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Do You Love Me (2025)

In diesem in Frankreich, dem Libanon, Deutschland und Katar produzierten Dokumentarfilm montiert die libanesische Regisseurin Lana Daher eigene und gefundene Filmaufnahmen zu einer faszinierenden Collage.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
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Der Libanon kommt nicht aus den Schlagzeilen. Doch wer mehr über das kleine Land am Mittelmeer erfahren möchte, hat es schwer. Denn der Libanon hat kein (einheitliches) nationales Archiv, und in den Schulen wird je nach Ort ein unterschiedlicher Geschichtsunterricht gelehrt.

Lana Daher versucht deshalb, Land und Leuten filmisch näherzukommen. Dafür hat die Regisseurin in unzähligen Film-, Fernseh- und Nachrichtenarchiven gewühlt, private Heimvideos und Fotoalben gesichtet. Herausgekommen ist ein Dokumentarfilm über das visuelle Gedächtnis des Libanons der vergangenen 70 Jahre.

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"Do You Love Me": Liebesgrüße an Beirut

Dokumentarfilme halten die Welt fest. Die Möglichkeiten, dies zu bewerkstelligen, sind so vielfältig wie die Welt selbst. Lana Daher hat sich bei ihrem ersten abendfüllenden Kinofilm für eine Form entschieden, die nach wie vor sträflich vernachlässigt wird. "Do You Love Me" ist ein komplett aus Archivmaterial zusammengesetzter Collagefilm. Warum das so faszinierend ist, liegt ebenso auf der Hand, wie die Tatsache, dass es nicht mehr solcher Filme gibt.

Assoziativer Bilderstrom

Die Form fasziniert, weil der Film keiner klaren Narration folgt. Die Regisseurin zeichnet 70 Jahre libanesische Geschichte nicht chronologisch, sondern thematisch nach – und verfährt dabei assoziativ. Mal werden ähnliche Ansichten aus verschiedenen Jahrzehnten einander gegenübergestellt, mal sich widersprechende Aufnahmen gegeneinander geschnitten. Das Ergebnis ist nicht nur ein facetten- wie kontrastreiches Sittenbild der libanesischen Gesellschaft, sondern auch ein pulsierender Bilderstrom, dessen Sog sich das Kinopublikum nicht entziehen kann. Schaut man sich indessen den enormen Aufwand an, der allein schon in die Recherche all des Archivmaterials geflossen ist, wird klar, warum nicht mehr Filmschaffende zu dieser Form greifen. Vom Risiko, die Zuschauer durch die ungewohnte Form abzuschrecken, ganz zu schweigen.

Fruchtbare Symbiose

Dass Lana Daher nicht nur Filmregie, sondern auch Bildende Kunst und Grafikdesign studiert hat, verwundert nicht. In "Do You Love Me", dessen Collagetechnik an den Dokumentarfilm "My Stolen Planet" der Exil-Iranerin Farahnaz Sharifi erinnert, gehen alle drei Disziplinen eine fruchtbare Symbiose ein. Die 1983 während des libanesischen Bürgerkriegs geborene Daher lebt bis heute in Beirut und hat ihrem Heimatland, vor allem aber ihrer Heimatstadt mit diesem Mammutprojekt einen filmischen Liebesbrief geschrieben.

Fazit: Lana Dahers dokumentarischer Liebesbrief an ihr Heimatland und ihre Heimatstadt besticht durch seine Form. Sieben Dekaden libanesischer Geschichte als mitreißender Bilderstrom aus Archivmaterial – das klingt nicht nur ambitioniert, sondern ist ein Erlebnis, das man mit eigenen Augen gesehen haben muss.




Besetzung & Crew von "Do You Love Me"

Land: USA
Jahr: 2025
Genre: Dokumentation
Länge: ´75 Minuten
Kinostart: 07.05.2026
Regie: Lana Daher
Verleih: Rapid Eye Movies



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