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Enzo (2025)
Drama: Ein Jugendlicher aus einer wohlhabenden Familie rebelliert gegen sein Umfeld.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Enzo (Eloy Pohu) ist 16 Jahre alt und wohnt mit seinem Vater Paolo (Pierfrancesco Favino), seiner Mutter Marion (Élodie Bouchez) und seinem älteren Bruder Victor (Nathan Japy) in einer Villa an der Côte d'Azur. Er begehrt gegen die privilegierten Verhältnisse auf, in denen er lebt, indem er die Schule abbricht und als Auszubildender auf einer Baustelle zu arbeiten beginnt. Dort fühlt er sich bald zu seinem ukrainischen Kollegen Vlad (Maksym Slivinskyi) hingezogen.
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Filmkritik
"Enzo": A French Rebel Without a Cause
Das 2025 in Cannes uraufgeführte Coming-of-Age-Drama "Enzo" ist (laut Plakat) ein Film von Laurent Cantet unter der Regie von Robin Campillo. Der 2024 verstorbene Cantet hatte den Stoff entwickelt. Doch seinen Plan, diesen auch in Szene zu setzen, konnte er aufgrund seines Gesundheitszustandes dann nicht mehr verwirklichen – weshalb sein langjähriger Kreativpartner Robin Campillo den Regieposten übernahm. Gemeinsam hatten die beiden unter anderem die Drehbücher zu "In den Süden" (2005) und "Die Klasse" (2008) verfasst. Im filmischen Resultat ist Cantets künstlerische Handschrift noch deutlich zu erkennen – etwa in der guten Beobachtung der Figuren und des Milieus. Hinzu kommt die besonders energetische Inszenierungsweise von Campillo, die der Filmemacher zum Beispiel bereits in "120 BPM" (2017) an den Tag gelegt hat.
Der Drang, sich gegen die eigenen Eltern aufzulehnen
Der von dem Leinwanddebütanten Eloy Pohu verkörperte Titelheld ist eine typische Teen-Figur, die ihr familiäres Umfeld provozieren und alle Erwartungen unterlaufen will. Enzos Vater und Mutter, empathisch gespielt von Pierfrancesco Favino ("Suburra") und Élodie Bouchez ("Wilde Herzen"), entsprechen in ihrem Verhalten hingegen nicht den gängigen Erwachsenenrollen solcher Geschichten: Sie wollen ihrem Sohn keinen Druck machen und ihm möglichst viele Freiheiten einräumen – sodass der 16-Jährige letztlich genau gegen diese Privilegien rebelliert und sich in die raue Umgebung einer Baustelle begibt, statt sich etwa als Künstler auszuleben.
Ein diffuses Begehren
Auch in Liebesdingen sucht der adoleszente Protagonist nach seinem Weg – und entwickelt Gefühle für seinen ukrainischen Kollegen Vlad, der ihm widersprüchliche Signale sendet. Während sich der wohlbehütete Enzo als melancholischer Träumer durch den Alltag bewegen kann, sieht sich Vlad durch den Krieg in seinem Land mit der harten Realität konfrontiert. Die Nähe, die zwischen diesen beiden sehr unterschiedlichen Männern entsteht, ist flüchtig – und doch macht der Film die Wucht dieser Erfahrung spürbar.
Fazit: Genau beobachtet, komplex gezeichnet und empathisch gespielt – ein sehenswerter Coming-of-Age-Film.
Das 2025 in Cannes uraufgeführte Coming-of-Age-Drama "Enzo" ist (laut Plakat) ein Film von Laurent Cantet unter der Regie von Robin Campillo. Der 2024 verstorbene Cantet hatte den Stoff entwickelt. Doch seinen Plan, diesen auch in Szene zu setzen, konnte er aufgrund seines Gesundheitszustandes dann nicht mehr verwirklichen – weshalb sein langjähriger Kreativpartner Robin Campillo den Regieposten übernahm. Gemeinsam hatten die beiden unter anderem die Drehbücher zu "In den Süden" (2005) und "Die Klasse" (2008) verfasst. Im filmischen Resultat ist Cantets künstlerische Handschrift noch deutlich zu erkennen – etwa in der guten Beobachtung der Figuren und des Milieus. Hinzu kommt die besonders energetische Inszenierungsweise von Campillo, die der Filmemacher zum Beispiel bereits in "120 BPM" (2017) an den Tag gelegt hat.
Der Drang, sich gegen die eigenen Eltern aufzulehnen
Der von dem Leinwanddebütanten Eloy Pohu verkörperte Titelheld ist eine typische Teen-Figur, die ihr familiäres Umfeld provozieren und alle Erwartungen unterlaufen will. Enzos Vater und Mutter, empathisch gespielt von Pierfrancesco Favino ("Suburra") und Élodie Bouchez ("Wilde Herzen"), entsprechen in ihrem Verhalten hingegen nicht den gängigen Erwachsenenrollen solcher Geschichten: Sie wollen ihrem Sohn keinen Druck machen und ihm möglichst viele Freiheiten einräumen – sodass der 16-Jährige letztlich genau gegen diese Privilegien rebelliert und sich in die raue Umgebung einer Baustelle begibt, statt sich etwa als Künstler auszuleben.
Ein diffuses Begehren
Auch in Liebesdingen sucht der adoleszente Protagonist nach seinem Weg – und entwickelt Gefühle für seinen ukrainischen Kollegen Vlad, der ihm widersprüchliche Signale sendet. Während sich der wohlbehütete Enzo als melancholischer Träumer durch den Alltag bewegen kann, sieht sich Vlad durch den Krieg in seinem Land mit der harten Realität konfrontiert. Die Nähe, die zwischen diesen beiden sehr unterschiedlichen Männern entsteht, ist flüchtig – und doch macht der Film die Wucht dieser Erfahrung spürbar.
Fazit: Genau beobachtet, komplex gezeichnet und empathisch gespielt – ein sehenswerter Coming-of-Age-Film.
Andreas Köhnemann
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Besetzung & Crew von "Enzo"
Land: Frankreich, Belgien, ItalienJahr: 2025
Genre: Drama
Länge: 102 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 02.04.2026
Darsteller: Eloy Pohu als Enzo, Pierfrancesco Favino als Paolo, Élodie Bouchez als Marion, Maksym Slivinskyi als Vlad, Nathan Japy als Victor
Kamera: Jeanne Lapoirie
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH
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