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Wolves (2026)

Schweizer Drama über eine junge Frau, die sich in den Untiefen einer Subkultur verliert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
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Die 23-jährige Schweizerin Luana (Selma Kopp) arbeitet als Erzieherin in einer Kindertagesstätte, ist mit dem Kopf aber nicht bei der Sache. Denn ihr Herz schlägt für die Black-Metal-Band WLVS (gesprochen: Wolves) ihres Cousins Domi (Fabian Künzli) und dessen neuen Sänger Wiktor (Bartosz Bielenia), der aus Polen stammt.

Um mit der Band auf Tour gehen und deren Social-Media-Management übernehmen zu können, schützt Luana bei der Arbeit die Krankheit ihres Vaters vor und lässt sich beurlauben. Während der Tournee kommen sich Luana und Wiktor näher, aber auch ein dunkles Geheimnis aus Wiktors Vergangenheit ans Tageslicht.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Wolves": Heavy Trip

Nach mehreren Kurzfilmen hat Jonas Ulrich seinen ersten abendfüllenden Spielfilm realisiert. Dem 1990 geborenen Schweizer war es wichtig, "keinen konventionellen Erstlingsfilm – basierend auf einem über Jahre mit der gängigen Filmförderung entwickelten und von Dramaturgen zu Tode diskutierten Drehbuch – zu machen", wie er selbst sagt. Das ist ihm mit "Wolves" zweifelsohne gelungen. Dass sich dieses Debüt, das beim Zurich Film Festival 2025 seine Weltpremiere feierte und beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2026 den Preis der Filmkritik und den Preis der Jugendjury gewann, so frisch und authentisch anfühlt, liegt unter anderem an dessen ungewöhnlicher Entstehungsgeschichte.

Durch die Augen der von Selma Kopp mit einer unheimlichen Leinwandpräsenz gespielten Protagonistin Luana taucht die Handlung tief in die Subkultur des Black Metal ein – und ist selbstverständlich nicht der erste Kinofilm, der sich in die Gefilde harter Gitarrenmusik vorwagt. So authentisch wie "Wolves" ist allerdings kaum ein zweiter, denn alle im Film gezeigten Live-Konzerte sind echt. "Wir haben extra eine fiktionale Band für den Film gegründet, inklusive eigens komponierten Songs", verrät Ulrich. "Anschließend haben wir eine Tour für die Band gebucht und den gesamten Dreh um diese realen Konzerte herum organisiert." Dass es sich beim Publikum vor der Bühne um echte Fans und nicht um Statisten handelt, merkt man – und es trägt ungemein zur gelungenen Atmosphäre dieses zur kalten Jahreszeit gedrehten und dementsprechend düsteren Debüts bei.

Liebe macht blind

Das, was einem beim Schlagwort "Metalfilm" als Erstes einfällt, also laut Ulrich "Splatter-Comedies oder Horrorfilme", von "Happy Metal" (2013) über "Deathgasm" (2016) bis "Heavy Trip" (2018), hatte der Regisseur nicht im Sinn. Stattdessen hat er sich "schon immer gewünscht, einen Spielfilm zu sehen, der die moderne Metal-Subkultur authentisch und realitätsnah zeigt." Herausgekommen ist ein Spielfilm, der irgendwo zwischen Ragnar Bragasons "Metalhead" (2013) und Jonas Åkerlunds "Lords of Chaos" (2018) angesiedelt ist. Nicht so gekonnt wie erstgenanntes Meisterwerk, aber um Längen besser als letztgenanntes Machwerk, weil Ulrich die Verwerfungen innerhalb der Black-Metal-Szene ernst nimmt und nicht wie Åkerlund als satirisch überhöhte Lausbubenstreiche abtut.

Während innerhalb der Band aufgrund der rechten Vergangenheit ihres neuen Sängers Wiktor ein politischer Graben gezogen wird, ist die Beziehung zwischen Selma und Wiktor von einem (ungesunden) Machtgefälle geprägt, für das die über beide Ohren verliebte Selma lange Zeit ebenso blind bleibt wie für Wiktors wahre Gesinnung. Nach seinem internationalen Durchbruch mit "Corpus Christi" (2019) brilliert Bartosz Bielenia einmal mehr in der Rolle des charismatischen Blenders. Warum die junge Frau Bielenias Wiktor verfällt, obwohl dieser gleich zu Beginn klarmacht, dass er nicht gut für sie sei, ist nachvollziehbar. Denn der männliche Hauptdarsteller steht seinem weiblichen Gegenpart in puncto Leinwandpräsenz in nichts nach. Gemeinsam geben sie ein dunkel funkelndes Leinwandpaar ab, das über das Filmende hinaus fasziniert.

Fazit: Das in der Black-Metal-Szene angesiedelte (Beziehungs-)Drama "Wolves" ist ein beeindruckendes Debüt. Dem Schweizer Filmemacher Jonas Ulrich gelingt ein authentisches Porträt einer Subkultur, politische Verwerfungen inklusive.




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Zum Video: Wolves

Besetzung & Crew von "Wolves"

Land: Schweiz
Jahr: 2026
Genre: Drama
Länge: 100 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 21.05.2026
Regie: Jonas Ulrich
Darsteller: Selma Kopp als Luana, Bartosz Bielenia als Wiktor, Fabian Künzli als Dominik, Anna Sauter-McDowell als Amélie, Iso Merkli als Ruben
Kamera: Tobias Kubli
Verleih: Meteor Film

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