauen Bereich zwischen analogem und digitalem Spielen konsequenter ausloten können. Die angestrebte Koexistenz beider Welten überzeugt zwar grundsätzlich, erscheint am Ende aber etwas harmonischer, als es die zuvor aufgeworfenen Fragen erwarten ließen.
Fazit: "Toy Story 5" verbindet emotionale Franchise-Tradition mit einer überraschend klugen Auseinandersetzung über Kindheit, Technologie und Fantasie. Nicht jede Botschaft wird subtil vermittelt, doch Andrew Stanton gelingt eine ebenso unterhaltsame wie nachdenkliche Weiterentwicklung der Reihe, die das Franchise inhaltlich erneuert, statt es bloß fortzuschreiben.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "Toy Story 5"
Land: USAJahr: 2026
Genre: Animation
Kinostart: 23.07.2026
Darsteller: Tom Hanks als Woody, Keanu Reeves als Duke Caboom, Greta Lee als Lily Pad, Annie Potts als Bo Peep, Bonnie Hunt als Dolly
Verleih: Disney
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